Radevormwald: Riesenandrang beim Flohmarkt für Mittagstisch im Wartburghaus

Radevormwald : Riesenandrang beim Flohmarkt für Mittagstisch im Wartburghaus

Am Samstag bildeten sich an den Ständen zeitweilig Zweier- und Dreierreihen. Weil Geld dringend benötigt wird, gibt es einen zweiten Basar im November.

Ketten, Uhren und Broschen schmücken einen langen Tisch im Foyer des Wartburghauses. Vermutlich sollen die glänzenden Utensilien bald schon an Besuchern des Trödelmarktes des Ökumenischen Mittagstisches glänzen. Das wünscht sich Roswitha Schönenborn. "Die Resonanz ist großartig. Zeitweise stehen die Interessierten in Zweier-und Dreier-Reihen", freut sie sich. Für einige Stunden ist die aktive Mitarbeiterin der Stiftung Radevormwalder Mittagstisch in die Rolle einer Marktverkäuferin geschlüpft. "Ich suche eine Armbanduhr für mich. Ich denke, hier bin ich richtig", sagt Günter Restler, der direkt eine kleine Beratung erhält.

Die Räume des Wartburghauses ähneln einem bunten Markt. An zahlreichen Tischen herrscht lebhaftes Treiben. Da wird gehandelt, geschnuppert und ausprobiert. "Meine Kaffeemaschine tut es nicht mehr so richtig. Ich werde mich hier mal nach einer Nachfolgerin umschauen", sagt Hildegard Groß. Auf sie warten zahlreiche Modelle, die ihr künftig das aromatische Getränk zaubern können. Hildegard Groß ist begeistert von der großen Auswahl - auch bei Porzellan, Glasartikeln, Kinderspielzeug und Dekorationen für Heim und Garten.

Ruth Fritsch verkauft als engagierte Helferin Tücher in Hülle und Fülle sowie Handarbeitsartikel."Ich bin überrascht, wie sehr sich die Besucher über Kleinartikel freuen", erzählt sie. Mal bringen Stricknadeln in sehr dicker Stärke ein Herz zum Klopfen, mal sind es ältere Strickanleitungshefte. Stiller Beobachter ist Bernd Hermann. Zusammen mit Karin Schmidt leitet er den Mittagstisch, eine ökumenische Initiative, die seit vielen Jahren Bedürftigen die Möglichkeit bietet, an einem Tag pro Woche eine warme Mahlzeit zu erhalten. "Es werden leider immer mehr. 130 Essen verteilen wir an jedem Dienstag im Wartburghaus", erzählt er. Die große Flohmarktaktion helfe, denn der Erlös sei für diesen großherzigen Zweck bestimmt. "Wir arbeiten nur mit Spenden. Dafür sind wir sehr dankbar, doch die Mittel reichen nicht mehr aus", sagt er. Der Erlös könne ein schönes finanzielles Polster bringen, das dringend nötig sei."Wir schustern jeden Dienstag eine dicke Summe dazu, um die vielen Mahlzeiten anbieten zu können. Daher planen wir einen zweiten Flohmarkt", sagt Hermann. Der ist für November geplant, das Team erhofft sich viel von einer Aktionin in der Vorweihnachtszeit.

"Wir bieten nicht nur eine warme Mahlzeit, sondern auch eine Lebensmittel-Tasche an. Taschen verteilen wir dann auch zusätzlich donnerstags draußen am Holzhäuschen", sagt Hermann. Er lobt das große Team, dass den Markt über viele Stunden aufgebaut hat. "Der sauber sortierte Trödel ist reichhaltig wie im Warenhaus, stellt aber auch ein logistisches Problem dar", sagt Hermann.

Daher könne er sich doppelt freuen, wenn ein Artikel verkauft werde. Einmal klingelt die Kasse, zum anderen schafft es neuen Lagerplatz.

(sig)