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Radevormwalder Seniorenbeirat startet in die neue Ratsperiode

Konzeptpapier für Radevormwald : Seniorenbeirat startet in die neue Ratsperiode

Nach erfolgreichen Jahren mit Veranstaltungen wie dem Bergischen Seniorentag gibt es neue Themen, die angepackt werden sollen.

Der Seniorenbeirat der Stadt Radevormwald kann zufrieden auf die vergangene Ratsperiode zurückschauen. Viele Aktionen wurden gestartet, der Höhepunkt war der „Bergische Seniorentag“ in der Bergstadt im Jahr 2019, zu dem als prominenter Gast das sozialdemokratische Urgestein Franz Müntefering kam. Das Thema lautete damals: „Das Gute im Alter“. Die Organisatoren wollten einmal andere Aspekte des Lebens der Senioren zeigen als Hinfälligkeit und Vereinsamung, sondern vielmehr bekräftigen, dass auch das Leben im fortgeschrittenen Alter noch viele positive Seiten haben kann und sich neue Perspektiven finden können.

Mit dem Start der neuen Ratsperiode hat sich der Seniorenbeirat nun neu konstituiert. Und für die kommenden Jahre haben sich die Mitglieder bereits einiges vorgenommen. Natürlich beherrscht die Corona-Pandemie derzeit das Geschehen. „Ganz aktuell beschäftigt uns die Frage, wie die Corona-Impfung organisiert wird“, teilt der Vorsitzende Wolf-Rainer Winterhagen in einem Konzeptpapier mit. Wie kommen die Senioren, die nicht im Pflegeheim sind oder einen Pflegegrad haben und somit nicht von mobilen Impfteams besucht werden, nach Gummersbach?

„Gerade den Älteren über 80, die in der Gruppe geimpft werden sollen, und vielfach kein Auto mehr haben oder denen der Arzt keinen Krankentransport verschreibt, können wir nicht zumuten, mit dem ÖPNV nach Gummersbach zu fahren“, ist man beim Seniorenbeirat überzeugt.

Ein weiteres Thema, das in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle in der Arbeit des Beirates spielen soll, ist die Digitalisierung. Denn immer mehr ältere Menschen nutzen inzwischen das Internet. „Corona hat gezeigt, wie wichtig die Digitalisierung auch für die Senioren ist“, sagt Winterhagen. „Stichworte sind da digitale Kommunikation, Einkaufen im Internet, computergestützte Assistenz-Systeme und Telemedizin.“ Natürlich wollen die Mitglieder des Beirates die „klassischen“ Seniorenthemen nicht vernachlässigen, etwa die ärztliche Versorgung und Pflegeangebote sowie den Gesundheitssport. Auch der Bedarf nach bezahlbarem und barrierefreiem Wohnraum für Senioren soll weiter auf der Agenda stehen – ein Aspekt, der bei den Plänen zur Stadtentwicklung eine wesentliche Rolle spielen wird. Mobilität und Möglichkeiten der Beteiligung am sozialen Leben für die ältere Generation in der Stadt sollen ebenfalls gewährleistet sein.

Die Corona-Krise habe das Problem der Einsamkeit im Alter – auch dies seit jeher ein wichtiges Thema des Seniorenbeirates – „wie ein Vergrößerungsglas“ erneut ins öffentliche Bewusstsein gebracht, heißt es in dem Konzept. „Laut dem Deutschen Zentrum für Altersfragen erhält jeder vierte alte Mensch nur einmal im Monat Besuch von Freunden oder Bekannten, manche haben überhaupt keinen Kontakt nach außen. Einsamkeit zu verhindern ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.“

Seit mittlerweile elf Jahren gibt es den Seniorenbeirat in Radevormwald, die erste Wahl zu diesem Gremium fand 2009 statt. Die Mitglieder wirken unter anderem in den politischen Ausschüssen beziehungsweise Fraktionen mit.

Zum Selbstverständnis der Mitglieder des Seniorenrates gehört einerseits, als Interessenvertretung für die älteren Menschen in der Stadt zu fungieren, andererseits aber auch für eine solidarische Gesellschaft, an der alle Altersgruppen beteiligt sind, ein Zeichen zu setzen – eine deutliche Absage an Versuche, Jung und Alt gegeneinander auszuspielen.