Radevormwald: Schnee sorgt für Chaos auf den Straßen

Radevormwald : Schnee sorgt für Chaos auf den Straßen

Gestern Morgen gegen 3 Uhr setzte überraschend heftiger Schneefall ein, der über Stunden andauerte. Die Räum- und Streukräfte des Betriebshofes kamen nur schwer durch. Auch an den Schulen in der Bergstadt gab es enorme Probleme.

Gestern Morgen um 7 Uhr ging im Industriegebiet nichts mehr. Für eine Stunde waren die Unternehmen nicht zu erreichen. Zu stark waren die Schneefälle und das Eis auf den Straßen. "Alle Ein- und Ausfahrten waren durch querstehende Lkw blockiert", berichtete Norbert Petri, Leiter des städtischen Betriebshofes.

Nach seinen Erkenntnissen habe der Schneefall gegen 3 Uhr eingesetzt und habe sich dann über Stunden immer weiter verstärkt. Die Einsatzkräfte des Räum- und Streudienstes wurden um 3.30 Uhr alarmiert, um 4 Uhr waren alle Mann draußen. Zunächst versuchten die Mitarbeiter des Betriebshofes, die Bundesstraße 229 von Schnee und Eis zu befreien, dann die Hauptgefahrenstellen an Steigungen und zum Krankenhaus.

Gestern Vormittag musste dann die Ülfe-Wuppertal-Straße komplett gesperrt werden. Mehrere querliegende Lkw hatten die kurvenreiche Steigungsstrecke hoch ins Industriegebiet nicht mehr geschafft. Sie fuhren schließlich rückwärts die Straße wieder herunter. Außerdem war ein Unimog des Betriebshofes gegen einen Baum geprallt, glücklicherweise blieb es bei Sachschaden. Verletzt wurde niemand.

"Wir hatten große Probleme mit den Massen an Schnee, der im Laufe der Zeit immer weiter festgefahren wurde", sagte Petri. Die Straßen wurden spiegelglatt. Hinzu kam, dass an einem Montagmorgen viele Lkw losfahren wollten und die Straßen wegen des erneuten, überraschenden Wintereinbruchs versperrten. Auch in Feldmannshaus hatten sich mehrere Lkw festgefahren. Da ging nichts mehr.

Petri betonte, dass seine Mitarbeiter frühestens seit gestern Mittag Zeit fanden, auch die Nebenstraßen zu räumen. "Erst nachmittags kommen wir in die Außenortschaften", sagte er. Zusätzliches Problem für die Räumkräfte: Enorme Schneeverwehungen durch ordentliche Windböen. Petri schätzte, dass in kürzester Zeit mindestens zehn Zentimeter Schnee gefallen waren. Der Wintereinbruch sorgte auch an den Schulen für enorme Probleme: Zumindest in den ersten beiden Stunden gab es gestern Vormittag große Lücken in den Klassenräumen. Am Theodor-Heuss-Gymnasium fiel die erste Stunde komplett aus, weil viele Lehrer aus dem Remscheider und Kölner Raum nicht nach Radevormwald durchkamen. "Wir haben daraufhin alle Schüler im Pädagogischen Zentrum versammelt und dort gemeinsam beaufsichtigt", sagte Leiter Matthias Fischbach-Städing.

Heftig war es auch an der Gemeinschaftsgrundschule Stadt: Bis 8.30 Uhr waren nach Angaben von Stefan Berghaus zwar alle Lehrer angekommen, aber da kein Schulbus die Einrichtung erreicht hatte, fehlten 70 bis 80 Schüler. Im Laufe des Vormittages normalisierte sich die Lage etwas, für die verbliebenen Schüler gab es regulären Unterricht.

An der Verbundschule Bergerhof-Wupper verspäteten sich vor allem die Lehrer, die Kinder kamen nur mit leichter Verspätung, so dass lediglich die erste halbe Stunde überbrückt und zwei Klassen gleichzeitig beaufsichtigt werden mussten. "Vor allem der Linienbus aus Wilhelmsthal war erstaunlich pünktlich", sagte Leiterin Sonja Ebbinghaus. An der Wupper verschob sich die geplante Klassenfahrt der Klasse 3 um zwei Stunden. "Ansonsten sind fast alle da", sagte Ebbinghaus. Hauptschulleiter Reiner Klausing machte sich gestern Morgen etwas verspätet auf Klassenfahrt nach Wiehl. Einige Kollegen verspäteten sich, der Unterricht lief dann aber normal.

Schleppend gestaltete sich auch der Unterrichtsbeginn an der Realschule: Viele Schulbusse fielen aus, einige kamen verspätet. Kollegen, die vor Ort wohnen oder einen nicht so beschwerlichen Anfahrtsweg haben, übernahmen Vertretungsdienste oder die Aufsicht in der Nebenklasse. Später lief der Unterricht dann fast normal.

(RP)