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Radevormwalder Weihnachtsmarkt mit 2G-Regel und Bändchen

Stimmungsvolles Ambiente in Radevormwald : Weihnachtsmarkt mit 2G-Regel und Bändchen

Die Stadt lädt für kommendes Wochenende in die adventlich geschmückte Innenstadt ein. Am Sonntag öffnen viele Einzelhändler von 13 bis 18 Uhr. Ordnungsamt und ein Sicherheitsdienst kontrollieren die 2G-Regel.

In diesen Tagen hagelt es Absagen. Konzerte, Basare, Treffen – vieles fällt aus, weil die Infektionszahlen deutlich gestiegen sind. „Wir als Stadt halten aber an unserem Konzept für den Weihnachtsmarkt fest und wollen Bürgern, die sich stringent an die Impfvorgaben gehalten haben, ein adäquates Angebot unter der 2G-Regel machen“, sagt Bürgermeister Johannes Mans. Natürlich wäre es einfacher gewesen, den Markt abzusagen, „aber das wollten wir nicht“, betont er. Man wolle so verantwortungsbewusst wie möglich handeln. Deshalb werden am kommenden Wochenende von Freitag bis Sonntag die Kontrollen engmaschig sein. Ordnungsamt und ein Sicherheitsdienst sind im Dauereinsatz. „Wir setzen aber auch ganz gezielt auf das verantwortungsbewusste Handeln der Besucher“, appelliert Mans an die Vernunft der Gäste. Es gehöre dazu, Abstand zu halten und Maske zu tragen. „So wollen wir ein Weihnachtsambiente schaffen, gekoppelt an den verkaufsoffenen Sonntag, denn wir denken auch an unsere Einzelhändler“, sagt der Bürgermeister. Er habe sich schon viel Kritik anhören müssen, dass die Stadt den Weihnachtsmarkt nicht abgesagt hat. „Wir halten uns mit unserem Konzept an Gesetz und Ordnung, können aber auch jeden verstehen, der aus Angst nicht kommen möchte“, sagt er.

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Die Besucher des Weihnachtsmarktes müssen ein bestimmtes Prozedere beachten: Zunächst gehen sie in das leerstehende Ladenlokal Markt 4 (ehemals „Wäschekorb“). Dort werden sie kontrolliert, ob sie geimpft oder genesen sind, denn ein Test reicht nicht aus. „Die Besucher erhalten dann ein weißes Bändchen fest ums Handgelenk, das von den Verkäufern auf dem Markt kontrolliert wird“, erläutert Wirtschaftsförderin Marie Steinhauer. Auch den Mitarbeitern des Ordnungsamtes und des Sicherheitsdienstes sollte das Bändchen unaufgefordert gezeigt werden. Das Bändchen, das drei Tage gültig ist und unversehrt bleiben muss, könnte auch für die Einzelhändler eine wichtige Hilfe sein, denn auch sie müssen alle Kunden auf die 2G-Regel hin kontrollieren. In der gesamten Innenstadt können die Menschen natürlich ohne Bändchen shoppen gehen, sie brauchen das Bändchen nur für den Weihnachtsmarkt. Der Beigeordnete Simon Wowod ist von den Bändchen überzeugt. Die hätten sich auch in anderen Kommunen schon bewährt.

An allen Ständen gibt es Desinfektionsspender, berichtet Wolfgang Scholl von der Stabsstelle im Rathaus. Maskenpflicht herrsche an den Ständen und wenn Abstände nicht eingehalten werden können. Eine Maskenpflicht für die gesamte Innenstadt gebe es nicht. Die Stadt hat einen QR-Code erstellen lassen, der auf allen Plakaten zu finden ist und den die Besucher, wenn sie mögen, über ihre Corona-Warn-App zur Registrierung nutzen können. Das Angebot der Händler ist breit gefächert und reicht von Glühwein und Gegrilltem über Weihnachtsdeko und Selbstgebasteltem bis hin zu Süßigkeiten. „Es lohnt sich“, findet Scholl. Mit dabei sind der Schützenverein, die Kita Im Springel, die KG Rua Kapaaf und die Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums, die ihre Abikasse aufbessern möchte.

Bewusst hat die Stadt die Stände weiter auseinandergezogen als üblich, was nach Angaben von Scholl dafür sorgen könnte, dass es vielleicht nicht ganz so heimelig wird, „aber wir wollen, dass unsere Besucher gefahrlos den Markt besuchen können“, sagt er. Das ist auch der Grund dafür, warum die Stadt auf ein Rahmenprogramm auf einer Bühne oder auf mobile Angebote verzichtet. Auch die beliebten Nikolaustüten für die Kinder wird es nicht geben. Musik wird zentral über Lautsprecher auf die Veranstaltungsfläche gesteuert.

Dass einige Händler zum ersten Mal nach Radevormwald kommen, liegt auch daran, dass die Stadt wie schon beim Feierabendmarkt keine Standgebühren verlangt und die Stromkosten für die Händler übernimmt. „Das ist unser Anreiz und unser Entgegenkommen, denn die Händler sind schon arg gebeutelt“, sagt Mans.

Ein besonderer Dank von Simon Wowoyd und Johannes Mans geht an Wolfgang Scholl und Marie Steinhauer, die den Weihnachtsmarkt unter rechtlich schwierigen Rahmenbedingungen in den vergangenen Wochen geplant hätten. „Gegen die Tristesse eine attraktive Situation schaffen, das ist unser Signal, dass ein Weihnachtsmarkt auch in einer ansonsten sehr belasteten Situation schön sein kann“, sagt Mans.