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Seltenes Tandem wieder in Radevormwald

Seltenes Bismarck-Rad nun im Zweiradmuseum Radevormwald : Rares Tandem kehrt nach Rade zurück

Die Interessengemeinschaft Bismarck-Zweiräder zeigt in ihrem Museum in der Schlossmacher-Galerie ab sofort fünf neue historische Fahrräder.

Den Experten vom Bismarck-Zweirad-Museum sind deutschlandweit nur noch drei existierende Bismarck-Tandems bekannt – eines davon steht nun in der Schlossmacher-Galerie in Radevormwald. Die Rarität aus dem Jahr 1937 ergatterten die ehrenamtlichen Zweirad-Historiker im Internet bei einem Verkäufer in der Nähe von Speyer. „Das Besondere an diesem Tandem ist der tatsächliche Originalzustand, alle ursprünglichen Teile sind noch vorhanden“, beschreibt Lothar Kasper, Vorsitzender der Interessengemeinschaft (IG) Bismarck, der gemeinsam mit seinem Bruder Dieter das Tandem an seinen Herstellungsort zurückholte: „Das Tandem scheint nie genutzt worden zu sein – das Rad ist in einem Top-Zustand.“ 900 Euro berappte die IG für das zweisitzige Zweirad, das Geld stellte die Bürgerstiftung der Sparkasse zur Verfügung.

„Beim Kauf war Eile geboten, damit kein anderer Interessent zuschlägt. Der Verein ist sehr aktiv. Die Bürgerstiftung ist dazu da, bürgerschaftliches Engagement zu unterstützen“, beschreibt Alexander Still von der Sparkasse die schnelle Aktion. Und der Marketingleiter des Kreditinstituts, Michael Scholz, ergänzt: „Deshalb haben wir in diesem Ausnahmefall auch 100 Prozent des Vorhabens gefördert.“

Zu dem Tandem zeigt das Bismarck-Museum ab sofort fünf weitere historische Zweiräder, die als Leihgabe neu in der Ausstellung stehen. Darunter ein Opel- (Baujahr: 1888) und ein Kinder-Hochrad (ca. 1900) – von letzterem ist bislang nicht einmal der Hersteller herausgefunden. „Ein ganz irres Stück“, kommentiert IG-Pressesprecher Hartmut Behrensmeier. Das Opel-Hochrad ist eine Leihgabe des Bergisch Gladbachers Gerd Jajschik, der unter anderem für die Kulissen-Ausstattung der TV-Sendung „Bares für Rares“ verantwortlich zeichnet. Vom Burscheider Unternehmen „Campana“ stammt das Kinder-Hochrad als Dauerleihgabe.

Die Geschichte eines Damen- und eines Herrentourenrades (beide Baujahr: 1934) kennen die Akteure genauer: Diese Fahrräder stammen vom Bielefelder Hersteller Wittler und wurden einst von Dr. Horst Kienzle sowie dessen Schwester gefahren. Auch wenn vormals natürlich die sportliche Kraft des Menschen für den Antrieb sorgte, ist die Bismarck-„Rennmaschine“ (Modell 104 aus dem Jahr 1930) im Originalzustand ein weiterer Hingucker, der nicht mit einem Motor voran kam. Dieses Exponat im typischen Blau-Gelb der Bismarck-Rennräder, das viele Blicke auf sich ziehen wird, ist eine Leihgabe des Bergisch Gladbacher Sammlers Mike Gürgens, der inzwischen auch IG-Mitglied geworden ist. „Obwohl wir in der Jagd um Exponate eigentlich Konkurrenten sind“, bemerkt Hartmut Behrensmeier mit einem Augenzwinkern.

Damit nicht genug: Aus der Zeit der 1970er-Jahre stammt ein Fahrrad-Reparaturständer, aus den 1980ern stammen Rennrad-Laufräder. Spezielle Fahrrad-Reparatur-Werkzeuge aus den 1930er-Jahren stiftete ein Remscheider dem Museum. „Für solche Exponate würden wir gerne eine Glasvitrine anschaffen, das ist jedoch eine Kostenfrage“, blickt Hartmut Behrensmeier aus.

Aufgrund der hohen Besucherzahlen wird die Ausstellung „Faszination Rennrad“ nebst der Sonderschau mit den neuen Exponaten bis zum Jahresende verlängert und ist sonntags zwischen 14 und 17 Uhr zu sehen. Von Januar bis März 2019 ist das Bismarck-Museum an jedem ersten und dritten Sonntag von 14 bis 17 Uhr geöffnet, bevor ab April wieder jeden Sonntag die Türen aufgeschlossen werden.