Radevormwalder Familienvater vor dem Amtsgericht Wipperfürth Beim nächsten Mal lange Haftstrafe

Radevormwald · Radevormwalder Familienvater immer wieder ohne gültiges Ticket unterwegs.Er hatte im Januar für einen Ticketpreis von 7,20 Euro einen Widerruf seiner Bewährungsstrafe und damit eine Haftstrafe in Kauf genommen.

Ein Radevormwalder Familienvater wurde jetzt vorm Wipperfürther Amtsgericht verurteilt.

Ein Radevormwalder Familienvater wurde jetzt vorm Wipperfürther Amtsgericht verurteilt.

Foto: dpa/Oliver Berg

Es war nicht das erste Mal, dass der 38-jährige Familienvater zur Strafverhandlung am Wipperfürther Amtsgericht erscheinen musste. Schon mehrfach war der dreifache Vater in Dortmund und Siegen beim Schwarzfahren erwischt worden. So auch zweimal im Februar 2022. Der Angeklagte stritt den Tatvorwurf nicht ab: „Das trifft vollständig zu. Es ist meine finanzielle Situation, die mich dazu gebracht hat“, sagte der Radevormwalder. Er hätte das Fahrgeld für die S-Bahn bewusst nicht entrichtet, weil ihm das Geld dazu fehlte. Dennoch wolle er nicht darauf verzichten, seinen querschnittsgelähmten Bruder in Dortmund regelmäßig zu besuchen.

So ganz nahm der Richter dem Angeklagten diese Begründung jedoch nicht ab. „Sie sind in der Vergangenheit immer an dieser Ecke aufgegriffen worden. Damals hatten Sie ein Spiel-Suchtproblem und wollten zum Hohensyburg-Casino nach Dortmund“ – das konnte der Richter der immer dicker werdenden Papierakte entnehmen. „Ich spiele schon seit 2018 nicht mehr“, beteuerte der Angeklagte, der unter Bewährung steht und auch seit zwei Jahren einen Bewährungshelfer an seiner Seite hat. Dieser konnte bei Gericht eine positive Entwicklung schildern: „Er probiert auf eigenen Füßen zu stehen. Aber die finanzielle Situation mit drei kleinen Kindern ist nicht einfach. Außerdem muss er sich eine neue Wohnung suchen.“ Der Radevormwalder lebt zum Teil vom Jobcenter und arbeitet derzeit bei einer Leihfirma und zusätzlich als Zeitungsausträger. Seine Tat bereute er zumindest vor dem Richter. „Es war ein großer Fehler, der mir sehr leidtut“, sagte der 38-Jährige. Er bot von sich aus an, seinem Bewährungshelfer zukünftig jeden Monat ein gültiges Monatsticket vorzulegen.

Der Radevormwalder hatte dennoch im Januar für einen Ticketpreis von 7,20 Euro einen Widerruf seiner Bewährungsstrafe und damit eine Haftstrafe in Kauf genommen. „Das Ganze war so überflüssig wie sonst was“, sagte der Richter.

Nur aufgrund des ansonsten positiven Bewährungsverlaufs blieb es bei einer Geldstrafe in Höhe von 1050 Euro (70 Tagessätzen zu je 15 Euro).

Der Richter gab in seiner Urteilsbegründung den eindringlichen Hinweis, dass eine Geldstrafe nur noch dieses eine Mal in Frage kommt. „Beim nächsten Mal werden Sie ihre Familie durch eine lange Haftstrafe alleinlassen müssen“, warnte der Richter.

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