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Radevormwalder und Hückeswagener Institutionen zum Mitmachen gesucht

Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in Radevormwald und Hückeswagen : Institutionen zum Mitmachen gesucht

Der „Runde Tisch für Inklusion in Oberberg“ trifft sich seit 2019. Um das Thema im Kreisgebiet zu verbreiten, wurde die digitale Netzwerkplattform „NINO“ eingerichtet.

Inklusion heißt nichts anderes als Teilhabe. Teilhabe am öffentlichen, gesellschaftlichen Leben. Das ist für Menschen mit einem Handicap nicht immer einfach – oder nicht machbar. Deshalb hat sich 2019 der „Runde Tisch für Inklusion im Oberbergischen Kreis“ zusammengefunden. „Es ist ein Netzwerk-Angebot für jede Institution, aber auch für Einzelpersonen, die sich der Inklusion nach der UN-Behindertenrechtskonvention verpflichtet fühlen“, sagt Anne Skribbe, Leiterin der Servicestelle für außerschulische Inklusion „Serv In“. Durch Inklusion könne die Gesellschaft so verändert werden, dass jeder daran teilhaben könne. „Und das geht noch lange nicht überall“, sagt Anne Skribbe.

Dreimal im Jahr treffen sich die 25 Akteure und beraten sich. Anfang 2021 hat sich aus den Reihen des Runden Tisches eine Steuerungsgruppe zusammengefunden, die sich um ein besonderes Projekt gekümmert hat. „Natürlich ist unser Kreisgebiet groß, daher wollten wir das Thema Inklusions-Netzwerk auf digitale Beine setzen“, sagt Dorothee Nohn von Serv In. Ziel sei gewesen, eine möglichst umfassende und gut bestückte Netzwerk-Plattform ins Leben zu rufen. „Diese Internet-Plattform sollte zudem so barrierefrei wie möglich sein“, sagt Dorothee Nohn. Das Ergebnis NINO – „Netzwerk Inklusion in Oberberg“ – sei so weit gediehen, dass es der Öffentlichkeit vorgestellt werden könne, sagt Anne Skribbe.

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Das Projekt habe mit finanzieller Unterstützung der Kämpgen-Stiftung fertiggestellt werden können. „Die Idee dahinter ist es, die Ressourcen und Stärken des Netzwerks zu bündeln und zugleich ein nach außen hin sichtbares Zeichen für eine starke Inklusionsbewegung zu setzen“, sagt Dorothee Nohn. Auf der Internetseite finden sich nicht nur die Kontaktdaten und Beschreibungen von derzeit etwa 20 Netzwerkpartnern. Zudem sei sie so programmiert worden, dass sie in weiten Teilen barrierefrei nutzbar sei. „Es gibt verschiedene Kriterien, von denen wir viele erfüllen. Ein Best-Practice-Beispiel für absolute Barrierefreiheit ist hier etwa die Internetseite des Bundesgerichtshofs – dazu braucht man aber ganz andere Ressourcen wie wir sie hatten“, sagt Dorothee Nohn. So habe man auf NINO etwa Wert auf möglichst leicht verständliche Sprache gelegt, außerdem sollten sämtliche motorischen Einschränkungen der Nutzer in der Bedienung berücksichtigt werden. Auf der anderen Seite handele es sich aber um ein Projekt, das keineswegs abgeschlossen sei, sagt Tobias Schmies, Inklusionsbeauftragter des Kreises. „Die Seite wird immer überarbeitet, ergänzt und weiterentwickelt“, sagt er. Die achtköpfige Steuerungsgruppe, die sich für die Entwicklung der Seite zusammengefunden habe, werde auch weiter beraten, wie Erfahrungswerte von Nutzern mit einfließen könnten. „Selbstbestimmte Teilhabe bedeutet auch, gewisse Punkte, die noch nicht ideal sind, zu identifizieren und zu verbessern“, sagt Schmies. Für Kerstin Krögis vom Lindlarer Jugendzentrum Horizont, die ebenfalls Teil der Steuerungsgruppe ist, liegt der große Vorteil des Netzwerkens auf der Hand: „Man stößt im beruflichen Alltag auf viele Barrieren, daher ist es wichtig, an so viele Informationen wie möglich zu kommen, die einem die Arbeit erleichtern“, sagt sie.

Beteiligt sind am „Runden Tisch für Inklusion in Oberberg“ derzeit 30 Teilnehmer aus fast dem gesamten Kreisgebiet. „Mit dabei sind etwa Noh Bieneen aus Wipperfürth, die Katholische Jugendagentur, das HBW-Haus für Menschen mit Behinderung aus Wiehl, der Kreissportbund Oberberg, die Biologische Station Oberberg oder das Jugenzentrum Horizont aus Lindlar“, sagt Dorothee Nohn. Es seien einige kommunenübergreifende Institutionen mit dabei, aber auch solche aus fast allen Kommunen im Kreis.

„Nur aus Reichshof und Radevormwald fehlen uns noch Teilnehmer. Wir würden uns sehr über Kontakte auch aus diesen Kommunen freuen“, betont Anne Skribbe. Dorothee Nohn ergänzt: „Es könnten im Grunde genommen gar nicht genug Beteiligte sein.“