Radevormwald: Stadt lässt 1000 Bäume vermessen

Radevormwald: Stadt lässt 1000 Bäume vermessen

Mit der Genehmigung des städtischen Haushalts durch die Kommunalaufsicht soll ein Ausschreibungsverfahren zur Erarbeitung eines Baumkatasters starten. Ziel ist, eine bessere Übersicht über den Bestand von der Bäume zu bekommen..

Die Blutbuche oder die Eiche auf dem Marktplatz sind wohl die bekanntesten Bäume in der Stadt. Dazu gesellen sich im Umfeld der Stadt aber weitere etwa 1000 Bäume, für die die Stadtverwaltung verantwortlich ist. Sie sollen jetzt mit einem Aufwand von etwa 30.000 Euro digital vermessen, begutachtet und registriert werden. Das ist die Aufgabe der Verwaltung, für die der Umweltbeauftragte Matthäus Kozinski als Mitarbeiter der Bauverwaltung verantwortlich ist.

Aktuell gibt es die Informationen zu den Bäumen "zu Fuß" in zahlreichen Akten. In Zukunft kann Kozinski auf Zuruf oder mit Hinweis auf GPS-Daten dann jeweils konkret Auskunft zu einzelnen Bäumen geben. "Dazu gehört auch die Einschätzung des Zeitraumes, für den der jeweilige Baum noch verkehrssicher ist", sagt Matthäus Kozinski.

Bevor aber dieses Kataster steht, werden die Auftragnehmer jeden einzelnen Baum unter die Lupe nehmen, ihn kartieren, auf Schäden untersuchen und ihre genaue Einschätzung dokumentieren. Dieser Dokumentationspflicht muss die Stadt aufgrund einer gesetzlichen Vorgabe nachkommen. Festgehalten werden auch die Intervalle der Begutachtung. Bäume am Straßenrand müssen zum Beispiel häufiger untersucht werden als Exemplare in der zweiten oder dritten Reihe. Dabei werden die Ersteller des Katasters systematisch alle Baumreihen und Einzelbäume in der Stadt anfahren. Am Ende des Verfahrens hat die Verwaltung eine komplette Übersicht über einen Baum, im Idealfall von der Anpflanzung bis zur sicheren Prognose über die vorläufige Lebensdauer. Auch Krankheiten werden von den Baumexperten erfasst, untersucht und festgehalten. "Wir haben am Ende der Untersuchung eine permanente Bauminventur", sagt der Umweltbeauftragte. Wie der einzelne Baum gekennzeichnet wird, das soll später mit Erteilung des Auftrags entschieden werden. Früher waren kleine Schilder der Standard, heute reicht theoretisch schon die genaue GPS-Bezeichnung des Baumstandortes aus.

"Wichtig ist das Kataster auch für die Mitarbeiter des Betriebshofes", sagt Burkhard Klein, der Leiter der Bauverwaltung. Sie können in Zukunft mit dem Tablet durch die Stadt fahren und die jeweiligen Baumkontrollen übernehmen. "Das wird unsere Arbeit sehr erleichtern", sagt Klein. Baumkontrollen werden von den Versicherungen erwartet, weil die Stadt für sehr viele Bäume die Verkehrssicherungspflicht hat. Nicht von der Aktion erfasst sind die Bäume in den größeren städtischen Wäldern. Für diese Erfassung ist Revierförster Bernhard Priggel zuständig. Im vergangenen Jahr hatte es eine solche Erarbeitung eines Katasters bereits für die städtischen Straßen gegeben. Da ist die Verwaltung derzeit dabei, die Daten entsprechend einzupflegen, damit sie die regelmäßigen Kontrollarbeiten vereinfachen können und auch dort die Verwaltung ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen kann. Kozinski und Klein hoffen, dass sie nach der umfangreichen Bestandsaufnahme und Überspielung der Daten in die stadteigene EDV im kommenden Frühjahr komplett mit dem neuen System arbeiten können. "Dann reicht ein Klick, um über den Zustand eines Baumes Auskunft geben zu können", sagt Kozinski.

(RP)