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Rat macht Weg frei für Ärztehaus in den Wupperorten von Radevormwald

Ratssitzung : Rat stellt die Weichen für Ärztehaus und Zukunft der KGS Lindenbaum

Für den Erwerb des Pfarrheims St. Josef wird Geld in den Haushalt eingestellt. Für die Zukunft der Schule gibt es eine Machbarkeitsstudie.

Der Rat hat in seiner Sitzung am Dienstag Weichen für zwei wichtige Vorhaben gestellt. Mit einer klaren Mehrheit stimmten die Ratsmitglieder dafür, eine Machbarkeitsstudie erstellen zu lassen, welche die drei Varianten für die Zukunft der Katholischen Grundschule Lindenbaum prüfen soll. Die drei Szenarien sind ein An- und Umbau am aktuellen Standort, ein Neubau an anderer Stelle oder ein Um- beziehungsweise Neubau der Verbundgrundschule Bergerhof/Wupper am Standort Bergerhof.

Vor diesem Votum hatten die verschiedenen Fraktionen noch einmal ihre Sicht der Dinge dargelegt. So plädiert die Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) für einen Neubau an der Blumenstraße. Für diesen hatten sich Mitte Mai auch die Schulpflegschaft, Schulkonferenz und Schulverein ausgesprochen. Dejan Vujinovic (CDU) erklärte: „Der Vorschlag, eine Machbarkeitsstudie zu erstellen, ist gut und ebenso, dass die Schule Bergerhof mit aufgenommen wurde.“ Die CDU hatte sich bislang für den Umbau an Ort und Stelle ausgesprochen.

Über die Varianten und den richtigen Weg kam es erneut zu einer verwickelten Diskussion mit verschiedenen Anträgen, die den CDU-Fraktionsvize Gerd Uellenberg schließlich bewog, ein Ende der Debatte zu fordern. „Gut, dass die jungen Leute das hier nicht hören“, ärgerte er sich. „Wir brauchen jetzt endlich einen Beschluss.“ Den gab es dann auch mit nur wenigen Gegenstimmen. Annette Pizzato, Fraktionsvorsitzende der FDP, fragte in diesem Zusammenhang den Kämmerer Frank Nipken, inwieweit die Kosten für einen Neubau zum Wegfall anderer Investitionen führen konnte. Nipken räumte ein: „Von einigen Maßnahmen müssen wir uns verabschieden.“

Das zweite Vorhaben, für das der Rat nun eine Grundlage bereitet hat, ist die Planung eines Ärztehauses für die Wupperorte. Zunächst einmal ging es darum, eine Summe von 446.000 Euro für den Erwerb des Pfarrheims St. Josef in den Haushalt einzustellen. Das Gebäude soll dann an Mediziner verpachtet werden, damit langfristig die Versorgung der Patienten vor Ort gewährleistet ist. „Wir müssen das für die Quartierspflege tun“, erklärte Bürgermeister Johannes Mans. „Es gibt zu diesem Kauf keine Alternative.“ Bernd-Eric Hoffmann (UWG) bekräftigte ebenfalls: „Wir brauchen dort einen Arzt.“ Elisabeth Pech-Büttner (Grüne) gestand, dass ihre Fraktion in einem Dilemma stecke: „Wir sind für das Ärztehaus, aber haben gegen diesen Haushalt gestimmt.“ Somit könne die Fraktion nicht zustimmen. Am Ende reichte es jedoch für eine Mehrheit.