Serie Halbzeit Der Wahlperiode: RUA - Politik ohne Fraktionszwang und Wiederwahlsorgen

Serie Halbzeit Der Wahlperiode : RUA - Politik ohne Fraktionszwang und Wiederwahlsorgen

Die Fraktion "Radevormwalder Unabhängige Alternative" hatte sich im Mai 2015 gegründet und die Sitze von CDU und UWG mitgenommen.

Radevormwald Millionenlöcher durch das "life-ness", die Kraftwerksbeteiligung der Stadtwerke, die Derivatverträge und die Wülfingprozesse sieht der Fraktionsvorsitzende von RUA, Thomas Lorenz, als einige der Gründe, warum er 2015 die CDU-Fraktion verlassen hat. "Vor allem, weil die, die die großen Parteien lenken, nicht im Ansatz die Notwendigkeit persönlicher und politischer Konsequenzen zu erkennen scheinen", sagt er. Wesentlichster Grund sei gewesen, dass sich die CDU der SPD angedient habe, "nur um den Bürgermeister zu stellen". Mit Klaus Haselhoff (hat seinen Sitz von der UWG-Fraktion mitgenommen) könne er unabhängig von Fraktionszwängen und Wiederwahlsorgen kritisch Politik gestalten.

Mit der Kommunalwahl haben sich Lorenz und Haselhoff noch nicht beschäftigt. "Weder, dass wir antreten, noch, dass wir nicht antreten", sagt Lorenz. Als erfrischend erlebt es die kleine Zwei-Mann-Fraktion, dass die "teilweise auf tiefe persönliche Verletzungen von beiden Seiten zurückgehende Ära der Konflikte zwischen Politik und Verwaltung beendet erscheint". Äußerst positiv sieht Lorenz die 700-Jahr-Feiern 2016, bei der er den Festumzug mit Jörn Ferner von der Verwaltung mitgestaltete. Politische Hauptaufgabe war bisher der Vorsitz des Schulausschusses, den jetzt Harald Weiss (CDU) übernimmt. "Ich durfte hier in den wohl seit langem turbulentesten Zeiten der Schulpolitik mitgestalten", sagt Lorenz mit Blick auf die Gründung der Sekundarschule im zweiten Anlauf. "Ich werde weiter um die Erweiterung der Katholischen Grundschule und den Ausbau des Schulzentrums Hermannstraße kämpfen", kündigt er an. Schulpolitik von Parkplatz- und Autofahrer-Sorgen abhängig zu machen, erscheine ihm fraglich.

Für die kommenden drei Jahre sieht Lorenz neben der weiteren Gestaltung der Schulpolitik die Wohnungs- und Wirtschaftsförderung als strategische Herausforderung. Statt mit Neubaugebieten die Einwohner aus der Innenstadt und den Wupperorten herauszuführen, sollte eine nachhaltige Leerstandsreduzierung das Ziel sein. "Wir haben genügend Wohnraum, um für Familien interessant zu sein", meint er. Die Politik sollte vermehrt nach Unterstützungshilfen Ausschau halten, um Wohnraum attraktiver zu gestalten. Es gebe genügend ältere Menschen, die ihr Einfamilienhaus gegen eine altersgerechte Wohnung in Stadtnähe tauschen würden und so Häuser für gut verdienende Familien frei machen, glaubt er.

Auch würde er zur besseren Anbindung gerne die Buslinie 626 über Önkfeld, Kaufpark und Ärztezentrum in die Innenstadt führen. Eine besondere Chance sieht Lorenz im Outlet-Center in Lennep. Dort arbeiteten demnächst viele Menschen, denen man den Charme des "Wohnens auf der grünen Höhe" vermitteln könnte.

(RP)