Radevormwald: Sportplatzbau nur mit einer Baustraße

Radevormwald : Sportplatzbau nur mit einer Baustraße

In der Sitzung des Bauausschusses votierten gestern alle gegen eine Befahrung der Hermannstraße mit großen Lkw.

Der Verkehr zum Bau des Sportplatzes wird über eine Baustraße von der Mühlenstraße ausgeführt. Das hat der Bauausschuss gestern Abend nach längerer Diskussion einstimmig beschlossen. Ob gestern auch noch eine Vergabe der Erdarbeiten getätigt worden ist, stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest.

Alle Fraktionen folgten der Argumentation, dass der Schutz der Schüler Vorrang haben muss vor finanziellen Fragen. Zuvor hatte Ulrich Dippel vom Fachbereich Tiefbau erläutert, dass eine Baustraße die Arbeiten verteuert. Insgesamt ließen sich etwa 121 000 Euro sparen, sagte er. Man könne davon etwa 40 000 Euro als Puffer für die nächsten Gewerke zurücklegen. Außerdem erklärte Dippel, dass die Arbeiten sich bis zum 30. September 2014 hinziehen werden. "Mit dem Bau des Sportplatzes werden wir deshalb auch erst 2015 und nicht schon im Sommer 2014 fertig", sagte Dippel.

Jochen Knorz vom Fachbereich Soziales und Ordnung ergänzte die Ausführungen aus der Sicht der Verwaltung mit Blick auf die Sicherheitsaspekte auf der Hermann- und Friedrichstraße. Verkehrstechnisch sei es möglich, den Baustellenverkehr über die Straßen zu führen.

Dem widersprachen die Politiker heftig. Armin Barg (UWG), Michael Dummer (SPD) und Christian Viebach (CDU) argumentierten mit der Sicherheit der Kinder ("Gefährliche Notlösung", so Barg), aber auch mit fehlenden Parkmöglichkeiten in dem gesamten Bereich über einen langen Zeitraum. Alle drei forderten zudem die Verwaltung auf, umgehend Vorschläge zu unterbreiten, an welchen Stellen im Haushalt gespart werden kann.

Barg nannte 35 000 Euro, die beim Bau in Feldmannshaus und Grafweg eingespart worden seien. Christian Viebach erklärte, dass es durch die Verteuerung zu keiner Ausweitung des städtischen Haushalts kommen werde. Dies forderte auch Michael Dummer, der kritisierte, dass das Gutachten bisher nicht bekannt gewesen sei. Viebach bemängelte zudem, dass sich das Verkehrsgutachten auf Verkehrszahlen von 2007 berufe. Seit dieser Zeit sei viel passiert, unter anderem gebe es durch den Ganztagsbetrieb viel mehr Verkehrsbewegungen auch zu anderen Zeiten. Auch gebe es mit der Verkehrsführung über die Hermannstraße eine Standortgefahr für die Curt-von-Knobelsdorff-Fachklinik. Armin Barg nannte zudem den umfangreichen Verkehr zu den beiden Sporthallen.

Angesprochen wurde auch die Zufahrt zum Schulzentrum von der Mühlenstraße. Diese würde die Arbeiten um etwa 400 000 Euro verteuern. Der Bau dieser Straße war deshalb schon vor einiger Zeit abgelehnt worden.

(RP)
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