Hochwasser in Radevormwald : Vorbereitung auf künftigen Starkregen

Auf Kreisebene wird seit Monaten eine Konzept gegen die Folgen extremen Niederschlags vorbereitet. Im März hatte der Rat der Stadt dafür gestimmt, sich dem Starkregen-Management des Kreises anzuschließen.

Nach Naturkatastrophen wie dem aktuellen Hochwasser wird oft die Frage gestellt, ob durch bessere Vorbereitung die Folgen weniger schlimm ausgefallen seien. Zwar hatte Georg Wulf, der Vorstand des Wupperverbandes, am Donnerstag erklärt, ein solcher Niederschlag sei ein einmaliges historisches Ereignis. Aber dass in den vergangenen Jahren immer wieder verheerender Starkregen über der Region niedergegangen ist, war bekannt. Und Experten warnen seit längerer Zeit, dass so etwas häufiger vorkommen kann.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Fälle, bei denen die Feuerwehr bei starken Regenfällen ausrücken und beispielsweise im Uelfetal Anwohner vor den Folgen von Hochwasser schützen musste. Am 29. Mai 2018 wurde beispielsweise die Oberste Mühle im genannten Tal mit Sandsäcken geschützt. Auch am Mittwoch war die Feuerwehr zunächst an dieser Stelle im Einsatz, später dann gingen mehr als 50 Alarmierungen aus dem Stadtgebiet ein.

Ganz untätig ist man bei Politik Verwaltung und Behörden freilich nicht – schon im März 2021 hatte der Rat der Stadt Radevormwald dafür gestimmt, sich dem Starkregen-Management des Oberbergischen Kreises anzuschließen.

  • Blick auf die überflutete Station der
    Nach Hochwasser : Erneute Warnung vor Starkregen in Wuppertal und Schwelm
  • In Sorge vor der Flut kontrollierte
    Nach Entwarnung : Neusser helfen den Hochwasser-Opfern
  • Im Norden der Stadt sprudelte das
    Unwetter in NRW : So traf der Starkregen Mönchengladbach

Nach dem Stand vom Frühjahr werden die voraussichtlichen Kosten für das Starkregen-Risikomanagement zwischen 300.000 und 400.000 Euro betragen Die nach Abzug der Förderung verbleibenden Kosten werden auf die Städte und Gemeinden im Rahmen einer „Spitzabrechnung” und darüber hinaus basierend auf der Flächengröße der jeweiligen Kommune verteilt.

Aus Vertretern der Städte und Gemeinden soll anschließend ein Lenkungskreis gebildet, der als beratendes Gremium fungiert. Die Bezirksregierung Köln hatte eine Förderung von 50 Prozent in Aussicht gestellt. Ob diese Pläne nun durch die aktuellen Ereignisse weiter in der Priorität nach vorne rutschen, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

Die Feuerwehr Radevormwald sei generell für Starkregen-Ereignisse gut ausgestattet, erklärt der Wehrführer Dietmar Hasenburg: „Es wäre allerdings zu überlegen, mehr Pumpen für solche Lagen vorzuhalten.“ Die Rader Feuerwehr unterstützte am Freitagnachmittag die Kameraden in Hückeswagen, wo es in manchen Bereichen noch immer „Land unter“ hieß.

(s-g)