So steht es laut Experten um den Einzelhandel in Radevormwald

Studie zeigt die Verlierer : So steht es um den Einzelhandel in Rade

Ein Planungsbüro aus Dortmund hat die Situation unter die Lupe genommen und nun erste Ergebnisse präsentiert. Welche Schwächen und Stärken der Rader Einzelhandel demnach hat.

Die Stadt Radevormwald bekommt ein aktualisiertes Einzelhandelskonzept – das hatte der Rat im vergangenen September beschlossen. Nun stellten Vertreter des Planungsbüros Junker und Kruse im Stadtentwicklungsausschuss ihre ersten Arbeitsergebnisse vor.

Stefan Kruse warf bei seiner Präsentation Statistiken und Zahlen an die Wand und erläuterte, wo die Stärken und die Schwächen des Einzelhandels in Rade liegen. Zunächst einmal die gute Nachricht: Was das Kaufkraftniveau angeht, schert die Stadt nicht nach unten aus, sondern liegt im Bundesdurchschnitt. Rund 145 Millionen Euro beträgt das Kaufpotenzial der Rader, erläuterte der Experte. „Es gibt gute Reichweiten über das Stadtgebiet hinaus“, fuhr er fort. 15 Prozent der Kunden kommen von außerhalb. Weniger gut sei, dass auch die Radevormwalder gern anderswo ihr Geld ausgeben: „Es geht Kaufkraft verloren.“

Der größte Teil des Geldes geht in die Warengruppe der Nahrungs- und Genussmittel. Hier ist die Verkaufsfläche in Rade seit 2011 geschrumpft. Dass der Einzelhandel, insbesondere kleinere Geschäfte, weniger werden, sei ein Phänomen, dass nicht nur in Radevormwald zu beobachten sei, sondern in vielen Kommunen, erläutert Stefan Kruse. Der Anteil an Leerständen in der Innenstadt seit mit 25 Prozent der Betriebe hoch. Das Planungsbüro aus Dortmund hat eine Übersichtskarte erstellt, die zeigt, dass die Nahversorger in der Stadt so verteilt sind, dass größere Bereiche nicht in fußläufiger Entfernung liegen. Was die Wupperorte angehe, so seien die Betriebe dort – vor allem in Vogelsmühle – aufgrund der Lage und der Topografie im Tal der Wupper „autokundenorientiert“.

In der Präsentation findet sich das Fazit: „Radevormwald wird der mittelzentralen Versorgungsfunktion aus quantitativer Sicht nicht gerecht.“ Doch die Experten aus Dortmund haben auch bereits ein paar Vorschläge, was besser gemacht werden kann. So könnte eine Sortimentsliste festgelegt werden, wie es in vielen Kommunen schon üblich ist. Ebenso wäre eine Abgrenzung zentraler Versorgungsbereiche denkbar. Ansiedlungsregeln könnten als steuerndes Element dienen, um den Einzelhandel zu stabilisieren. Für diese Analyse hatten die Mitarbeiter von Junker und Kruse im April in ausgewählten Einzelhandelsbetrieben die Kunden gefragt, aus welchen Kommunen sie kämen – natürlich anonymisiert. Die Überarbeitung des Einzelhandelskonzeptes geht auf einen Antrag der UWG-Fraktion zurück, der in der Stadtratssitzung am 9. Oktober mit großer Mehrheit beschlossen worden ist. Das aktuelle Einzelhandelskonzept stammt aus dem Jahr 2011 und sollte für eine Belebung der Innenstadt sorgen.

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