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Radevormwalder CDU schlägt neue Tempo-30-Zone vor

Politik in Radevormwald : CDU schlägt neue Tempo-30-Zone vor

Nachdem vor zwei Jahren an der Ispingrader Straße ein Bereich mit dem Gebot von 30 Stundenkilometern eingeführt wurde, haben die Christdemokraten nun ein weiteres Viertel südlich der B 229 im Blick.

In einigen Bereichen der Rader Innenstadt gibt es sie schon: Tempo-30-Zonen, die in einem abgegrenzten Bereich dafür sorgen, dass nicht zu schnell gefahren wird. Vor allem in den Wohngebieten südlich der Bundesstraße 229, etwa an der Ispingrader Straße, sind solche Zonen bereits eingeführt worden. Die CDU-Fraktion im Radevormwalder Rat schlägt nun eine weitere Zone vor. Darüber soll der Ausschuss für Kultur, Tourismus und Verkehr am Dienstag, 4. Mai, beraten.

Im Blick haben die Christdemokraten dabei den Bereich Wiedenhofkamp, Jung-Stilling-Weg, Teile der Bahnstraße und insbesondere das Wohngebiet um die Laaker Felder. Bei diesen Straßenabschnitten handle es sich vor allem um Gebiete, in welchen sich in den vergangenen Jahren junge Familien mit Kindern angesiedelt hatten. Auch viele ältere Bürger lebten dort. Leider komme es vor, dass Anwohner – darunter die erwähnten Kinder und Senioren – durch unverantwortliche Fahrweisen von anderen Verkehrsteilnehmern gefährdet würden. Im Wohngebiet Laaker Feld gebe es zudem einen Spielplatz, den die Kinder, die im Umkreis leben, möglichst auf sicherem Weg erreichen sollten.

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Die CDU-Fraktion hatte diese Anregung bereits im September veröffentlicht. Wegen der Corona-Pandemie und der im Anschluss ausfallenden Ausschuss- und Ratssitzungen kommt der Antrag aber erst jetzt in die Gremien.

Dr. Axel Michalides, fraktionsloses Ratsmitglied, hat den CDU-Antrag durch eine eigene Anregung ergänzt: Einige Meter mehr sollen vor allem im Bereich der Industriestraße in die geplante Tempo-30-Zone aufgenommen werden. Dann müssten die notwendigen Verkehrsschilder nur an diesen Stellen installiert werden: An der Einmündung der Feldstraße in die Bahnhofstraße, an der Kreuzung Wiedenhofkampund Bahnstraße sowie an der Einmündung der Straße Am Hölterhof in die Hölterhofer Straße.

Jochen Knorz, der Leiter des Ordnungsamtes hatte bereits im vergangenen September erklärt, dass in dem genannten Bereich noch keine Verkehrsprüfung stattgefunden habe. Als Unfallschwerpunkt sei der Bereich bislang nicht aufgefallen.

Die Erfahrung in Radevormwald hat gezeigt, dass ein Tempo-30-Gebot nicht immer die Verkehrsteilnehmer zum langsamen Fahren bewegt. Anwohner der Uelfestraße beschwerten sich in den vergangenen Jahren häufiger darüber, dass Fahrer die vorgeschriebenen 30 Stundenkilometer ignorieren.

Eine noch recht neue Tempo-30-Zone befindet sich im Bereich der Ispingrader Straße. Sie wurde auf Antrag von Bündnis 90/Grünen im November 2018 von der Politik beschlossen und im März 2019 offiziell eingeführt. Kurioserweise verschwand wenige Tage später eines der neuen Schilder, tauchte aber wieder auf: Unbekannte hatten es nahe eines Containers an der Kohlstraße deponiert.

Abgesehen von diesen Startschwierigkeiten hat sich die Einführung der Zone gelohnt, so die Einschätzung von Bernd Bornewasser. Der Ratsherr der Grünen wohnt selber an der Ispingrader Straße: „Meinem Empfinden nach wird tatsächlich langsamer gefahren.“ Einige Tempo-Ausreißer gebe es natürlich noch immer und darüber beschwerten sich auch manche Anwohner.

Bornewasser hält den Vorschlag von Dr. Axel Michalides, den Tempo-30-Bereich südlich der B 229 zu arrondieren, für vernünftig. „Sonst haben wir hier einen Flickenteppich, in dem mal 30 km/h, mal 50 km/h gelten“, meint der Grünen-Politiker.