Radevormwald: Stadt beantragt eine Kita-Waldgruppe

Radevormwald : Stadt beantragt eine Kita-Waldgruppe

Der Jugendhilfeausschuss wird beim Landschaftsverband wegen steigender Kinderzahlen für die Kita "Sprungbrett" eine weitere Gruppe für 20 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren beantragen. Die Mittel muss der Rat beschließen.

Die Stadt erhält eine weitere Kita-Gruppe, angesiedelt an der städtischen Einrichtung "Sprungbrett" in Bergerhof. Das hat der Jugendhilfeausschuss einstimmig (Enthaltung AL) beschlossen. Die Zahl der Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren ist durch vermehrte Zuzüge auch im Bereich Bergerhof und Herbeck von 520 auf 552 gestiegen. "Deshalb müssen wir reagieren. Diese Steigerung war vorher nicht abzusehen", sagte Sozialdezernentin Ute Butz, die die Präsentation mit der für Kindergartenfragen im Fachbereich Jugend und Bildung zuständigen Mitarbeiterin Brigitte Gajdzinski vorbereitet hatte. Als Alternative sah sie nur die Einrichtung eines neuen zweigruppigen Kindergartens zu einem späteren Zeitpunkt (eingruppig ist zu teuer).

Eingerichtet werden muss mindestens eine Gruppe. Da auch in den Wupperorten derzeit vermehrt Familien mit Kindern zuziehen, wird überlegt, an der städtischen Kita Auf der Brede zusätzlich noch eine halbe Gruppe einzurichten. "Derzeit sind alle Plätze in den Rader Häusern belegt, auch die Möglichkeit einer Überbelegung von bis zu zehn Prozent ist ausgereizt", sagte Alina Gravelaar, die Leiterin des "Sprungbrett", und ergänzte, dass auch alle Raumkapazitäten in den Kindergärten ausgereizt seien. Sie berichtete dies von Gesprächen mit ihren Kolleginnen. Dazu ergänzte Ute Butz, dass man wegen zurückgehender Kinderzahlen 2010 drei Gruppen ("Sprungbrett", Brede, Katholischer Kindergarten Blumenstraße) aufgeben musste und dafür die Räume für die U3-Betreuung umgewandelt habe. "Auf räumliche Erweiterungen auf der Brede und im ,Sprungbrett' haben wir damals verzichtet", sagte Butz, weil die Stadt aus finanziellen Gründen keine Vorratshaltung für Kita-Plätze betreiben wollte und konnte.

Beantragt wird jetzt beim zuständigen Landschaftsverband eine Waldgruppe für 20 Kinder, die in einem speziell für die Aufgaben zusammengesetzten Bauwagen eingerichtet wird. Alina Gravelaar und Mitarbeiterin Gabriela Brocksieper, die eine Spezialausbildung für eine solche Einrichtung hat, hatten vor der Entscheidung die Arbeit einer Waldgruppe vorgestellt. Die Gruppe wird für 35 Stunden in der Woche eingerichtet (sieben bis 14 Uhr) mit 2,5 Mitarbeiterstellen. Pädagogisch ist die Gruppe auf das Spielen in der Natur eingerichtet. "Die Kinder gehen bei Wind und Wetter in den Wald und leben mit dem Jahreskreislauf", sagte Gravelaar. Die Bewegung, aber auch die Kreativität und das Sozialverhalten würden sehr gut geschult. Geeignet seien solche Gruppen auch für Kinder mit Wahrnehmungsstörungen und Hyperaktivität. "Eine solche Gruppe passt sehr gut in unsere Landschaft", sagte Gravelaar.

An die Verwaltung und den Stadtrat (Sitzung im April) gab der Ausschuss den Auftrag (zwei Enthaltungen SPD, eine AL), die finanziellen Voraussetzungen für die neue Gruppe zu schaffen. Für 2015 ergibt das Kosten in Höhe von 124 000 Euro (72 000 Investition, 52 000 Personal). Gedeckt sind nur 21 600 Euro aus Landesmitteln. "Der Kämmerer erhält den Auftrag, diese Mittel aus dem Haushalt 2015 bereitzustellen", sagte der Ausschussvorsitzende Dr. Jörg Weber (CDU).

(RP)