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SPD in Radevormwald möchte Gewaltopfern mehr Hilfe zukommen lassen

Verbrechen in Radevormwald : SPD möchte Gewaltopfern Hilfe vermitteln

Die Sozialdemokraten sehen das schreckliche Verbrechen in Bergerhof „als Mahnung, sich noch mehr um die Bürger in Radevormwald zu kümmern“. Deshalb gibt es jetzt einen Antrag an den Fachausschuss.

Das schreckliche Verbrechen in Bergerhof mit fünf Toten hat auch die Politik in der Bergstadt erschüttert. Die Fahne der Stadt vor dem Rathaus, mit Trauerflor versehen und auf Halbmast – das war auch für die SPD ein Erinnerungssymbol für eine in einer schrecklichen Gewalttat endenden Familientragödie. „Wir verstehen dies als Mahnung, uns noch mehr als bisher um die Bürger zu kümmern, die als Opfer zurückbleiben“, heißt es in einem Antrag der Sozialdemokraten für den Ausschuss für Soziales, Gesundheit, Sport, Integration und Demografie am 5. März, den Hans Golombek, Sprecher der SPD-Fraktion im Ausschuss, unterzeichnet hat.

Gewaltopfer und Menschen, die Gewalttaten beobachten, seien oft in der Stress-Situation überfordert und ratlos, was sie tun sollen und an wen sie sich wenden können. In dieser Situation sollte die Verwaltung als erste Anlaufstelle mit kompetenten Ansprechpartnern zur Verfügung stehen. „Es geht nicht darum, das Problem sofort zu lösen, sondern um Informationen und wichtige und richtige Kontakte: zu Arztpraxen, zu psychologischen Diensten, zum „Weißen Ring“, zum Jugendamt oder anderen zuständigen städtischen Dienststellen, zur Polizei oder weiteren Hilfeeinrichtungen, mit denen die Stadt zusammenarbeitet“, schreibt Golombek. Die Bürger sollten die Gewissheit haben, dass sie im Fall einer Gewalttat von ihrer Stadt nicht alleine gelassen werden. Verbunden mit dem Antrag an den Fachausschuss, hat die SPD einen Fragenkatalog eingereicht.
▷ Welche Organisationseinheit innerhalb der Stadtverwaltung ist Ansprechpartner für Opfer von Überfällen, tätlichen Angriffen oder anderen Gewalttaten?

▷ Wie viele Gewaltandrohungen und Gewaltausbrüche hat es in den vergangenen drei Jahren an Radevormwalder Schulen gegeben? Welche Maßnahmen wurden bei den Vorfällen eingeleitet?
▷ Wie viele Opfer sexueller Belästigungen sind der Stadtverwaltung bekannt geworden?

▷ Wie viele Fälle häuslicher Gewalt sind der Verwaltung bekannt geworden? Wie wurde im Einzelfall geholfen – und ist eine Fallzahlveränderung seit Beginn der Corona-Pandemie festzustellen?

▷ Mit wie vielen Frauenhäusern in der Region arbeitet die Verwaltung zusammen? Wie ist deren Auslastung, und können alle Radevormwalder Hilfesuchenden deren Unterstützung in Anspruch nehmen? Ist nach Einschätzung der Verwaltung die Zahl der Plätze in Frauenhäusern für Bürgerinnen ausreichend?

▷ Rettungskräfte werden bei ihren Einsätzen beschimpft, behindert oder angegriffen. Ist dieses Phänomen auch in Radevormwald zu registrieren, und welche Maßnahmen wurden ergriffen?

▷ Gerade in letzter Zeit sind mehrfach ältere Menschen Opfer von Betrügern geworden. Wie viele Fälle sind der Verwaltung bekannt und in welcher Weise konnte Unterstützungen angeboten werden?

▷ Wie viele Fälle von Kindesmisshandlungen und Kindesvernachlässigungen sind der Verwaltung bekannt geworden?
▷ In den vergangenen Jahren sind vermehrt Gewaltandrohungen und weitere Straftatbestände gegenüber Internetnutzern und Teilnehmern in sozialen Netzwerken bekannt geworden. Hat die Verwaltung Erkenntnisse über den Umfang solcher Angriffe, und wer ist Ansprechpartner für Hilfesuchende?