Radevormwald Stadt muss Schutz vor Überflutungen erneuern

Radevormwald · In einem ersten Schritt wird das Regenüberlaufbecken in Wilhelmstal saniert. Die Kosten werden von der Stadtverwaltung mit etwa 260.000 Euro angegeben. Weitere Projekte werden demnächst folgen.

 Im Hochwasserrückhaltebecken Mühlenstraße wird Wasser aus der Innenstadt aufgefangen, um ein Überfluten der Uelfe zu verhindern.

Im Hochwasserrückhaltebecken Mühlenstraße wird Wasser aus der Innenstadt aufgefangen, um ein Überfluten der Uelfe zu verhindern.

Foto: Wolfgang Scholl

Eine Viertel Million Euro hat der Stadtrat für die Erneuerung des Regenüberlaufbeckens in Wilhelmstal aus dem Haushalt zur Verfügung gestellt. Die 1991 oberhalb der Wupper erbaute Anlage muss ertüchtigt werden, weil es die maschinen- und elektrotechnische Ausstattung nicht mehr den Regeln der Technik entspricht.

"Für einige Aggregate gibt es keine Ersatzteile mehr", hatte Ulrich Dippel, der Leiter des Technischen Bauamtes, in der Sitzung des Bauausschusses erläutert. Erneuert werden müssen neben der Elektrik mit Schaltschränken und Messtechnik auch Pumpe, Schieber und Leitungen. Auch das aus Holz gebaute Betriebshaus wird erneuert.

 Am Regenüberlaufbecken in Wilhelmstal (neben dem Wanderweg) muss auch das Haus neugebaut werden.

Am Regenüberlaufbecken in Wilhelmstal (neben dem Wanderweg) muss auch das Haus neugebaut werden.

Foto: Scholl

Das Regenüberlaufbecken gehört zu den technischen Sonderbauwerken der Stadt. Es wird wegen der Fabrik- und Wohnbebauung benötigt. Gebraucht wird es dann, wenn in Wilhelmstal die Bebauung eines Tages verändert werden sollte - wieder mehr Industrie oder mehr Wohnbebauung.

Verbunden sind die Sonderbauwerke der Stadt mit dem Umfang des Kanalnetzes, erklärt Ulrich Dippel. In der Stadt ist vor 40 Jahren mit einer Einwohnerzahl von etwa 30.000 geplant worden. Entsprechend dimensioniert und ausgebaut sind das Kanalnetz und die benötigten Sonderbauwerke.

 Die alte Anlage an der Wupper in Wilhelmstal muss von der Stadt überholt werden.

Die alte Anlage an der Wupper in Wilhelmstal muss von der Stadt überholt werden.

Foto: Scholl

In den Vorjahren hat die Stadt Anlagen in Filde und Mermbach saniert. Für 2019 sind die städtischen Pumpstationen in den Ortschaften Heide, Kräwinkel und Heidersteg in der Sanierungsplanung. "Diese Pumpstationen werden regelmäßig gewartet, die Pumpen müssen nach einer bestimmten Laufzeit ausgetauscht und auch die Mess- und Regeltechnik muss neuen technischen Anforderungen gerecht werden", sagt Dippel.

Zu den Objekten, deren Betreuung und Wartung in den Aufgabenbereich des Tiefbauamtes fallen, gehören 19 Pumpstationen, neun Regenüberlaufbecken und je drei Regenklärbecken (nachgeschaltete Bodenfilterbecken, die verschmutztes Regenwasser säubern) und Regenrückhaltebecken, die dafür Sorge tragen, dass es in den Rader Bächen nicht zu Sturzfluten kommt. Die Becken dienen der Trennung von Schmutz- und Regenwasser zur späteren Überführung in die Kläranlagen, um den Reinigungsbedarf und damit die Kosten zu senken.

Während in vielen süddeutschen Städten nach den Starkregen jetzt der Bau solcher Anlagen geplant wird, verfügt Rade seit Jahrzehnten über ein System von Schutzbecken. In Rade gibt es im Mermbach und Hermannshagen zwei solcher Becken für die Uelfe, die vom Wupperverband, der für die Gewässerunterhaltung zuständig ist, betrieben werden. Früher gab es regelmäßig Überflutungen im Uelfe-Abschnitt an der Leimholer Mühle.

Neue Hochwasserrückhaltebecken werden in der Stadt Radevormwald nicht benötigt. "Ich sehe dafür derzeit keinen Bedarf. Es gibt keinen Bach, der regelmäßig über die Ufer tritt", sagt Ulrich Dippel. Die Notwendigkeit von Regenwasserrückhaltung sieht Dippel eventuell bei der Bebauung im zukünftigen Neubaugebiet Karthausen, damit aus dem Wohngebiet nicht zu viel Regenwasser abläuft. Es gibt dort einen Bach, der von Karthausen in die Wupper-Talsperre mündet und einen, der in Oberm Kümpel entspringt und hinter Heidersteg in die Talsperre fließt.

(RP)