Theodor-Heuss-Gymnasium Radevormwald Gymnasiasten wollen eine Ukraine-Flagge hissen

Radevormwald · Nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine wollen die Schüler ein deutliches Zeichen für Frieden und Freiheit setzen und eine ukrainische Flagge am Gebäude des THG an der Hermannstraße hissen. Doch das ist gar nicht so einfach.

 Die Flagge der Ukraine: Ein ähnliches Modell wollen die Radevormwalder Gymnasiasten in der kommenden Woche hissen.

Die Flagge der Ukraine: Ein ähnliches Modell wollen die Radevormwalder Gymnasiasten in der kommenden Woche hissen.

Foto: dpa/Vesa Moilanen

Das hatten sich Karim Stark und seine Mitstreiter von der Schülervertretung (SV) des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) etwas unkomplizierter vorgestellt: Nach dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine wollten die Schüler ein deutliches Zeichen für Frieden und Freiheit setzen und eine ukrainische Flagge am Gebäude des THG an der Hermannstraße hissen. Doch von Schulleiter Matthias Fischbach-Städing erfuhren die Gymnasiasten, dass für eine solche Aktion eine Zustimmung der Bezirksregierung als zuständige Schulaufsicht nötig sei. „Dabei wollten wir das Zeichen unserer Solidarität jetzt setzen und nicht irgendwann“, meint Stark. Die Bezirksregierung jedoch war von der Idee, eine Flagge ans Gebäude zu hissen, nicht ganz so begeistert und lehnte sie nach Angaben von Stark ab. Dem 16-Jährigen aus der Klasse zehn und der SV sind die Gründe für diese Entscheidung „nebulös und unverständlich“, wie er am Freitag mitteilte. Man sei schon sehr enttäuscht.

SV-Lehrerin Linda Sonnborn wollte die Flagge aber auf jeden Fall kaufen. Und das hat sie auch nicht umsonst gemacht, denn SV, Schulleitung und Stadt einigten sich am Freitag darauf, die Flagge der Ukraine an einem Fenster vor dem Eingang zur Schule zu befestigen. „Das werden wir nächste Woche auf jeden Fall machen“, bestätigte Fischbach-Städing auf Nachfrage unserer Redaktion. Und ein entsprechend aussagekräftiges Schlagwort werde der Flagge auch noch hinzugefügt. „Außerdem wollen wir die Aktion immer mal wieder wiederholen, die Flagge also auch mal abhängen und wieder neu hissen“, kündigt er an. Das THG wolle künftig immer mal wieder den Fokus auf den Krieg lenken.

Schulamtsleiter Jürgen Funke begrüßt die Aktion und das Engagement der Schüler ausdrücklich, bittet aber auch im Verständnis für die bürokratischen Hürden. „Wir als Stadt Radevormwald haben keine Bedenken gegen die Aktion, müssen aber die Sicherheit beachten“, sagt er. Die Stadt hafte und müsse den Unfallschutz im Blick halten. Wichtig sei auch, dass die Flagge vor dem Fenster eine klare Meinungsäußerung der Schüler ist, aber die Neutralität der Schule gewahrt bleibe. „Es muss deutlich sein, dass es hier um die Meinungsfreiheit der Schüler geht“, betont Funke. Nicht die Schule als Organisation des Landes führe die Aktion durch, sondern die Schüler.

Die Gymnasiasten unterstützen die Menschen in der Ukraine auch durch eine zweite Aktion: Wie Fischbach-Städing mitteilt, sammelt eine Arbeitsgemeinschaft mit Schülern aus allen Stufen intern Kleidung, um sie in das Kriegsgebiet zu schicken und den Menschen dort zu helfen.

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