Katholische Gemeinde: So war’s früher bei der Kommunion

Katholische Gemeinde : So war’s früher bei der Kommunion

Die katholische Kirchengemeinde St. Marien hatte Gläubige eingeladen, die vor 50 oder mehr Jahren ihre Erstkommunion gefeiert hatten.

(sig) Die Planung der Kommunionsfeier daheim im gemütlichen Wohnzimmer sei gut gewesen, doch letztlich war der Verlauf etwas anders, als gedacht, erinnert sich Christel Kammer. Sie durfte sich damals zu ihrer ersten heiligen Kommunion einen Kuchen von der Hausherrin ihrer Familie wünschen. „Das war schon in der noch schlechten Zeit etwas ganz Besonderes“, erzählte sie. Der Kuchen wurde dann auch von der Dame am Vortag der Kommunion gebacken und im kühlen Kellerraum platziert. Offensichtlich wurde dabei nicht beachtet, dass ein frischer Kuchen auch herrlich duften kann. So waren es die Hühner und Ziegen der Hausherrin, die sich das selbstgebackene Kunstwerk in Ruhe schmecken ließen. „Wir haben natürlich alle sehr über dieses Geschichte und den leeren Teller mit den restlichen Krümeln lachen müssen“, so Christel Kammer. Doch für die kleine Familiengesellschaft an ihrem großen Tag sei dies natürlich nicht so schön gewesen. „Schnell etwas neu backen oder improvisieren, dass gab es damals nicht. Allein die guten Zutaten für einen Kuchen waren nicht in jedem Haushalt vorzufinden“, so die Jubilarin.

Diese Geschichte erzählte sie auf der gestrigen Kommunionsfeier im Caritashaus. Zuvor gab es in der katholischen Pfarrkirche St. Marien Radevormwald einen Festgottesdienst mit Pfarrer Klein. Nur vier Jubilare waren zu der Jubelfeier erschienen. „Warum nur so wenige gekommen sich, weiß ich nicht. Es gab keine konkreten Absagen“, so Pfarrer Klein dazu. Er ließ sich keine Enttäuschung anmerken, sondern plauderte freundlich mit allen Ehrengästen, die zu Teil mit ihren Lebenspartnern oder ganzen Familie gekommen waren.

Christel Kammer ging vor genau 70 Jahren zur Kommunion. Damals war sie Schülerin der Schule Önkfeld und wurde in der Innenstadt zusammen mit nur einer weiteren Schülerin für die Kommunion unterrichtet. „Am großen Tag mussten wir zu Fuß von Önkfeld zur Kirche, später wieder zurück und am Nachmittag noch einmal das Gleiche zur Dankesandacht“, so Kammer. Autos seien ehe die Ausnahme gewesen. „An mehr kann ich mich nicht mehr erinnern. Nur, dass an diesem Tag auch Christ Himmelfahrt war und die Sonne sehr stark schien“, so die Jubilarin.

Ralf Feldhof gehörte, wie auch Ursula Klopp geb. Mickmann und Sabine Grothe, geb. Grodtke, zu den Goldjubilaren. Alle Drei erinnerten sich an das strenge Reglement von Pastor Wemmer beim Kommunionunterricht 1969. „Selbst Hausarbeit wurden uns aufgegeben“, so Ralf Feldhoff. Sabine Grothe: „Wenn wir in der Kirche untereinander flüsterten, konnte der Pastor sehr ungemütlich werden“.

Gemütlich dagegen war die Jubelfeier im Caritashaus. Bei Kaffee, Kuchen und Schnittchen wurden alte Fotos herumgereicht und Anekdötchen erzählt.