1. NRW
  2. Städte
  3. Radevormwald

Radevormwalderin ist auf der Bühne angekommen

Lea Scherber aus Radevormwald : Raderin ist auf der Bühne angekommen

Lea Scherber hat ihre erste Tour als Musical-Darstellerin hinter sich gebracht. Ihr erstes Engagement war ein großer Erfolg.

Lea Scherber hat vor mehr als einem Jahr ihren Abschluss zur Musicaldarstellerin in Berlin gemacht und von dort aus schnell den Weg auf die Bühne und vors Publikum geschafft. Nach ihrer Abschlussprüfung in der Hauptstadt verging nicht viel Zeit, bis sie in der Obhut einer Agentin war. „Sie hat mich an meiner Musical-Schule entdeckt und mir nach dem Abschluss geholfen, die richtigen Castings und Engagements zu finden“, sagt Lea Scherber. Die 27-Jährige hat ihren Traum, Musicaldarstellerin zu werden, mit viel Durchhaltevermögen und Einsatzbereitschaft verwirklicht.

Die Radevormwalderin, die hier aufgewachsen ist und in der Stadt auf der Höhe Abitur gemacht hat, sicherte sich wenige Monate nach ihrer Abschlussprüfung die Rolle das Kater Tavu in dem Märchenmusical „Der kleine Muck“. „Ich war nach der Abschlussprüfung bereit, mein Können zu zeigen und alles zu geben. Bei dem Casting für das Musical war ich ausgeglichen und hatte direkt ein gutes Gefühl, das mich auch nicht getäuscht hat“, berichtet sie von ihren ersten wertvollen Erfahrungen in der Szene.

Lea Scherber Foto: Treiber

Zwei Tage nach dem Casting kam der positive Anruf der Fairytale Factory, die „Der kleine Muck“ zum ersten Mal als Musical produziert hat. „Ich wollte diesen Erfolg direkt in die Welt herausschreien, aber musste damit bis zur Vertragsunterzeichnung warten. Das war ein unglaubliches Gefühl“, sagt die Musicaldarstellerin. Im Oktober 2019 gingen die Proben für das Musical los – und Lea Scherber zog für ihr erstes Engagement nach Halle. Mit der Rolle des Kater Tavu konnte sie sich schnell identifizieren. „Die Rolle ist mir auf den Leib geschrieben. Tavu ist ein lebensfroher Charakter, der immer positiv und ein sehr guter Freund ist. Er ist ein bisschen faul, aber begeisterungsfähig.“ Weil „Der kleine Muck“ als Musical eine Uraufführung war, hatte Lea Scherber die Möglichkeit, den Charakter mitzuentwickeln. „Es war mir eine große Ehre, dem Charakter Leben einzuhauchen und ihm noch mehr Persönlichkeit zu geben. Für diese Freiheit bin ich der Fairytale Factory auch sehr dankbar.“

Nach vier Wochen Proben startete die Tour des Musicals im November und lief bis Januar. In diesem Zeitraum hat sich Lea Scherber 40 mal in Kater Tavu verwandelt. Das Tour-Leben war aufregend und herausfordernd. „Wir waren jeden Tag in einer anderen Stadt, auf einer anderen Bühne. Man muss flexibel sein und sich schnell in einem neuen Haus zurechtfinden, damit die Aufführung reibungslos abläuft. Auch der ständige Auf- und Abbau des Bühnenbilds gehört dazu. Das ist sehr anstrengend, aber auch toll“, sagt die Künstlerin.

Im Dezember galt es dann, zehn Tage ohne Show-Pause zu bewältigen, die Lea Scherber durch die Interaktion mit dem Publikum gut überstanden hat. „Das Publikum gibt einem unheimlich viel zurück. Wenn die Kinder mitgelacht haben, war das immer wieder ein besonderer Moment. Ich wusste, sobald ich auf der Bühne stand, dass ich den richtigen Beruf für mich gefunden habe. Der Abschlussapplaus ist jedes Mal etwas Besonderes für mich.“ Im Januar schlüpfte Lea Scherber zum vorerst letzten Mal in den orange-farbenen Plüsch-Anzug und trat für die Finalshow auf die Bühne. Nach ihrem ersten Engagement ist sie nun zurück in Rade. Wie die meisten freien Künstler ist auch Lea Scherber aktuell in den Fängen der Corona-Krise. „Aktuell läuft nichts. Castings gibt es nicht mehr, und Zusagen werden auch auf Eis gelegt. Das ist eine schwierige Zeit, und wir können nur warten.“

Die Darstellerin hofft, dass sie ihre Arbeit schnell wieder aufnehmen kann. Bis es soweit ist, denkt sie oft an Kater Tavu und ihre erste Tour zurück. „Ich bin der Fairytale Factory sehr dankbar für das Vertrauen und diese tolle Erfahrung.“