Nahverkehr in Radevormwald Bürgerin begeistert vom Carsharing

Radevormwald · Carsharing kann seit Sommer genutzt werden. Jennifer Herbach-Dehn war die erste Nutzerin und ist sehr angetan. Radevormwald gehört zu den ersten Kommunen im Oberbergischen Kreis, die Carsharing im ländlichen Raum für ihre Bürger und die Mitarbeiter der Verwaltung anbieten.

 Bitte einsteigen und losfahren: Das Carsharing ist für Jennifer Herbach-Dehn auf jeden Fall ein Erfolgsmodell.

Bitte einsteigen und losfahren: Das Carsharing ist für Jennifer Herbach-Dehn auf jeden Fall ein Erfolgsmodell.

Foto: Jürgen Moll

Jennifer Herbach-Dehn hat sich als erste Nutzerin für das Carsharing in Radevormwald angemeldet und das Angebot in den vergangenen Wochen bereits ausgiebig genutzt. „Ich habe in der Zeitung davon gelesen und war begeistert, dass es diese Möglichkeit zur Mobilität jetzt auch im ländlichen Raum gibt“, sagt die Radevormwalderin. Vor zehn Jahren hat sie in Köln gelebt und dort Carsharing für sich entdeckt. Was in Großstädten schon längst zur Normalität geworden ist, ist in Radevormwald noch neu.

Das Carsharing wird von den Mitarbeitern der Verwaltung gut angenommen, aber privat nur schleppend. Nur drei private Nutzer haben sich bisher angemeldet. Radevormwald gehört zu den ersten Kommunen im Oberbergischen Kreis, die Carsharing im ländlichen Raum für ihre Bürger und die Mitarbeiter der Verwaltung anbieten.

Die zwei Elektrofahrzeuge, die am Rathaus stehen, werden von der Stadt als Ankermieter der „Car&Ridesharing Community eG“ mit Sitz in Overath zur Verfügung gestellt. Gestartet ist das Angebot, das zunächst bis zum Sommer 2023 läuft, in diesem Jahr. Klimaschutzmanager Niklas Lajewski hat sich für das Projekt eingesetzt. „Das Carsharing eignet sich für Haushalte, die auf einen Zweitwagen verzichten wollen oder nur selten ein Auto brauchen. Wir hoffen, das Angebot auch über 2023 hinaus machen zu können“, sagt der Klimaschutzmanager.

Jennifer Herbach-Dehn hat das Carsharing in einer Zeit genutzt, als sie selber kein eigenes Auto hatte. „Ich habe mir ein E-Auto gekauft, aber das hatte eine Lieferverzögerung. Wenn ich gewusst hätte, dass in Radevormwald Carsharing angeboten wird, hätte ich vielleicht kein eigenes Auto gekauft“, sagt sie. So konnte sie aber zumindest die kurze Zeit ohne eigenes Auto überbrücken und Erfahrungen mit der Funktionsweise von E-Mobilität sammeln. „Ein E-Auto zu fahren finde ich aus Gründen des Umweltschutzes richtig, aber es macht auch Spaß. Die Autos sind leise, stinken nicht und sind sehr modern.“ Das Angebot in Radevormwald hat sie durch ein guten Preis-Leistungsverhältnis und einer übersichtlichen Anmelde- und Buchungsstruktur überzeugt. „Die Anmeldung war leicht, und die App funktioniert super. Vor meiner ersten Fahrt habe ich eine Einführung in das Fahrzeug von Niklas Lajewski bekommen.“

Der Klimaschutzmanager ist der Ansprechpartner vor Ort, wenn Bürger Fragen zum Carsharing haben oder Hilfe bei der ersten Anmeldung benötigen. Bei den stark steigenden Benzinpreisen wird die E-Mobilität immer beliebter. Die Infrastruktur zum Aufladen der Fahrzeuge wächst, auch in Radevormwald. Es gibt Ladesäulen am Hohenfuhrplatz, auf dem großen Parkplatz an der Poststraße sowie am Wuppermarkt in der Ortschaft Vogelsmühle. Diese Infrastruktur soll im nächsten Jahr ausgebaut werden. Jennifer Herbach-Dehn lädt ihr Privatauto direkt an ihrem Wohnort, hat aber auch mit dem Laden unterwegs gute Erfahrungen gemacht. Die Fahrzeuge des Carsharing stehen hinter dem Rathaus. Auf dem Parkplatz an der Hohenfuhrstraße startet und endet jede Fahrt. Genutzt werden sollen die Fahrzeuge für Tagestouren, Einkäufe oder Fahrten in benachbarte Städte. Die Autos sind nicht für Kettenbuchungen, zum Beispiel über mehrere Tage, gedacht. „Ich habe mir ein Auto gebucht, wenn ich einen Großeinkauf machen musste oder für einen Tag in eine nahe Großstadt fahren wollte. Das war sehr praktisch“, sagt die Bürgerin.

Die Kleinwagen, die stundenweise gebucht werden können, haben im Sommer eine Reichweite von 380 Kilometern, im Winter sind es 240 Kilometer. Das Ladekabel liegt im Kofferraum. Das Auto zeigt die verbleibenden Kilometer an – und das auch mit einer Anzeige in Prozent.

Klimaschutzmanager Niklas Lajewski hofft, dass die Bürger aus Radevormwald die Chancen des Carsharings erkennen und das Angebot in Zukunft stärker als sinnvolle Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr nutzen. Die E-Autos können gebucht, aber auch spontan genutzt werden. Eine Registrierung ist allerdings erforderlich.

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