Sekundarschule Radevormwald bekommt einen neuen Namen

Sekundarschule Radevormwald bekommt einen Namen: Malala-Festakt nach den Osterferien

Die Sekundarschule wird „Malala-Yousafzai-Schule“ heißen. Der Kontakt zum Sicherheitsteam der Friedensnobelpreisträgerin ist hergestellt.

Vor genau einem Jahr beschäftigten sich die Schüler der Sekundarschule mit dem Thema, welchen Namen denn ihre neue Schule tragen sollte. Das war nicht einfach. Aber die Jungen und Mädchen zeigten großes Interesse und Begeisterung. Denn mit einem Schulnamen, den sie selbst ausgesucht haben, identifiziert man sich. Das ist wichtig für die Schüler, das ist wichtig aber auch für das Schulkonzept. „Malala Yousafzai“ ist der Name einer heute jungen Frau, für die sich 80 Prozent der Schüler und alle Lehrer aussprachen. Doch jetzt ist ein Jahr vergangen. Was hat sich getan?

Die gute Nachricht für alle, die die Namensgebung nach der jungen Friedensnobelpreisträgerin bereits abgeschrieben haben: Nach den Osterferien soll der Festakt stattfinden. Das bestätigten gestern im Gespräch mit dieser Zeitung Dietmar Stark (SPD) und Bürgermeister Johannes Mans. „Ich bin sehr froh, dass wir endlich eine Rückmeldung vom Management der jungen Frau bekommen haben“, so der Bürgermeister.

Malala Yousafzai ist heute ein Beispiel für Zivilcourage. Die heute 21-Jährige ist die Tochter eines pakistanischen Menschenrechtlers, die in einem Blog unter Psydonym die Zustände in ihrer Heimat, dem Swat-Tal, darstellte; Frauen dürfen kein Fernsehen schauen oder Musik hören, sie durften nicht mehr einkaufen oder und trauten sich fortan nicht mehr auf die Straße. Die Taliban wollten Malala mundtot machen, weil sie diese Zustände öffentlich machten. Sie schossen ihr am 9. Oktober 2012 aufeiner Busfahrt in den Kopf; in einer Klinik in Birmingham wurde sie gerettet. Heute studiert sie in Oxford.

Sekundarschulleiterin Sandra Pahl sagte im Gespräch mit dieser Zeitung, dass das vergangene Halbjahr schon anstrengend gewesen sei. „Nach den Sommerferien stand natürlich der Umzug im Vordergrund, nun ist die Namensfeier aktuell.“ Es sei aber unglaublich schwierig, Kontakt mit der Namensgeberin aufzunehmen, denn sie werde aus Sicherheitsgründen hermetisch abgeschirmt. „Wir wollen schon wissen, ob sie der Namensnennung zustimmt oder sie ablehnt.“ Die Kinder würden zwar noch nicht ungeduldig, aber man müsse schon mal zu einem Ergebnis kommen. „Ich bin guter Dinge, dass es bald geklärt wird.“

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Dietmar Stark letztlich hat durch seine Kontakte aus seiner Zeit im NRW-Ministerium den Durchbruch geschafft. Darauf hatte Mans gesetzt, der Stark gebeten hatte, tätig zu werden. „Wir brauchten keine Zustimmung von Malala Yousafzai für die Namensnennung der Sekundrschule. Sie ist eine Person des öffentlichen Lebens“, machte Stark deutlich. Es habe aber die Absicht bestanden, sie persönlich zu diesem Festakt der Namensgebung einzuladen. Den Kontakt zu dem Management, das sie auch beschützt, habe er dank seines Netzwerkes und über das Auswärtige Amt knüpfen können. „Nach jetzigem Stand aber wird sie nicht kommen“, sagt Stark. Sie studiere in Oxford unter hohen Sicherheitsauflagen. „Ich werde aber am Dienstag noch ein Gespräch mit dem Bürgermeister führen, um das weitere Vorgehen abzusprechen.“

Auch wenn seit Juli 2018 der Eindruck einer großen Zeitverzögerung entstanden sei, stimme dies nicht. „Ich bin seit dem Sommer dran. Aber es ist sehr schwierig, überhaupt an dieses Management oder diese Foundation ranzukommen“, so der Sozialdemokrat.

Als groben Zeitplan stellt sich Stark vor, nach den Osterferien diesen würdevollen Festakt mit der Namensgebung zu veranstalten. Das müsse aber noch mit vielen Stellen besprochen werden. „Wir haben noch einiges vor uns“, sagte Stark.

Auch der Bürgermeister ist zuversichtlich, dass es eine große Feier wird, auch wenn vielleicht die Kinderrechtsaktivistin selbst nicht kommen werde. „Vielleicht bekommen wir ja einige persönliche Grußworte von ihr. Das würde diesem Festakt den würdigen Rahmen geben.“ Aber all dies müsse in den nächsten Wochen ausgelotet werden. „Den Termin nach Ostern finde ich auch gut. Details muss ich aber erst noch mit Dietmar Stark persönlich besprechen.“

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