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Soll Radevormwald den Klimanotstand ausrufen?

Hauptausschuss in Radevormwald : Klimanotstand ausrufen? Politik ist skeptisch

Umweltschützer Manfred Blumberg aus Wipperfürth plädierte im Hauptausschuss für die Unterstützung der Resolution. Doch viele in der Runde halten das für reine Symbolpolitik.

Einen dringenden Appell an die Politik in Radevormwald hat Manfred Blumberg, Vorsitzender des Vereins NOVE, im Hauptausschuss an die Politik gerichtet. NOVE steht für „Nutzung ökologisch verträglicher Energiesysteme“. Gemeinsam mit den Umweltschutzvereinen BUND, Nabu und Manfred Fischer, dem Umweltbeauftragten des Evangelischen Kirchenkreises „An der Agger“, hat Blumberg eine Resolution entworfen, die die Ausrufung des Klimanotstandes im Oberbergischen Kreis fordert.

Bei der Sitzung am Dienstagabend im Haus Burgstraße schilderte Blumberg eindringlich die Folgen, die der vergangene Dürre-Sommer auch in der Region nach sich gezogen habe. Die Umweltschützer sehen in dem ungewöhnlich heißen Sommer ein deutliches Zeichen für den Klimawandel. Nicht zuletzt die Wälder im Bergischen hätten gelitten.

„Der Borkenkäferbefall infolge der Dürre ist so gewaltig, dass mir ein Forstexperte gesagt hat, die Fichte als wichtiger Waldbaum sei in der Region erledigt.“ Das sei eine Zäsur, denn mehr als 30 Prozent der Waldbäume im Bergischen entfielen auf Fichten. Die Trockenheit sei im vergangenen Sommer nahezu zwei Meter tief in den Boden eingezogen, auch der regenreiche Winter habe nicht den nötigen Ausgleich schaffen können.

Doch was könnten die Kommunen konkret tun? Blumberg wies auf die Möglichkeiten hin, andere Energieträger als Öl und Gas zu verwenden – erneuerbare Energien vor allem. In Nümbrecht beispielsweise sei man dort schon weit gekommen.

Unterstützung erhielt Manfred Blumberg von Grünen-Fraktionssprecherin Elisabeth Pech-Büttner: „Wir sollten zum Beispiel die städtischen Gebäude energetisch unter die Lupe nehmen.“ Zwar räumten die Ausschussmitglieder ein, dass der Klimawandel ein wichtiges Thema sei, doch nicht alle waren der Meinung, dass nur der Notstand ausgerufen werden müsse. Man sei in Radevormwald auf dem richtigen Weg, meinte Rolf Ebbinghaus (Alternative Liste), schließlich habe man ein Klimaschutzkonzept beschlossen. Manfred Blumberg hielt dagegen, dass Rade beim Thema Klimaschutz „ganz weit hinten“ läge. Wie übrigens auch der Oberbergische Kreis selber, in dem gerade mal fünf Prozent der genutzten Energie erneuerbar sei. Doch im Vergleich zu Radevormwald sei das etwa gleich große Wipperfürth schon deutlich weiter.

Annette Pizzato meinte, dass die Resolution „nur Symbolpolitik“ sei. Schon jetzt würden viele Bürger, die neu bauen wollten, von den Stadtwerken über umweltfreundliche Wege der Energieerzeugung beraten. Auch Gerd Uellenberg (CDU) erklärte: „Diese Resolution bringt uns nicht weiter.“ Am Ende entschied die Mehrheit, über das Thema noch einmal im Fachausschuss zu sprechen.