Bauvorhaben in Radevormwald Wupperbrücke soll ab Donnerstag gesperrt werden

Wupperorte · Etwa ein Jahr lang sollen der Rückbau der alten und die Errichtung einer neuen Brücke dauern. Am Montag gab es einen Ortstermin. Dabei wurde auch die Frage beantwortet, ob die Umleitung über die „Kinderwagenchaussee“ kommen wird.

 Bürgermeister Johannes Mans (l.) im Gespräch mit Rainer Herzog, Sprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW. Ebenfalls für den Landesbetrieb vor Ort waren Tim Wippermann, Eugen Rogalski und Stefan Böhm, von der Stadtverwaltung Ordnungsamtleiter Daniel Rupp und Referentin Flora Treiber.

Bürgermeister Johannes Mans (l.) im Gespräch mit Rainer Herzog, Sprecher des Landesbetriebs Straßen.NRW. Ebenfalls für den Landesbetrieb vor Ort waren Tim Wippermann, Eugen Rogalski und Stefan Böhm, von der Stadtverwaltung Ordnungsamtleiter Daniel Rupp und Referentin Flora Treiber.

Foto: Jürgen Moll

Nur noch für wenige Tage wird die Wupperbrücke in Dahlhausen für den Straßenverkehr passierbar sein. Voraussichtlich ab Donnerstag, 29. Februar, wird die Brücke an der Einmündung der L 81 in die L 414 gesperrt. Es ist der Beginn einer großen Baumaßnahme. Die alte Brücke wird komplett zurückgebaut, eine neue soll entstehen. Die Anlieger müssen sich auf eine umfangreiche Baustelle einrichten – rund ein Jahr sollen die Arbeiten dauern.

Am Montagvormittag fand ein Ortstermin in Dahlhausen statt, bei dem Vertreter der Stadtverwaltung und des Landesbetriebs Straßen.NRW der Presse erläuterten, was in den kommenden Monaten passieren wird und worauf Anwohner und andere Verkehrsteilnehmer sich einstellen müssen.

Die gute Nachricht: Fußgänger und Radfahrer werden auch weiterhin die Wupper in Dahlhausen überqueren können. Es wird eine Behelfsbrücke gebaut, an der wupperabwärts gelegenen Seite. „In der ersten Zeit werden die Menschen aber auch noch über die alte Brücke gehen können“, sagt Rainer Herzog, Sprecher des Landesbetriebes für die Region Rhein-Berg.

Die Behelfsbrücke wird voraussichtlich im April fertig sein. „Danach wird der Rückbau der jetzigen Brücke beginnen“, erläutert Baustellen-Koordinator Stefan Böhm. Es gibt also keinen eigentlichen „Abriss“, das würde den Fluss verschmutzen. Stück für Stück wird die Brücke demontiert.

Ab Donnerstag werden die Stadtwerke Radevormwald Versorgungsleitungen legen. Es werden vor Beginn der Baumaßnahmen auch einige Fällungen nötig sein. Im Umkreis der Brücke wird die Beschilderung aufgestellt, die Verkehrsteilnehmer darauf hinweist, welche Umleitung sie fahren können. Die Strecke durch das Schnellental, die so genannte „Kinderwagenchaussee“ wird mit großer Wahrscheinlichkeit nicht freigegeben, teilt Bürgermeister Johannes Mans mit: „Die Polizei ist der Auffassung, dass die Freigabe dieser Strecke für den Verkehr unverantwortlich ist, nicht zuletzt wegen der fehlenden Absicherung zur Wupper hin.“ Zwar war das Schnellental jüngst bei Baumaßnahmen an der Rampe von Dahlerau hoch zur L 414 vorübergehend freigegeben worden. Doch war diese Lösung nur für die Anwohner in Dahlerau gedacht. Das Verkehrsaufkommen würde nun viel größer sein. „Damals war diese Lösung alternativlos“, erklärt der Bürgermeister. Würde man die Strecke nun auch freigeben, es müsste eine Lösung mit Baustellenampeln her – mit langen Phasen. Unterm Strich wäre der Zeitaufwand für die Fahrer größer als wenn sie die Umleitungen über Herbeck oder Beyenburg nehmen würden. Natürlich werden die Anwohner über die lange Baumaßnahme wenig erfreut sein. Das weiß auch Bürgermeister Mans: „Wichtig ist, dass der ganze Vorgang deutlich kommuniziert wird.“ Das trage zur Akzeptanz der vorübergehenden Unbequemlichkeiten bei. Der Ersatzbau der Brücke sei notwendig, betont das Stadtoberhaupt. „Wir dürfen hier kein Risiko eingehen.“

Die Brücke weist seit längerem technische Mängel auf. „Durch Temperaturschwankungen, aber vor allem durch Wassereintritt in die innenliegende Brückenkonstruktion sind die Widerlager der Brücke beschädigt“, listet Landesbetrieb-Sprecher Rainer Herzog auf.  „Durch die mittlerweile nicht mehr einwandfreie Fahrbahnabdichtung konnte das Oberflächenwasser unkontrolliert in die Widerlager gelangen. Vorhandene Setzungen (Verformungen) am Brückenscheitel sind nicht zuletzt auf den dadurch bedingten Querschnittsverlust der Widerlagergelenke zurückzuführen. Weiterhin weist die Fahrbahnunterseite freiliegende und stark korrodierte Tragbewehrung auf.“

Wegen dieser Mängel dürfen Lastwagen mit einem Gewicht vom mehr als 16 Tonnen schon jetzt die Brücke nicht mehr befahren. „Manche machen es leider trotzdem“, weiß Baustellen-Koordinator Stefan Böhm. Die neue Brücke wird in Verbundfertigteilbauweise erstellt. Elf Meter tief müssen Bohrpfähle in den Baugrund eingebracht werden. Der Überbau wird aus zwei Teilen bestehen: Der untere besteht aus Stahlträgern mit offenen Profilen, die in vorgefertigter Form auf die Baustelle geliefert und per Kran eingehoben werden. Den oberen Teil bildet die Fahrbahnplatte, die vor Ort auf der Baustelle aus frischem Beton und Bewehrungsstahl hergestellt wird.

 Die Brücke über die Wupper in Dahlhausen ist fast 70 Jahre alt. Sie weist seit Jahren technische Mängel auf.

Die Brücke über die Wupper in Dahlhausen ist fast 70 Jahre alt. Sie weist seit Jahren technische Mängel auf.

Foto: Jürgen Moll

Für ein so großes Bauvorhaben müssen entsprechend große Bauteile geliefert werden. Damit die Tieflader, die diese Teile transportieren, vor Ort abgestellt werden können, muss auch die L 414 im Verlauf der Bauarbeiten vorübergehend gesperrt werden – allerdings nur einspurig.

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