Radevormwald: Zwei Millionen Euro für die Wupperorte

Bezirksregierung unterstützt Radevormwald : Zwei Millionen Euro für die Wupperorte

Vom Förderprogramm der Europäischen Union (EU) „Starke Quartiere – Starke Menschen“ sollen auch die Wupperorte profitieren. Bürgermeister Johannes Mans hat den Förderbescheid diese Woche bei der Bezirksregierung abgeholt.

Das Quartier an der Wupper soll lebendiger und lebenswerter werden. Das Förderprogramm der Europäischen Union (EU) heißt „Starke Quartiere – Starke Menschen“. Anfang der Woche hat Bürgermeister Johannes Mans bei der Bezirksregierung Köln einen Förderbescheid über zwei Millionen Euro abgeholt. Mit dem Geld sollen in den kommenden drei Jahren verschiedene Projekte umgesetzt werden, um das Lebensumfeld der Menschen zu verbessern. Damit hat sich die Zusammenarbeit zwischen Kreis und Stadt sowie den Akteuren vor Ort bewährt – Ziel: die Wupperorte nachhaltig gut aufstellen.

Burkhard Klein, Leiter des Bauverwaltungsamtes, verwies auf die Bausteine und Maßnahmen:

▶ Projektmanagement (fachliche Begleitung durch ein externes Büro)

▶ Quartiersmanagement (Kümmerer vor Ort, um zum Beispiel die Vereine zu vernetzen)

▶ Bürgerzentrum im evangelischen Gemeindehaus am Siedlungsweg in Dahlerau

▶ Ausbau und Erweiterung des Kinder- und Jugendzentrums „life“ (aufsuchende Hilfe ausbauen)

▶ „Activity-Konzept“ – Sanierung des Sportplatzes Auf der Brede und Umwandlung in einen Kunstrasenplatz

▶ Erweiterung des Spielplatzes auf dem Areal des Familienzentrums mit Grundschule, Kindergarten und Jugendzentrum „life“

„Wir haben die soziale Schieflage an der Wupper erkannt und wollen gegensteuern“, kündigte Mans an. Man habe sich schon sehr früh dafür entschieden, sich um die Mittel der EU zu bewerben, um den ländlichen Raum zu stärken. Auffällig war, dass nur vier Städte einen Förderbescheid bekamen – und Rade die einzige kleine Kommune darunter war. Insofern sieht sich die Bergstadt auch als Pilotprojekt für andere. Landrat Jochen Hagt betonte, dass das Projekt in Rade ein Novum sei. Die Stadt sei beherzt an die Sache rangegangen, habe sich die Situation an der Wupper genau angeschaut, deshalb habe der Kreis der Kooperation zugestimmt. „Dabei leben die Projekte nicht nur vom Geld, sondern vom persönlichen Einsatz der Menschen vor Ort“, sagte Hagt. So habe es mehrere Treffen vor allem mit Vereinsvertretern gegeben. Denn man wolle die Menschen auf dem Weg mitnehmen, ihnen die Pläne verdeutlichen. Denn nur, wenn auch tatsächlich was passiere, bekämen die Projekte die größte Aufmerksamkeit. Birgit Steuer vom Leitungsstab der Kreisverwaltung und zuständig für gesellschaftliche Entwicklungen, ist vom Kreis für das Projekt an der Wupper zuständig und wird die Stadt unterstützen.

Freuen sich über die Unterstützung der Bezirksregierung in Köln (v.l.): Frank Herhaus, Natalie Hoffmann, Johannes Mans, Birgit Steuer und Burkhard Klein. Foto: Joachim Rüttgen

Mans betonte, dass viel Herzblut nötig sei, um die Wupper attraktiver zu machen. Aber die Menschen seien bereit, mitzumachen, der innere Leidensdruck sei groß genug, um die dringend nötigen Veränderungen zu begleiten und mitzutragen. „Das Projekt ist ein Projekt für die Bürger, gemeint als Initialzündung, für eine bessere Lebensstruktur und Lebensqualität“, sagte Mans. Das erfordere einen langen Atem, weil viele bürokratische Hürden zu überwinden seien.

Der Planungsdezernent des Kreises, Frank Herhaus, verwies auf den Quartierbus, der seit Mai fährt und mittlerweile ein Projekt der Zukunft sei. Und der Bürgermeister betonte, dass das Projekt an der Wupper sicher nicht das Ende der Fahnenstange sei. Auch in den Bereichen Südstadt und rund um die Nordstraße wolle man die Lebensqualität der Menschen nachhaltig beeinflussen. Das sei eine soziale Herausforderung, die man aber mit den Erfahrungen aus dem Projekt an der Wupper angehen wolle. Mans hofft darauf, Erkentnisse zu gewinnen und den Mehrwert für das gesamte Stadtbild zu nutzen. Hagt ist wichtig, der Bezirksregierung gezeigt zu haben, dass das Oberbergische als Industriestandort mit den Nachwirkungen der Industrialisierung zu kämpfen habe. „Hier sind die Wiesen nicht nur grün und die Bäche plätschern“, sagte er. Er appellierte an alle Beteiligten, mehr Marketing für den ländlichen Raum zu machen.

Die städtische Projektkoordinatorin an der Wupper, Natalie Hoffmann, glaubt an den nun dringend notwendigen „Ruck“, der durch die Wupperorte gehen müsse. „Ich möchte auch die letzten Bürger für das wichtige Projekt gewinnen und überzeugen“, kündigte sie an. Auch die Querelen zwischen Quartierbus und Bürgerbus möchte sie aus dem Weg räumen. „Wir sitzen schon wieder zusammen, um über die Zukunft der Busse zu sprechen“, sagte sie. Der Quartierbus sei ein Kind, das noch wachsen müsse, aber eine Chance verdient habe.