Radevormwald: Stadt pflegt nicht alle Wanderwege

Radevormwald: Stadt pflegt nicht alle Wanderwege

Ein Antrag der FDP-Fraktion setzte jetzt eine Diskussion über Wanderwege in Gang. Die meisten Strecken gehören nicht der Stadt. Ihr sind deshalb die Hände gebunden. Die Stadt hat auch nicht genügend Geld, um alle Wege zu betreuen.

FDP-Ratsmitglied Rainer Röhlig ärgert sich über den Zustand der Wanderwege in Radevormwald. Zu viele Wege seien zugewuchert und in einem schlechten Zustand, trug er im Namen seiner Fraktion im Bauausschuss am Dienstag vor. Die FDP stellte den Antrag, dass der Bauausschuss die Stadtverwaltung beauftragen soll, sich intensiver um die Pflege der Wälder zu kümmern.

Viele von ihm beschriebene Wege wie der von Hagelsiepen nach Niederhagelsiepen im Wiebachtal befinden sich allerdings nicht auf Rader Stadtgebiet, wie der Vorsitzende des Ausschusses klar stellte. "Die Wanderwege gehören zu Hückeswagen. Da können wir leider nichts machen", sagte Arnold Müller (SPD).

Stadtkämmerer Frank Nipken nahm die Diskussion zum Anlass, um die Zuständigkeitsbereiche der einzelnen Wanderwege zu klären. "Durch Radevormwald führen Wanderwege in einer Gesamtlänge von 120 Kilometern. Das ist erstaunlich viel", sagte Nipken. In diesen 120 Kilometern sind Qualitätswanderwege unterschiedlicher Kategorien enthalten. Die Rundwanderwege, auch A-Wanderwege genannt (Gesamtlänge: etwa 80 Kilometer), werden durch den Sauerländischen Gebirgsverein (SGV) betreut. Um die Qualitätswanderwege (Panoramasteig und Tuchmacherweg) kümmert sich die Naturarena Bergisch Land, in der die Stadt Radevormwald Mitglied ist.

Nur ein kleiner Bruchteil der Wanderwege in Radevormwald, nämlich der Themenwanderweg "Wald-Wasser-Wolle-Weg" mit etwa 20 Kilometern Länge liegt in der Verantwortung der Stadt. "Wir können nur auf Wegen handeln, die auch unser Eigentum sind, und das machen wir auch. Bei den anderen Wegen ist es sehr schwierig, etwas zu bewegen, weil sie uns einfach nicht gehören", sagte Nipken. Tätig wird die Stadt nur, wenn die Stadt als Ordnungsbehörde tätig werden muss. Das sei allerdings selten.

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Die Pflege der stadteigenen Wege wurde vor Jahren der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG) übertragen, die für Rückschnitt und Instandhaltung (Beschilderung und Kennzeichnung von Rettungspunkten) ein jährliches Budget von 8500 Euro zur Verfügung hat. Die WFG wiederum lagert diesen Posten an die Öko-Service GmbH, eine Tochter der Ökumenischen Initiative, aus. Frei geschnitten wird im Frühjahr zum Beispiel für das Volksradfahren.

Rolf Ebbinghaus (AL) forderte die Stadtverwaltung auf, dem Ausschuss die genaue Absprache zwischen Stadt, WFG und Öko-Service GmbH offenzulegen. "Ich interessiere mich dafür, wie die Zusammenarbeit genau geregelt ist und wie die Pflege der Wanderwege durch die Stadt überprüft wird, denn sie ist letztendlich immer noch in der Verantwortung", sagte Ebbinghaus. Die Schnittstelle zwischen Stadt und WFG soll also näher beleuchtet werden. Nipken erklärte, dass die Arbeiten von der Stadt kontrolliert und abgenommen würden.

Klaus Haselhoff (Rua) und Bernd Bornewasser (Bündnis 90/Die Grünen) äußerten sich im Ausschuss positiv über die Wanderwege in Radevormwald. "Der Zustand ist in den meisten Bereichen wirklich gut und behindert das Wandern nicht", sagte Bornewasser.

"Momentan ist sogar im Wiebachtal alles begehbar, es ist unbedenklich. Außerdem darf man nicht vergessen, dass der einzelne Waldeigentümer auch in der Verantwortung steht", sagte Haselhoff, der auch Vorstandsmitglied des Vereins IG Wiebachtal ist.

(trei)