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Radevormwalder Grüne wollen gegen graues Stadtbild kämpfen

Politik in Radevormwald : Grüne wollen gegen graues Stadtbild kämpfen

Bebauungspläne sollen stärker auf Naturnähe und Klimaschutz ausgelegt sein, fordert die Fraktion. Als vorbildliches Beispiel nennen sie die Stadt Remscheid, wo solche Vorgaben bereits üblich seien.

Mehr Grün ins Stadtbild, weniger Versiegelung und graue Flächen – diese Forderungen bekräftigt nun die Fraktion von Bündnis 90/Grüne. Im Hinblick auf die Beratung über das Baugebiet Karthausen im Stadtentwicklungsausschuss am Mittwoch habe man noch einmal alle wichtigen Punkte zusammengestellt, erläutert Fraktionsmitglied Bernd Bornewasser. Die Grünen gehörten zu jenen Fraktionen, die sich gegen die Bebauung in der jetzigen Form gewandt hatten.

Als Vorbild verweist Bornewasser in seinem Schreiben auf die Stadt Remscheid, die bei Bebauungsplänen mittlerweile einen größeren Wert auf Klimaschutz und Naturnähe lege, als es bisher in Radevormwald der Fall sei.

So soll festgelegt werden, dass nur Neubauten erlaubt sind, die einen KfW-Wert von 55 oder besser aufweisen. Verhindert werden soll, dass Grundstücksbesitzer anstatt von Grünflächen so genannte „Gärten des Grauens“ mit Kies und Schotter schaffen. Bornewasser wünscht sich in den Bebauungsplänen folgende Festlegungen: „Die Anlage bzw. die Gestaltung dieser Flächen mit mineralischem Schüttgut jeglicher Art, bei der eine spärliche bis gar keine Bepflanzung vorgenommen wird, ist ausgeschlossen. Schotterschüttungen, bei denen Steine – insbesondere Schottersteine unterschiedlicher Größe und jegliches andere mineralische Schüttgut – einen wesentlichen Anteil der Bodendeckung ausmachen und die Bepflanzung spärlich bis gar nicht vorhanden ist, gelten nicht als gärtnerische Gestaltung und werden im Bebauungsplan ausgeschlossen.“ Ebenfalls verboten werden sollen Schüttungen aus Holz-, Rinden- und Kunststoffprodukten sowie Kunstrasen.

Die Kritik an den „Gärten des Grauens“ entzündet sich nicht nur an der wenig ansprechenden Optik, sondern auch an den folgen für das innerstädtische Klima und für die Tier- und Pflanzenwelt.

Anstatt der Schotterflächen soll das Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern gefördert werden. Auch hier soll es detaillierte Bestimmungen geben. Bornewasser führt aus: „Pro angefangene 400 Quadrameter Grundstücksfläche ist jeweils ein heimischer Hochstamm (Baum) mindestens in der Qualität 16 bis 18 Zentimeter Stammumfang, gemessen in ein Meter Höhe, zu pflanzen und dauerhaft zu pflegen.“ Bei Grundstücksgrößen unter 400 Quadratmetern sei mindestens ein Baum in der genannten Größe zu pflanzen.

Die Einhaltung dieser Vorschriften solle bei der Bauabnahme und auch im Nachgang geprüft werden, fordert Bernd Bornewasser. Wer sich nicht an die Vorschriften halte, dem soll ein Rückbau beziehungsweise Auflagen für andere Maßnahmen (etwa Fassaden- oder Dachbegrünung) blühen. „Negativbeispiele gibt es genug“, meint der Grünen-Politiker und verweist auf die Siedlungen Jahnplatz und Bahnstraße.