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Radevormwald: Spielzeug-Wader ist Geschichte

Radevormwald : Spielzeug-Wader ist Geschichte

Die Wader Quality Toys KG ist Vergangenheit. Das berichtet Insolvenzverwalter Stephan Ries. Nach der Insolvenz vom 9. Februar verlieren auch die letzten zwölf Mitarbeiter ihre Stelle. Gira übernimmt die Fläche Alte Landstraße.

Ein Stück Wirtschaftsgeschichte ist beendet. Gestern gab Insolvenzverwalter Stephan Ries von der Kanzlei Schultze & Braun nach einer Information an die verbliebenen zwölf Mitarbeiter das endgültige Aus für die Wader Quality Toys KG (WQT) bekannt.

Es habe bis zuletzt tragfähige Konzepte einer Fortführung von WQT als Handelsgesellschaft in neuen Räumen gegeben, berichtete Ries. "Wir haben darum gekämpft, dieses traditionelle Familienunternehmen wenigstens in Teilen für die Region zu erhalten. Es sah bis vor wenigen Tagen ganz danach aus, dass uns das gelingen wird", berichtet Ries weiter.

Verkauf in Einzelteilen

Letztlich habe das finanzielle Interesse der Gesamtheit der Gläubiger an einer möglichst hohen Verteilungsquote gezählt. Ries berichtet von sehr guten Angeboten verschiedener — vor allem ausländischer — Interessenten für einzelne Vermögenswerte. Diese hätten in der Summe deutlich höher gelegen als das höchste Gebot für eine Auffanglösung.

Die Investorengruppe um Manfred Wader, der sich mit anderen Branchenfachleuten sehr um eine — wenn auch kleine — Fortführungs- und Sanierungslösung bemühte, konnte finanziell nicht mithalten, so Ries. Um eine neue Infrastruktur zu schaffen, waren für diese Investoren die Schwierigkeiten einfach zu groß und die Schritte zu einem unbelasteten Neustart zu teuer.

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Die Folge sei nun, dass "leider alles zerschlagen werde". Die verbliebenen Gegenstände werden an unterschiedliche Bieter verkauft. Die gesamten Maschinen und Anlagen werden öffentlich versteigert. Die Marke "Wader Quality Toys" habe aber auch künftig Bestand.

Viele der mehr als 200 Kunststoff-Produkte wie Baustellenfahrzeuge, Dreiräder und Strandspielzeuge werden ab 2013 wieder in Fachgeschäften und bei Sonderaktionen in Supermärkten zu kaufen sein. "Dann kommen sie aus Weißrussland von der Firma ,Polesie'", berichtet der Insolvenzverwalter.

Verlust von 61 Arbeitsplätzen

Ries bedauert, dass er trotz intensiver Bemühungen keinem der 61 Beschäftigten, die am 9. Februar noch tätig waren, eine berufliche Perspektive eröffnen konnte. "Das tut immer weh", schreibt er und ergänzt, dass der Vermieter der beiden Betriebsstätten mit Bekanntwerden des Insolvenzantrages zum 9. Februar gekündigt hätte. Weitere 50 Arbeitsplätze gingen im Herbst 2011 in der Niederlassung Elterlein im Erzgebirge verloren.

Die Zukunft einer der beiden Immobilien ist geklärt. Rades größter Arbeitgeber und Nachbar Gira hat die Fläche Alte Landstraße von der Wader Immobilien GmbH & Co. KG gemietet für die Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Mario Wader von der Wader Immobilien GmbH & Co. KG berichtet auf BM-Anfrage, dass er für das 2004 entstandene Lager an der Max-Planck-Straße einen Mieter suche.

(RP/ac)