Offenes Atelier in Radevormwald Kunst mit spannenden Aspekten

Radevormwald · Traditionell öffnet der Glas- und Malkünstler Gerlach Bente sein Atelier: Neuheiten, ältere Werke und Entwürfe geben dann Einblick in sein künstlerisches Schaffen.

 Gerlach Bente zeigt die Diashow auf dem Rechner. Das mögliche „Innenleben“ einer Kirche sorgt für Momente des Staunens.

Gerlach Bente zeigt die Diashow auf dem Rechner. Das mögliche „Innenleben“ einer Kirche sorgt für Momente des Staunens.

Foto: Sigrid Hedderich

Ölbilder mit zarter Pinselführung, sauber in bekannten Quadratformen, waren nur ein Hingucker im Atelier des Künstlers Gerlach Bente. Hinzu kam eine kleine Diashow auf dem Rechner. Das mögliche „Innenleben“ einer Kirche, schon virtuell in einem hohen Gebäude eingearbeitet, sorgte für Momente des Staunens. „Es ist schon sehr spannend, wie ein Entwurf wirken kann“, sagte Bente. Vorgaben für ein Kunstwerk würden ihm die künstlerische Freiheit nehmen. Ließe ein Entwurf seine Impulse und Gedanken zu, so könne er ihn ohne Einschränkungen umsetzen. „Ich bin aber immer gerne dazu bereit, Vorgaben anzunehmen und mich unterzuordnen“, sagte er. Es müsse differenziert werden, ob der Entwurf später einem Zwecke diene und ob er als Gebrauch verstanden werde, oder der künstlerische Aspekt frei entscheide. „Hier geht es um eher schlicht gehaltene Räumlichkeit, die mit künstlerisch gestalteten Gebrauchsgegenständen bestückt werden soll“, sagte Bente. Er entwarf für eine Kirche einen Altar, ein Rednerpult sowie ein Tabernakel. Alle Kunstwerke harmonieren miteinander hervorragend, sind als eine große Einheit zu erkennen. „Leider ist das Ergebnis dieses Entwurf-Wettbewerbs noch nicht bekannt. Ich warte täglich auf eine Nachricht“, berichtete der Künstler. Bei seinem Entwurf und gegebenenfalls der späteren Umsetzung arbeitet Bente mit einem Rader Tischler eng zusammen. „Das Gesamtkonzept wie auch das Warten auf ein Resultat ist einfach unsagbar spannend“, sagte Bente.

Entspannter ist seine Ausstellung in den oberen Räumen seines Ateliers. Hier regiert die pure Harmonie. Schöne Naturtöne, warme Grün- und rote Nuancen zeigen sich als bestechendes Ganzes. Ob Federn, Flüssigkeiten oder Pflanzenteile – alles scheint real zu existieren, wenngleich auch die räumliche Orientierung fehlt. Jede Darstellung verkörpert die Freigabe des Künstlers wie auch des Betrachters gleichermaßen. Kein Oben und Unten drängen sich auf. Diese Freiheit besticht perfekt. Auch die bekannten Zweier- oder Verer-Sets aus Quadraten sind wieder zu bewundern. Diese Kombinationen scheinen dem gewohnten Betrachter eine mögliche Sicherheit zu geben und lassen im neuen Atelierbesucher Neugierde aufkommen. „Ich finde einen Tag des offenen Ateliers immer wieder sehr spannend. Wer kommt? Ein neuer Besucher? Über ihn würde ich mich auch sehr freuen, denn er zeigt mir, dass es immer weitergeht. Und es bleibt spannend“, sagte Bente.

(sig)
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