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Schulausschuss folgt Wunsch der Radevormwalder Sekundarschule

Schullandschaft in Radevormwald : Schulausschuss folgt Wunsch der Sekundarschule

Die Sekundarschule könnte ab 1. August namenlos bleiben. So war es der Wunsch der meisten Schüler, Lehrer und Eltern. Dafür sprach sich nun auch der Schulausschuss einstimmig aus. Am 23. Juni hat der Stadtrat das letzte Wort.

Es war eine kurze Diskussion am Dienstagnachmittag im Schulausschuss: Dejan Vujinovic berichtete als Vorsitzender des Gremiums und Anwesender am Wahltag über den Verlauf der Abstimmung, die sich vergangene Woche in der Sekundarschule ereignete. Schüler, Lehrer, aber auch Eltern hatten die Möglichkeit, aus elf eingesendeten und vorausgewählten Namenspaten für ihre Schule zu entscheiden. Zuvor noch hatten sich die Schüler mit den Personen hinter Namen wie Astrid Lindgren, Elisabeth Selbert, Elly Heuss-Knapp, Emmy Noether, Graf-von-Berg, Hildegard Wegscheider, Johannes Rau, Mahatma Gandhi, Michael Ende und Oskar Schindler auseinandergesetzt, um zu wissen, was diese Menschen in ihrem Leben geleistet hatten, um nun eine Schule nach ihnen zu benennen.

Die Wahl fiel für die meisten Lokalpolitiker im Ausschuss recht überraschend aus: 21,6 Prozent aller Stimmen sprachen sich gänzlich gegen einen Namenspaten aus und dafür, ihre Schule weiterhin „Sekundarschule Radevormwald“ zu nennen. 18,8 Prozent würden sich über Astrid-Lindgren, 15,5 Prozent über Oskar Schindler als Namenspaten freuen.

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Die Fraktionen äußerten sich im Ausschuss überrascht, hätten sich mehrheitlich einen Namenspaten für die Schule gewünscht, doch würden sie sich ungerne gegen den Willen der Schulgemeinde entscheiden, lautete der einheitliche Tenor des Ausschusses. Die darauffolgende Abstimmung fiel kurz und schmerzlos aus: Einstimmig beschloss die Politik, dem Wunsch der Schulgemeinde nachzukommen.

Für Schulleiterin Sandra Pahl, die dem Ausschuss beiwohnte, eine gute Wahl. Mit „Sekundarschule Radevormwald“ würden sich Schüler, Lehrer und Eltern längst identifizieren. Es brauche daher keinen Namenspaten. Dass die Politik dem Wunsch der Schule nachkomme, freute sie. „Ich habe nichts anderes erwartet.“ Auch die Schüler dürfte es freuen, werden sie sich nicht an einen neuen Namen gewöhnen müssen.

Doch noch ist es nicht entschieden. Das letzte Wort hat der Rat der Stadt in seiner nächsten Sitzung am 23. Juni. Theoretisch könnten sich hier die Lokalpolitiker umentscheiden. Doch das, bestätigt auch Schulausschussvorsitzender Dejan Vujinovic, sei äußerst unwahrscheinlich. Das Verfahren, das er als neuer Schulausschussvorsitzender mit angestoßen hatte, nachdem die erste Namensgebung fehlschlug, wurde von Schul- und Ausschussmitgliedern gelobt, ebenso wie das Engagement der Schulleiterin. „Es hat sich gelohnt, wenn am Ende alle zufrieden sein können“, sagte Vujinovic.

Ursprünglich sollte die Sekundarschule nach der pakistanischen Kinderrechtsaktivisten Malala Yousafzai benannt werden. Doch weil die Kontaktaufnahme zur jungen Frau scheiterte und sich viele Stimmen gegen eine lebende Namenspatin äußerten, wurde ein zweiter Anlauf gestartet.

Sollte der Rat der Vorberatung des Schulausschusses folgen und sich dem Wunsch der Schulgemeinde anschließen, wird die Schule ab dem 1. August schließlich ganz offiziell den Namen „Sekundarschule Radevormwald“ tragen.