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Schüler in Radevormwald planen Freitags-Demo gegen Elterntaxis

Demo in Radevormwald : Gegen Elterntaxis – Schüler wollen Hermannstraße sperren

Für Klimaschutz protestieren, aber sich von Mama mit dem Auto zur Schule fahren lassen? Diese Kritik wollen Schüler nicht auf sich sitzen lassen. Mit einer Demo wollen sie am Freitag die Hermannstraße sperren.

Die Demonstrationen von Schülern gegen die Klimapolitik, die unter dem Motto „Fridays for Future“ laufen, finden viel Zuspruch, doch stoßen auch auf heftige Kritik. So wird den Schülern vielfach vorgeworfen, es gehe ihnen nur um den schulfreien Freitag, außerdem sei der Protest inkonsequent, da viele Kinder und Jugendliche von den Eltern zur Schule gefahren werden – und das teilweise mit klimaschädlichen SUVs.

Die Jugendlichen der weiterführenden Schulen wollen nun beweisen, dass sie es ernst mit dem Protest meinen und dass ihnen das Problem der „Elterntaxis“ sehr wohl bewusst ist. Am Freitag, 12. April, wollen sie mit einer Demonstration vor Schulbeginn die Hermannstraße versperren, so dass keine Autos hineinfahren können.

„Die Idee stammt aus den Schülervertretungen“, sagt Sandra Pahl, Leiterin der Sekundarschule. „Die Schüler wollen die Kritik nicht auf sich sitzen lassen. Sie wollen zeigen, dass sie es wirklich ernst meinen mit dem Klimaschutz.“ Rund 1000 Jugendliche aus allen Einrichtungen des Schulzentrums sollen dafür sorgen, dass an diesem Morgen keine Blechlawine durch die Hermannstraße rollt.

 Die Schulleitungen haben ihr Einverständnis signalisiert. Die Sperrung der Straße wird etwa eine halbe Stunde dauern. „Mittags, nach Schulschluss, wollen die Jugendlichen dann noch einmal auf das Problem aufmerksam machen.“ Auch die Lehrer sollen natürlich mit gutem Beispiel vorangehen. „Ich werde am Freitag mit dem Fahrrad kommen“, sagt Sandra Pahl.

Ursprünglich war angedacht worden, die Demonstration nach den Ferien stattfinden zu lassen. „Die Abiturienten des THG, für die am Freitag ja Schluss ist, wollten aber unbedingt dabei sein“, berichtet Pahl. Und so wird die Demo kurzfristig auf die Beine gestellt. Natürlich muss das Ganze offiziell angemeldet werden. Die Schulleiterin hofft, dass das Ordnungsamt und die Polizei die Aktion unterstützen. Bei der Verwaltung habe man sich für das Vorhaben grundsätzlich offen gezeigt. „Natürlich werden auch die Anwohner informiert“, versichert Sandra Pahl.

Und so haben die Schüler bei der Diskussion über das tägliche Verkehrschaos auf der Hermannstraße überraschend die Initiative übernommen. Erst vor wenigen Tagen war im Verkehrsausschuss der Stadt kontrovers über die Elterntaxis und die damit verbundenen Gefahren diskutiert worden. Eine probate Lösung haben bislang weder Politik noch Verwaltung gefunden. Vorgeschlagen wurden unter anderem eine Einbahnstraßenregelung und Halteverbote. Doch keine dieser Maßnahmen konnte sich bislang durchsetzen.

Die Organisatoren wissen, dass eine Demo allein die Welt nicht ändert. „Aber wenn nur zehn Kinder in Zukunft zu Fuß zur Schule gehen und zehn Autos weniger fahren, dann hat es sich schon gelohnt“, sagt Schulleiterin Pahl.