Radevormwald: Reformierte Kirchengemeinde organisiert "Tag des Gebets"

Radevormwald : Reformierte Kirchengemeinde organisiert "Tag des Gebets"

Innerliche Stärke und seinen eigenen Zugang zu Gott finden, das soll die Veranstaltung "Tag des Gebetes" der Reformierten Kirchengemeinde bei ihren Teilnehmern bewirken. Von Freitag- bis Samstagabend, 16./ 17. Februar, steht das Gebet in der Kirche am Marktplatz im Mittelpunkt. Eine vergleichbare Veranstaltung gab es in der Gemeinde bisher noch nicht.

"Ich möchte die Vielfalt von Gebeten aufzeigen und die Mitglieder der Gemeinde an das Gebet heranführen. Das Angebot gilt für Erwachsene, aber auch für Kinder und Jugendliche", sagt Pfarrer Dieter Jeschke, der das Programm entwickelt und ausgearbeitet hat. Beginnen wird das Glaubensforum mit einem Kindergottesdienst zum Thema "Die Perlen des Glaubens. Mit Kindern und Jugendlichen meditieren" und wird mit einer Einführung in die Meditation für Erwachsene und einem Taizè-Gebet für Frauen fortgesetzt. Der Begriff Meditation hat viele Gemeindeglieder aufhorchen lassen. "Es gab Nachfragen, ob man in der Kirche überhaupt meditieren darf. Ich will an die Form der Besinnung und Ruhe heranführen, weil sie bei Gebeten helfen kann", sagt Jeschke. Ein Richtig oder Falsch gibt es beim Beten nicht. "Ziel des Glaubensforums ist es, dass jeder seine eigene Gebetsform findet, die zu ihm passt und mit der er sich wohlfühlt. Ich helfe nur dabei, verschiedene Formen kennenzulernen", sagt Jeschke.

Er freut sich besonders auf den Programmpunkt, der für Freitagabend angesetzt ist. Die Mitglieder des Männerkreises werden ihre erste Nacht in der Kirche verbringen - mit einem Mitternachtsgebet. Entstanden ist die Idee im vergangenen Jahr, nachdem Konfirmanden eine Nacht in der Reformierten Kirche verbracht haben. "Unsere Männer wollten das auch mal erfahren, nachts in einer Kirche zu sein und auch dort zu schlafen", sagt Jeschke.

Am Samstagmorgen geht das Programm mit einem Morgenlob und einer ökumenischen Marktandacht weiter. Nach einem Mittagsgebet und einer Feier des Abendmahls in der Friedhofskapelle lernen die Teilnehmer ein politisches Gebet kennen. "Bei Gebeten geht es nicht nur um Meditation und den Zugang zu Gott, sondern auch um politische Themen. Ich habe für unser politisches Gebet das Thema Frieden für die Stadt und unser Land ausgewählt."

In seiner Zeit als Pfarrer hat Dieter Jeschke immer wieder beobachtet, wie besonders Jugendlichen der Zugang zu Gebeten verloren gegangen ist. "Beten gehört bei vielen Familien nicht mehr in den Tagesablauf und hat an Tradition verloren. Trotzdem sind das Verlangen und das Interesse groß. Es gibt häufig Startschwierigkeiten, weil junge Menschen nicht wissen, wie man beten kann. Auch diese Fragen soll das diesjährige Glaubensforum beantworten. Wir geben eine Art Starthilfe", sagt Jeschke und hofft, dass die Kontaktaufnahme mit Gott und sich selbst für viele Gemeindeglieder an dem Wochenende gelingen wird. Ihm ist es zudem wichtig, dass der Tag des Gebets nicht als Verpflichtung, sondern als Chance wahrgenommen wird. "Niemand muss an allen Programmpunkten teilnehmen, sondern kann sich das heraussuchen, was ihn interessiert. Es soll eine freie Veranstaltung werden, die von jedem unterschiedlich genutzt. Der "Tag des Gebets" startet in der Reformierten Kirche am Markt am Freitag, 16. Februar, um 18 Uhr und endet mit einem Abendlob am Samstag, 17. Februar, um 18 Uhr. Insgesamt ist die 24-stündige Veranstaltung in neun Programmpunkte aufgeteilt. Teilnehmer können alle Termine wahrnehmen oder sich für einzelne entscheiden.

(trei)