Radevormwald: Sorge um die Zukunft der Jugendarbeit

Radevormwald: Sorge um die Zukunft der Jugendarbeit

Der Kinder- und Jugendring lädt für 20. Januar zum Tag der Bestandsaufnahme und Ideenfindung ein.

Wie steht es um die Jugendarbeit? Was kann verbessert werden? Was läuft gut, was schlecht? Klappt die Vernetzung der Anbieter untereinander? Was kann und muss die Stadt leisten? Das sind Fragen, die am Samstag, 20. Januar, gestellt und auch beantwortet werden sollen.

"Forentag" ist das Treffen am 20. Januar überschrieben, zu dem der Kinder- und Jugendring (KJR) einlädt. Der Verein sieht sich als Dachverband der mit Jugendarbeit Beschäftigten. Er kooperiert zum Beispiel beim Jugend-Sozialfonds für den Ferienspaß im Sommer mit dem Jugendamt und erhält dabei auch Fördermittel der Stadt.

Das Team um Dirk Breuer, Jochen Kersting und Reiner Klausing möchte die Jugendarbeit in der Stadt unter die Lupe nehmen. Angesprochen werden die ehrenamtlichen Kräfte von Vereinen und Kirchengruppen, die Jugendgruppen betreuen oder dabei helfen, professionelle Jugendbetreuer zu unterstützen. Vertreter der Politik, die im Jugendhilfeausschuss tätig sind oder sich mit Jugendfragen beschäftigen und Mitarbeiter der Stadt sind ebenso eingeladen. Reaktionen gibt es. So haben Mitglieder der Schwimmabteilung des TSV Radevormwald um Christiane Frankenbach ihr Kommen zugesagt, berichtet Reiner Klausing.

Bei dem Treffen soll ermittelt werden, was es in Rade an Jugendveranstaltungen und -angeboten gibt, aber auch, welche Probleme es gibt oder welche Probleme gesehen werden. "Ich sehe in einer besseren Vernetzung der Akteure eine gute Möglichkeit, die Jugendarbeit voranzubringen", sagt Reiner Klausing, der Vorsitzender des KJR ist, über viele Jahre Jugendleiter der Fußballer des SC 08 und auch an der Geschwister-Scholl-Schule als Lehrer tätig war.

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Als Beispiel nennt Klausing die frühere Tätigkeit von Stadtjugendpfleger Jochen Kersting. Bei ihm liefen zahlreiche Fäden zusammen, er hatte beruflich und hat heute ehrenamtlich eine große Kenntnis der Jugendangebote. Er arbeitet eng mit Jugendamtsleiter Volker Grossmann zusammen. Diese Schnittstelle in der Verwaltung ist weggefallen, da Jugendamtsmitarbeiterin Britta Hallek inzwischen andere Aufgaben wahrnimmt. Auch Jochen Kersting könnte in einiger Zeit kürzer treten. "Es ist dann keiner mehr da, der die Jugendarbeit der gesamten Stadt im Blick hat", sagt Reiner Klausing.

So könnte auch über die dringende Frage gesprochen werden, wer eine solche Aufgabe übernehmen könnte. Es könnten nicht alle Stellschrauben über das Ehrenamt gedreht werden. Gleichzeitig soll am 20. Januar ein Anforderungskatalog für Politik und Verwaltung mit Blick auf die Jugendarbeit gestellt werden. "Wir dürfen trotz älter werdender Bevölkerung unsere Jugend nicht aus den Augen verlieren", sagt Klausing. Dazu gehört für den KJR-Vorsitzenden auch zu überlegen, wie der Ganztagsunterricht an Schulen mit Jugendfreizeitangeboten verknüpft werden kann. Das gelte vor allem in einer Zeit, in der immer häufiger Sportangebote ohne Verbindlichkeiten gewählt würden. "Dann fehlen uns eines Tages die jungen Leute, die sich als Bindeglied für unsere Gesellschaft engagieren", warnt Klausing.

Anmeldungen für den 20. Januar nimmt Dirk Breuer unter Tel. 0160 94795183 entgegen, per E-Mail unter info@jugendring-rade.de

(RP)