Elterntaxis in Bergerhof und an der Wupper Grundschulverbund nimmt am „SpoSpiTo“-Bewegungspass teil

Bergerhof/Wupper · Elterntaxis sind auch in Bergerhof und an der Wupper ein großes Problem, da sie für Verkehrschaos sowie gefährlichen Situationen für die Kinder sorgen.

 Auch die Kinder in Bergerhof und an der Wupper sollen sich künftig mehr an der frischen Luft bewegen.

Auch die Kinder in Bergerhof und an der Wupper sollen sich künftig mehr an der frischen Luft bewegen.

Foto: Spobito

Weil es auch beim Grundschulverbund Bergerhof/Wupper immer wieder zu großen Problemen mit Elterntaxis kommt, die für Verkehrschaos und gefährliche Situationen für die Kinder sorgen, nimmt die Schule am „SpoSpiTo-Bewegungspass“ (Sporteln, Spielen, Toben) teil.

Die Herausforderung besteht darin, innerhalb von sechs Wochen mindestens 20mal ohne Elterntaxi in die Schule zu kommen. Kinder, die die Aufgabe meistern, erhalten als Anerkennung eine Urkunde. Außerdem werden Preise im Wert von 15.000 Euro verlost. Zu gewinnen gibt es zehn Gutscheine im Wert von je 500 Euro für einen Webshop, 50 Scooter und 100 Rucksäcke. „Als Grundschule, deren Leitziel unter anderem ‚Lernen mit und durch Bewegung‘ ist, passt die Aktion gut in unser Schulkonzept“, sagt Leiterin Tanja Heynen. Am Mittwoch gingen die Elternbriefe raus, ab Montag läuft die Aktion in Bergerhof und an der Wupper. Am Bewegungs-Pass nehmen seit Montag mehr als 70.000 Kinder in mehreren Bundesländern teil. Pro aus eigener Kraft zurückgelegtem Weg unterschreiben die Eltern im Bewegungs-Pass und dokumentieren die Teilnahme.

„Ziel ist es, die Verkehrssituation vor unseren Grundschulen durch weniger Elterntaxis zu entschärfen, und der Bewegungs-Pass soll die Kinder zur Bewegung an der frischen Luft animieren“, erläutert Tanja Heynen. „Toller Nebeneffekt: Die Umwelt wird auch noch geschont, wir können etwas für den Klimaschutz unternehmen“, meint die Schulleiterin.

Leider würden Eltern an beiden Standorten – in Bergerhof sind es 185 Schüler, an der Wupper 143 – ihre Kinder am liebsten bis ins Klassenzimmer fahren. Dabei liege der Anteil der Schulbuskinder an der Wupper bei 50 Prozent, in Bergerhof bei fünf Prozent. Regelmäßig würden Kinder rote Karten an die Eltern verteilen, um sie davon abzubringen, ihre Kinder bis vor die Schule zu bringen – ohne Erfolg. „Hier passen alle Klischees“, bedauert Tanja Heynen. Und wenn die eigenen Kinder in der Schule seien, interessiere viele Eltern auch das Tempo nicht mehr.

Der Grundschulverbund versucht, in fast alle Fächer möglichst viel Bewegung zu bringen, aber zu Fuß zur Schule dürfen viele Kinder nicht kommen. „Eltern tragen sogar die Tornister. Warum?“, fragt sich Tanja Heynen. Dabei sei es erwiesen, dass die Skelettmuskulatur gestärkt werde, wenn Kinder ihren Tornister selber schultern. Außerdem gehe es beim Fußweg zur Schule um die Bewegung. Tanja Heynen hofft, dass der Wettbewerb die Eltern wachrüttelt und ihnen verdeutlicht, wie wichtig regelmäßige Bewegung an der frischen Luft ist, um die Abwehrkräfte zu stärken – und auch, um die Kinder ein bisschen selbstständiger zu machen. „Bei den Eltern muss ein Umdenken einsetzen“, findet die Schulleiterin.

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