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Schulamt und Gesundheitsamt in Oberberg arbeiten eng zusammen

Zum neuen Schuljahr in Oberberg : Untersuchungen werden auch nachgeholt

Der Oberbergische Kreis plant, die Schuleingangsuntersuchungen ab dem kommenden Schuljahr wieder in Präsenz stattfinden zu lassen. Dabei soll es feste Untersuchungsstellen in der Kreismitte, im Norden und im Süden geben.

Gute Nachrichten aus Gummersbach: Aufgrund des niedrigen Niveaus an Corona-Neuinfektionen plant der Oberbergische Kreis die Schuleingangsuntersuchungen ab kommendem Schuljahr wieder in Präsenz. Es soll feste Untersuchungsstellen in der Kreismitte, im Norden und im Süden geben. „Da viele Einschulkinder in diesem Jahr nicht in Präsenz untersucht werden konnten, wird es im nächsten Schuljahr eine Möglichkeit geben, bei Bedarf auch mit den Erstklässlern eine Schuleingangsuntersuchung nachzuholen“, sagt Schuldezernentin Birgit Hähn. Dieses Angebot gilt in erster Linie für die Eltern, die einen individuellen Bedarf einer schulärztlichen Beratung und Untersuchung haben oder wenn der Bedarf von der Schule gesehen wird. Eine Anmeldung wird ab dem nächsten Schuljahr möglich sein.

Wegen der Pandemie und der hohen Infektionszahlen konnten die Schuleingangsuntersuchungen im vergangenen Jahr nur sehr eingeschränkt durchgeführt werden. Weil die Situation für die Kinder ohnehin schon belastend genug war, hatte sich der Kreis für ein Verfahren entschieden, bei dem in der Regel auf eine Präsenzuntersuchung verzichtet wurde. „Kein Kind geht verloren, nur weil es notwendige Veränderungen im bisher gewohnten Verfahren aufgrund der Corona-Krise gibt“, sagten Schulamtsdirektorin Gabriele Zimmermann und Kaija Elvermann, Leiterin des Gesundheitsamts. Alle Kinder wurden begleitet, unterstützt und gefördert, denn die Schuleingangsuntersuchung sei nicht die Stunde Null im Leben eines Kindes. „Es liegen vielfältige Informationen aus unterschiedlichen Zusammenhängen schon vor, und auch mit der Einschulung endet nicht die gute Kooperation von Gesundheitsamt und Schule. Man ist auch über dieses Verfahren hinaus im Austausch und berät über die notwendigen Förderschritte“, teilten die Fachfrauen mit.

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Mit Begutachtung der Kinder bei der Einschulung müsse die Schulleitung vielfältige Aspekte bedenken, überprüfen und Maßnahmen einleiten, die der richtigen schulischen Begleitung des Kindes dienen. „Dies sind zum Beispiel die Erkennung von erhöhten oder auch hohen Förderbedarfen und die Überprüfung des richtigen Förderortes für das Kind“, sagte Schulamtsdirektorin Gabriele Zimmermann. Falls Eltern beantragen würden, den Schulbesuch zurückzustellen, müsse auch darüber entschieden werden, dies sei jedoch als Ausnahme zu sehen, denn hier werde die Schuleingangsphase eingerichtet, die es den Kindern ermögliche, in einem zusätzlichen Schulbesuchsjahr durch geeignete Förderung Entwicklungsverzögerungen aufzuholen.

Für die richtige Entscheidungsfindung werden die Schulleitungen durch das Gesundheitsamt unterstützt, das den Grundschulen ein schulärztliches Gutachten vorlegt. „Außerdem erhält die Schule über die Eltern und/oder den Kindergarten eventuell weitere Gutachten und Berichte“, sagt Zimmermann. Das Gesundheitsamt gebe keine Maßnahmen vor, sondern treffe medizinische Aussagen und unterstütze die Grundschulen in deren Entscheidungsfindung. Das Prozedere wurde mit dem Landeszentrum Gesundheit NRW abgeklärt und entspricht der Erlasslage des Landesministeriums. Die gemeldeten Familien wurden angeschrieben mit der Bitte, die bereits vorhandenen Unterlagen zum Förderbedarf, zu bereits laufenden Therapien sowie das Untersuchungsheft und den Impfausweis in Kopie zuzuschicken. Außerdem erhielten die Familien einen Fragebogen, damit das Gesundheitsamt in die Begutachtung die Erfahrungen aus der KiTa miteinbeziehen können. „Denn es geht nicht darum, allein die körperlichen Auffälligkeiten, sondern auch die sozialemotionale Entwicklung des einzelnen Kindes beurteilen zu können“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Das Gesundheitsamt des Kreises weist darauf hin, dass in der Corona-Pandemie eine Beurteilung stattgefunden hat, durch ein aufwendiges Befragungs- und Rückversicherungssystem mit Anamnesebögen, Einsicht aller Unterlagen und telefonischer Befragung. „Es handelt sich also nicht um eine reine Beurteilung nach Aktenlage, sondern um eine ärztlich geleitete Anamneseerhebung und Beurteilung, die letztlich dazu geführt hat, einige Kinder auch noch im laufenden Prozess bis zum Ende der Sommerferien und darüber hinaus bis ins erste Schuljahr in Präsenz zu untersuchen“, sagt Kaija Elvermann. Daher werde auch innerhalb des schulärztlichen Dienstes nochmal die personelle Ressource gestärkt und auch hier eine weitere Modernisierung durch eine Digitalisierung des Dienstes stattfinden.