Radevormwalder Hausbesitzer lässt acht hohe Fichten fällen

Baumfällung in Radevormwald : Hausbesitzer lässt sechs Fichten kürzen und zwei entfernen

Viele Radevormwalder lassen vorsorglich Bäume fällen, damit sie bei Stürmen nicht in Nachbargärten fallen. Diese Weitsicht ist gerade bei Fichten berechtigt, denn zumeist sind die Bäume in den 1970er Jahren gepflanzt worden und werden langsam zu groß für den Hausgarten.

Bäume vorsorglich fällen, bevor es unnötig Schäden gibt, zum Beispiel durch Herbststürme – das ist ein Trend, der sich auch in Radevormwald mehr und mehr durchsetzt. Die städtische Umweltbeauftragte Regina Hildebrandt bekommt immer mal wieder Anfragen zu diesem Thema. So auch im Fall von Klaus Kretschmer von der Carl-Diem-Straße. Der Hausbesitzer hat am Mittwoch sechs haushohe Fichten halbieren und zwei entfernen lassen. „Das machen viele Radevormwalder vorsorglich, damit die Bäume nicht in Nachbargärten fällen“, sagt Hildebrandt. Diese Weitsicht sei bei Fichten berechtigt, denn zumeist seien die Bäume in den 1970er Jahren gepflanzt worden und würden langsam zu groß für den Hausgarten. „Außerdem sind Fichten bekanntlich Flachwurzler, die enorm geschädigt werden durch Trockenheit und Borkenkäfer“, erläutert die Umweltbeauftragte. Mithin sei die Gefahr, dass diese Bäume eines Tages einfach umkippen, sehr groß. Eine Fäll-Erlaubnis von Seiten der Stadt braucht es übrigens nicht, denn Nadelbäume – mit Ausnahme der Eiben – sind aus der Baumschutzsatzung ausgenommen, erläutert sie.

Klaus Kretschmer hatte einst auf seinem Grundstück 19 Fichten stehen, neun hat er bereits selber entsorgt, ein Baum ist eingegangen. „Die anderen hatten nun eine problematische Höhe erreicht, bei jedem Orkan hatte ich Angst, dass Bäume umstürzen“, berichtet er. Die Bäume stünden zwar etwa 30 Meter weit weg von seinem Haus, Nachbargrundstücke mit Carport und Autos seien allerdings viel näher. Also beauftragte der Rader eine Fachfirma mit der Entsorgung und Beschneidung der Bäume. Hierbei kam eine neue Technik zum Einsatz, die nicht nur viel schneller ist, sondern für den Auftraggeber auch noch günstiger. Das entsprechende Gerät greift sich den Baum, entastet ihn und schneidet ihn sofort auf Länge – ähnlich wie bei einem Harvester im Wald. Und so waren die Arbeiten am Mittwoch auch binnen weniger Stunden erledigt und Kretschmer seiner Sorgen entledigt. Zusätzliches Problem für die Fachfirma: zum einem ist das Grundstück nur von hinten zu erreichen, und außerdem besteht auf dem Gelände ein Gefälle von vier bis fünf Metern. Für die neue Technik war das aber alles kein Problem. Die mehr als 20 Meter hohen Bäume sind jetzt auf zehn Meter gestutzt und sorgen dafür, dass die Terrasse von Klaus Kretschmer weiter nicht frei einsehbar ist. „Aber bei Wind bieten sich jetzt keine Angriffsflächen mehr“, sagt der Hausbesitzer. Außerdem sei der Garten nun viel heller geworden.

Klaus Kretschmer begutachtet das völlig neue Werkzeug der Fachfirma. Foto: Regina Hildebrandt

Kleiner Wermutstropfen: Durch die Aktion verlor ein Eichhörnchenpärchen offensichtlich sein Zuhause: Kretschmer fand ein ausgepolstertes Nest, das er auf dem Kompost entsorgte. Nur Stunden später stellte er aber fest, dass die Hälfte des Nistmaterials schon wieder verschwunden war. „Die Tiere haben es sich wohl wieder geholt und bauen sich einen neuen Unterschlupf“, berichtet Kretschmer erfreut.