Radevormwalder Stadtwerke setzen auf Photovoltaik

Energie: Stadtwerke setzen auf Photovoltaik

Auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes an der Straße Am Gaswerk befinden sich 30 Module, die seit Februar in Betrieb sind.

Sonne satt gab es in diesem Sommer. Wer sich da rechtzeitig mit einer Photovoltaikanlage ausgerüstet hatte, konnte richtig viel Energie speichern. Mit gutem Beispiel voran gehen die Stadtwerke Radevormwald (SWR.). Auf dem Dach des Verwaltungsgebäudes an der Straße Am Gaswerk befinden sich 30 Module, die seit Februar in Betrieb sind. „Für uns war 2018 schon ein gutes Sonnenjahr“, berichtet Udo Knopp vom Marketing und Vertrieb der Stadtwerke. Kalkuliert sei die neue Anlage mit 7500 Kilowattstunde pro Jahr. Bis Mitte August seien schon 6000 Kilowatt auf der Uhr. „Der Mittelwert ist immer entscheidend für den Erfolg einer solchen Anlage.“

Die Stadtwerke hatten im Februar 2017 damit begonnen, zusammen mit regionalen Installateuren Photovoltaikanlagen zu verkaufen. „Wir kümmern uns um alles“, sagt Knopp. Interessierte Kunden könnten sich im Internet ein Schnellangebot einholen. Ein Fachmann müsse es dann im Detail ausrechnen und dimensionieren. „Mit der Sonne die Stromrechnung halbieren“ heißt es auf einem Infoflyer der Stadtwerke. Da geht es um eine Premium-Anlage fürs eigene Dach – optional mit Batteriespeicher.

„Da wir keine große Anlage auf dem Dach haben, ist das für uns kein Riesengeschäft, aber zum eigenen Nutzen“, sagt Knopp. Eine kleine Einspeisevergütung sorge dafür, dass es für die Kunden besser passe. Ein Single in einem Einfamilienhaus sei sicher nicht die ideale Zielgruppe, aber eine Familie mit Kindern sehr wohl. Zumal sich eine richtig dimensionierte Anlage nach acht bis zwölf Jahren rentiere und der Förderzeitraum für die Einspeisevergütung 20 Jahre betrage. Somit würden Besitzer einer Photovoltaikanlage etwa zwölf Jahre Gewinn machen. Liege die Energieleistung zu Beginn bei 100 Prozent, leiste die Anlage nach etwa 20 Jahren immer noch etwa 90 Prozent. Auch für kleinere Gewerbetreibende sei Photovoltaik sehr wirkungsvoll, um den eigenen Strom zu erzeugen. „Von der Bilanz her versorgen wir unsere Elektrofahrzeuge mit eigenem Ökostrom“, sagt Knopp.

Dass es derzeit 30 Module auf dem Dach seien, habe steuerliche Gründe. „Für eine größere Anlage ist das Dach einfach nicht geeignet“, sagt Knopp. Natürlich zahlen auch die SWR. anteilig die vorgeschriebene Umlage für Erneuerbare Energien – für den Strom, den wir selbst nutzen, zahlen wir aber keine Umlage“ sagt Knopp. Zurzeit bleiben mindestens 80 Prozent des Stroms im Haus, der Rest geht ins allgemeine Stromnetz. Im Winter werde durch den geringeren Einstrahlungswinkel und die tiefer stehende Sonne weniger Strom produziert. Trotzdem haben die Stadtwerke erkannt, dass sich eine Photovoltaikanlage lohnt und überlegen, vielleicht 2019 auch das Technik-Gebäude aufzurüsten. Zuvor müsse hier aber auch noch das Dach überprüft werden, denn nicht jedes Dach eigne sich für eine solche Anlage.

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Die Stadtwerke sehen in der Sonnenenergie auch einen Zukunftsmarkt, weil das Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) überarbeitet wurde und es den Stadtwerken künftig erlaubt ist, den durch die Photovoltaikanlage gewonnen Strom regional zu vermarkten. „Wir dürfen dann die Überschussmengen, die wir jetzt noch ins allgemeine Stromnetz einspeisen, als eigenen Ökostrom der SWR. abbilden“, erklärt Knopp. Bislang werden alle EEG-Mengen zentral verwaltet und an der Börse verkauft.

Knopp hofft, dass das Portal 2019 freigeschaltet wird. Dann sei es für die Stadtwerke auch interessant, vielleicht noch auf weiteren Gebäuden in Rade Photovoltaikanlagen zu installieren. „Wir haben es bislang abgelehnt, Ökostrom-Tarife anzubieten, für die wir Strom aus Norwegen hätten einkaufen müssen“, sagt er. Man strebe Anlagen in der bergischen Region an.

Bislang verfügen die GGS Stadt an der Carl-Diem-Straße und die Hauptschule an der Hermannstraße über Photovoltaikanlagen, die den Strom aber zu 100 Prozent ins allgemeine Stromnetz einspeisen. Zunächst wollen die Stadtwerke jetzt mit der Stadt sprechen und gemeinsam den Zustand der Dächer kontrollieren.