Radevormwald: Zwei Frauen möchten Unverpackt-Laden eröffnen

Aktion in Radevormwald : Unverpackt-Laden braucht Unterstützung

Damit das Geschäft zeitnah in Rade eröffnen kann, braucht es eine finanzielle Basis. Bis Freitag läuft das Crowdfunding. Sollte es beim ersten Anlauf nicht klappen, würde sich das Projekt möglicherweise bis 2020 verzögern.

Die Stadt Radevormwald ist kurz davor, einen eigenen Unverpackt-Laden zu bekommen und damit einen großen Schritt gegen den Plastikverbrauch zu tun. Katja Schöpfl und Judith Voss wollen den Laden unter dem Namen „ausgewogen-unverpackt“ eröffnen und haben eine Crowdfunding-Aktion zur Unterstützung der Idee ins Lebens gerufen.

Das Ziel dieses Finanzierungskonzeptes sind 12.500 Euro. Wer sich an dem Crowdfunding beteiligt, unterstützt die Idee nicht nur finanziell. „Die Crowdfunding-Aktion soll eine Meinungs- und Stimmungsabfrage sein, die uns Sicherheit gibt und es uns ermöglicht, Geld über einer Bank aufzunehmen“, sagt Katja Schöpfl. „Skeptiker wissen nicht, ob Rade schon bereit für einen Unverpackt-Laden ist und ob das Konzept hier funktioniert. Deswegen brauchen wir Unterstützer, um die Nachfrage zu belegen.“

Aktuell stehen die Einnahmen über Crowdfunding bei 10.000 Euro. Bis Freitag muss das Ziel erreicht werden, damit das Geschäft noch in diesem Jahr eröffnet werden kann. Ansonsten zieht sich das Projekt weiterhin in die Länge und kann vielleicht erst 2020 realisiert werden. Das Konzept steht allerdings schon.

Katja Schöpfl und Judith Voss haben sich Anfang des Jahres kennengelernt. „Eine gemeinsame Freundin hat uns einander vorgestellt, weil sie wusste, dass wir beide von einem Unverpackt-Laden träumen“, sagt Judith Voss. Ein Unverpackt-Laden deckt die täglichen Bedarfe eines Haushaltes, außer frische Waren wie Obst oder Fleisch, ab. Im Gegensatz zu anderen Supermärkten füllen sich die Kunden die Produkte in eigene Behälter, Gläser oder Dosen, ab. Dadurch, dass einzelne Portionen und Größen nicht individuell verpackt sind, wird extrem viel Verpackungsmaterial eingespart und auf diesem Weg die Umwelt geschützt. Das Sortiment soll groß werden. „Wir bieten Getreidesorten, Nudeln und andere trockene Ware an. Es gibt aber nicht nur Lebensmittel“, sagt Katja Schöpfl.

Geplant ist auch eine Abteilung für Hygieneartikel wie Zahnpasta oder Deos. Das Ladenlokal in der Blumenstraße haben sich die Frauen schon gesichert. Der Weg zu mehr Nachhaltigkeit und einem größeren Umweltbewusstsein hat bei den Freundinnen einige Zeit in Anspruch genommen. „Bei mir ging es vor zirka zwei Jahren los. Ich habe einen Bericht über einen Unverpackt-Laden gesehen, und da ist mir aufgefallen, wie viel Müll ich produziere. Im Laufe der Jahre bin ich bewusster geworden und habe meinen Alltag umgestellt“, sagt Schöpfl.

Bei Judith Voss ist das Bewusstsein Anfang des Jahres gewachsen. „Ich war erschrocken darüber, wie viel Plastik ich einfach wegschmeiße, obwohl es kaum benutzt wurde. Es wird produziert und dann weggeschmissen. Schrecklich“, sagt sie. Wie einfach es ist, seinen Alltag nachhaltiger zu gestalten, wollen die Frauen auch in ihrem Geschäft „ausgewogen-unverpackt“ zeigen.  „In der Gesellschaft findet ein Umdenken statt und das ist toll. Wir müssen nicht alle alles richtig machen, aber wenn sich jeder bemüht, können wir viel erreichen“, sagt Judith Voss. Sie und ihre Kollegin hoffen, dass sich die Unterstützer des Geschäfts auch noch über das Crowdfunding engagieren.

Die Einrichtung des Geschäfts soll im Oktober beginnen. Wenn das Crowdfunding-Ziel erreicht wird, steht der Eröffnung im November nichts mehr im Weg. Möglich ist es auch Patenschaften für die Röhren zu übernehmen, in denen das Sortiment des Ladens aufgehoben wird. Das ist ein interessantes Konzept für Unternehmen, die sich für Nachhaltigkeit engagieren wollen.

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