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Restaurator im Einsatz für die Kunst in Radevormwald

Kunst im öffentlichen Raum in Radevormwald : Restaurator im Einsatz für die Kunst

Unbekannte Täter hatten das Kunstwerk am Schlossmacherplatz im Januar und Anfang Februar beschmiert. Jetzt muss ein Profi ran, um den Bronzeguss zu reinigen und wieder zu versiegeln.

Ganze Arbeit hatten bislang noch unbekannte Täter Anfang des Jahres geleistet, als sie am Schlossmacherplatz das Kunstwerk „Der Menschenkreis“ der 2012 gestorbenen Künstlerin Ulla Hees Anfang Januar zunächst mit silbernem Lack und Anfang Februar dann noch mit blauer Farbe beschmierten. „Wir sprechen da mittlerweile von einem doppelten Vorfall, den wir natürlich auch zur Anzeige bei der Polizei gebracht haben“, sagt Jürgen Funke, Leiter des Amts für Schule, Kultur und Sport. Es handele sich um Sachbeschädigung eines Kunstwerks im öffentlichen Raum, kurzum: eine Straftat. Die Suche nach dem oder den Tätern verlief bislang allerdings ohne Erfolg.

Und da die Stadt das beschmierte Kunstwerk nicht einfach mit einem Lösungsmittel oder Säure behandeln kann, weil dann zusätzliche Schäden drohen, ist seit Donnerstag Restaurator Stanislaw Kurek aus Bonn-Bad Godesberg in der Radevormwalder Innenstadt im Einsatz. Er geht ganz behutsam vor, um das Kunstwerk wieder so schön zu machen, wie es vor der Sachbeschädigung war.

„Wir mussten einen Profi beauftragen, der aber in der bergischen Region gar nicht zu finden war“, berichtet Funke. Kurek war es schließlich, der der Stadt ein vernünftiges und auch finanziell annehmbares Angebot vorlegte. Zunächst musste der Fachmann eine erste Probe nehmen, um zu schauen, wie sehr das Kunstwerk in Mitleidenschaft gezogen wurde. „Mit der Reinigung und weiteren Maßnahmen musste er dann warten, bis sich der Frost aus dem Bergischen verzogen hatte, denn bei Minusgraden sind solche Arbeiten nicht möglich“; sagt Funke. Mit der entsprechenden Wärme jetzt könne Kurek loslegen. Nach der Reinigung müsse das Kunstwerk auch wieder versiegelt werden, diese Patina sorge dann auch für zusätzlichen Schutz.

Das Kunstwerk gehört der Stadt. Es wurde als Bronzeguss 1991 zum zehnjährigen Bestehen der Städtepartnerschaft von Radevormwald und Châteaubriant in Frankreich hergestellt und in Rade aufgestellt. Finanziert wurde das Kunstwerk über die Stadt und die Sparkasse. „Wir wollen diese Kunst im öffentlichen Raum auf jeden Fall erhalten“; sagt Funke, der die Kosten für die Restauration auf etwa 2000 Euro beziffert. „Das ist also ganz klar Sachbeschädigung und kein Dummer-Jungen-Streich“, sagt er. Gerade in der ohnehin schon schwierigen Corona-Zeit sollte man den Menschen nicht auch noch das Schöne im öffentlichen Raum zerstören, das halte ich für verwerflich“, sagt Funke.