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Radevormwalder Kirchengemeinden planen für Pandemie-Weihnachten

Gottesdienste in Radevormwald : Wie Kirchengemeinden Weihnachten in der Pandemie planen

Um möglichst vielen Menschen zu ermöglichen, zum Fest eine „richtige“ Messe bzw. Gottesdienst zu erleben, wollen die Gemeinden mehr Termine anbieten als sonst. Auch soll ins Freie ausgewichen werden.

Dass dieses Weihnachtsfest wegen der Corona-Pandemie sehr anders als gewohnt ausfallen wird, das konnte man ahnen. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat nun noch einmal darauf hingewiesen, dass auch bei Messen und Gottesdienste zur Weihnachtszeit der Schutz vor Infektionen Vorrang haben muss. Kirchen und Religionsgemeinschaften sollen zu Weihnachten im Gespräch mit den Ländern Konzepte zur Kontaktreduzierung bei Gottesdiensten und anderen Zusammenkünften erarbeiten.

Die katholische Kirchengemeinde St. Marien in Radevormwald teilte bereits am Donnerstag mit, dass die Teilnahme an den Heiligen Messen zum Fest nur nach einer telefonischen Anmeldung möglich ist, „um einen Besucherandrang vor den Kirchen in der Weihnachtszeit zu vermeiden.“ Wer sich auf diese Weise angemeldet hat, erhalte dann zeitnah eine Zusage per Mail oder per Post. Gleichzeitig kündigt die Pfarrei an, ihr Angebot an Gottesdiensten zum Fest zu erweitern. So gibt es in St. Marien an Heiligabend zwei Christmetten und am ersten Weihnachtstag zwei Festmessen.

Auch die reformierte Kirchengemeinde wird ihr Angebot an Gottesdiensten zum Fest erweitern, damit möglichst viele Menschen teilnehmen können. „Wir stecken bereits mitten in den Planungen“, erklärt Pfarrer Dr. Dieter Jeschke. Trotz der Pandemie möchten er und seine Mitstreiter/innen, das so viele Menschen wie möglich an einem „richtigen“ Gottesdienst teilnehmen können. „Wir werden daher vier Gottesdienste an Heiligabend anbieten“, kündigt Jeschke an. An den beiden folgenden Weihnachtsfeiertagen sei geplant, ins Freie zu gehen, damit auch der musikalische Aspekt des Festes nicht zu kurz kommt. „Es gehört für viele Besucher einfach dazu, dass sie im Gottesdienst Weihnachtslieder singen können“, meint der Pastor. Und so soll am ersten Feiertag der Garten des Dietrich-Bonhoeffer-Hauses Ort eines Gottesdienstes sein, am zweiten Feiertag ist dann ein Gottesdienst auf dem Friedhof an der Kaiserstraße geplant. Gleichzeitig jedoch sollen für jene, die aus Gründen der Sicherheit lieber daheim bleiben möchten, auch Online-Gottesdienste angeboten werden. Dies alles bedeute natürlich einen vermehrten Arbeitsaufwand vor dem Fest, so Jeschke.

Einen besonderen Wunsch konnte sich der Pfarrer nicht erfüllen: „Ich hätte gerne einen Weihnachtsgottesdienst in einem Stall gefeiert.“ Doch leider habe sich kein Landwirt gefunden, der da mitgemacht hätte.

(s-g)