1. NRW
  2. Städte
  3. Radevormwald

Zukunft der Schullandschaft: Schulzentrum soll eine Mensa erhalten

Zukunft der Schullandschaft : Schulzentrum soll eine Mensa erhalten

Das Gutachten zur Schulentwicklung in Radevormwald ist der Politik vorgestellt worden. Ein zentraler Punkt: Am Schulzentrum soll eine Einrichtung zur Verpflegung der Schüler entstehen. Die Musikschule soll auch dorthin ziehen.

Um nichts Geringeres als die Zukunft der Schullandschaft ging es am Montag im Fachausschuss. Die Agentur Dr. Garbe und Lexis stellte ihr Gutachten zum Schulentwicklungsplan vor. Darin finden sich nicht nur Statistiken, sondern auch konkrete Empfehlungen, was bestimmte Einrichtungen betrifft.

Dr. Detlef Garbe erläuterte gemeinsam mit Heinz Gniostko (Uni Essen/Duisburg) vor den Ausschussmitgliedern und Zuhörern (darunter die Schulleiter der Stadt) die Präsentation und gab Ausblicke auf die zu erwartenden Schülerzahlen bis ins Jahr 2028.

"Der Sekundarbereich zeigt sich sehr stabil", meinte Garbe. Der Beschluss über das Neubaugebiet Karthausen werde die Statistik in mancher Hinsicht aber beeinflussen. Deshalb schlagen die Gutachter eine Erweiterung der Grundschule Bergerhof für einen dritten Zug und das Angebot des Offenen Ganztags vor.

Das Gutachten wurde vor der Sitzung mit den jeweiligen Schulleitungen besprochen. "Ungewöhnlich ist, dass alle Gesprächspartner im Konsens sind", sagt Garbe. Das sei beileibe nicht in allen Kommunen üblich, meint der Fachmann, der zahlreiche Städte und Gemeinden bei Schulfragen berät.

Zu den durchgreifenderen Maßnahmen, die auf der Agenda stehen, zählt die Einrichtung eines katholischen Bildungshauses. Es sollen dort zwei Grundschulzüge und eine katholische Kita mit vier Gruppen untergebracht werden. Ein Bildungshaus der Stadt mit einer zwei- bis dreizügigen Grundschule und einer Kita mit drei Gruppen ist ebenfalls vorgesehen.

Außerdem schlagen Garbe und sein Team vor, dass die Musikschule auf den Schulcampus zieht. "Unter der jetzigen Aula, wo sich zurzeit ein Medienraum befindet, wäre ein guter Ort", meint Garbe. Und noch eine "dringende Empfehlung" haben die Gutachter: eine Schulmensa soll am Schulzentrum bzw. dem Campus errichtet werden. Auch Jürgen Funke vom Schulamt ist überzeugt, dass daran kein Weg vorbeiführt. "Für Sekundarschüler, von denen es etwa 600 geben könnte, müsste es eine solche Mittagsverpflegung geben."

Auch die Schüler des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) könnten dankbare "Kunden" dieser Einrichtung werden, meint der Gutachter. Wenn diese beispielsweise in der - bis dahin hoffentlich ebenfalls umgezogenen Musikschule - Kurse nach dem Ende der Schulstunden nähmen, könnten sie sich vorher ebenfalls in der Mensa verpflegen.

Zudem, meint Garbe, biete eine solche Mensa "Multifunktionalität", könnte auch für Seminare der Oberstufe verwendet werden. "Wir haben bislang noch keine konkreten Pläne für eine Mensa", sagt Jürgen Funke. "Erst einmal muss die Politik entscheiden."

Und bis die Ratsmitglieder mit dem Schulentwicklungsplan durch sind und eine Entscheidung fällen, werde es voraussichtlich Herbst werden.

(s-g)