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Radevormwalder Einzelhändler fürchten Umsatzeinbußen

Werbegemeinschaft „Rade lebt“ : Einzelhändler fürchten Umsatzeinbußen

Bei der Jahresversammlung der Werbegemeinschaft „Rade lebt“ sprachen die Teilnehmer lebhaft über Öffnungszeiten und Veranstaltungen. Über die teils unsachlichen Diskussionen in den sozialen Netzwerken ärgern sich die Händler.

Viele Einzelhändler der Stadt schließen sich in der Werbegemeinschaft „Rade lebt“ zusammen, um die Innenstadt zu beleben und für einen starken Standort zu sorgen. Bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend waren die Öffnungszeiten und die Neuigkeiten um die verkaufsoffenen Sonntage ein großes Thema.

In diesem Jahr wird es „Rade lebt“ zum ersten Mal seit vielen Jahren nicht gelingen, zum Martinsmarkt und zum Weihnachtsmarkt einen verkaufsoffenen Sonntag umzusetzen. „Die Veranstaltungsfläche muss größer sein, als die Verkaufsfläche. Das kriegen wir bei diesen beiden Terminen nicht hin. Für uns und die Kunden ist das natürlich sehr schade“, sagt Marcus Strunk, Vorsitzender der Werbegemeinschaft. „Das liegt nicht an uns oder der Stadt, die uns bei den verkaufsoffenen Sonntagen immer unterstützt hat“, sagt er. Die Gespräche mit der Mitarbeiter-Gewerkschaft verdi seien zwar konstruktiv, aber inhaltlich hart.

Die Einzelhändler in Radevormwald befürchten, dass durch den Wegfall des Sonntags Kunden aus anderen Städten nicht mehr in die Stadt auf der Höhe kommen. „Die Sonntage waren für den Umsatz meines Geschäftes wichtig, und das muss man eigentlich an einem anderen Termin wieder reinholen“, sagt Rainer Habermann, Inhaber des Schuhhauses Habermann. Er schlägt für einen Ausweichtermin die Pflaumenkirmes vor. Dort wäre die Veranstaltungsfläche für einen verkaufsoffenen Sonntag groß genug. Ob diese Option infrage kommt, will Marcus Strunk prüfen. „Wir werden zunächst die Einzelhändler dazu befragen“, sagt er.

Diskutiert wurden am Donnerstag auch die Öffnungszeiten in Radevormwald. Einige Einzelhändler machen immer noch lange Mittagspausen. „Einheitliche Öffnungszeiten wären natürlich toll, aber das können wir niemanden vorschreiben“, sagt der Vereinsvorsitzende. Er ermutigt alle Geschäftsinhaber, miteinander ins Gespräch zu kommen. Durch die Neuorganisation des Martinsmarktes und des dazugehörigen Umzuges sind alle Aktivitäten auf Samstag, 9. November, verlegt worden. Dass zeitgleich der Martinszug an der Wupper stattfindet, ist unglücklich, aber bereits geklärt. „Wir haben uns mit den Organisatoren an der Wupper ausgetauscht, und es ist alles geklärt“, sagt Strunk. Er und die anderen Mitglieder des Vorstandes ärgern sich aber sehr über die unsachlichen Diskussionen über das Thema in den sozialen Netzwerken.

Bevor der Weihnachtsmarkt in der Rader Innenstadt von Freitag bis Sonntag, 13. bis 15. Dezember, stattfindet, wird die Weihnachtsbeleuchtung am Freitag, 29. November, um 17 Uhr eingeweiht. Elisabeth Rübsam kümmert sich gemeinsam mit dem Heimat- und Verkehrsverein um die Beleuchtung und ruft erneut zur Unterstützung auf. „Obwohl wir mittlerweile komplett auf LEDs umgestellt haben, kostet die Beleuchtung etwa 12.000 Euro pro Jahr. Meistens sind die Kosten höher, als die Einnahmen. Es wäre schön, wenn wir das ändern könnten“, sagt sie. Auch die Weihnachtsverlosung wird von ihr organisiert. „2018 hatten wir 46 Teilnehmer, früher waren es mehr als 50. Die Tendenz sollte nicht weiter nach unten gehen“, sagte Rübsam. Die Hauptziehung der Weihnachtsverlosung findet dieses Jahr am 23. Dezember auf dem Schlossmacherplatz statt. Der Blick auf das nächste Jahr kündigt außerdem das „Rader Schaufenster“ für den 28. und 29. März 2020 sowie das Stadtfest für den 8. bis 10. Mai 2020 an. Zu dieser Großveranstaltung wird es dann auch wieder einen verkaufsoffenen Sonntag geben. Geplant ist auch, die Aktion „Heimat shoppen“ 2020 erneut durchzuführen. Gespannt ist „Rade lebt“ auf die Zukunft des Feierabendmarktes. Bürgermeister Johannes Mans gab bereits positive Signale. „Den Feierabendmarkt soll es weiterhin geben“, kündigt er an.