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Radevormwald: Wupper-Talsperre hat 2020 viel Wasser abgegeben

Wupper bei Radevormwald : Talsperren gaben 2020 sehr viel Wasser ab 

Der Wupperverband zieht zum Ende des Wasserwirtschaftsjahres eine Bilanz – und die fällt trocken aus. Nur in den 1990er Jahren ist der Pegel der Wupper-Talsperre noch tiefer gesunken.

Zum Abschluss des Wasserwirtschaftsjahres (WWJ) am 31. Oktober hat der Wupperverband Bilanz gezogen: Erneut hat es weniger als im Jahresdurchschnitt geregnet. Zum dritten Mal war das Sommerhalbjahr ungewöhnliche trocken. So fielen an der Messstelle Bever-Talsperre fielen 1143 mm Niederschlag. Der Jahresdurchschnitt liegt hier bei 1297 mm. Sehr ergiebige Niederschläge mit einer Jahressumme von mehr als 1600 mm gab es im Wuppergebiet zuletzt 2008. In diesem Jahr war nur der Monat Februar deutlich nasser als im Durchschnitt. Die Monate November, Dezember, März und Oktober lagen im langjährigen Mittelbereich. Alle anderen Monate waren trockener als im Durchschnitt – zum Teil sogar deutlich. „So war die Trockenheit das prägende Phänomen in der Wasserwirtschaft“, heißt es beim Wupperverband.

Aus diesem Grund haben dieBrauchwassertalsperren, darunter die Wupper-Talsperre haben erneut viel geleistet und nahezu im gesamten Sommerhalbjahr Wasser an den Fluss abgegeben. Die Trinkwassertalsperren des Wupperverbandes haben auch im dritten außergewöhnlich trockenen Sommer in Folge die vereinbarten Rohwassermengen für die Trinkwasseraufbereitung zur Verfügung gestellt. Eine Wasserknappheit bestand nicht.

Dank des Talsperrenwassers führt die Wupper auch in Trockenzeiten 3500 Liter pro Sekunde am Wuppertaler Pegel Kluserbrücke. So fällt der Fluss nicht trocken, zum Wohle der Fische und Kleinstlebewesen. Ohne die Abgabe aus den Talsperren würde die Wupper in Trockenphasen nur etwa ein Drittel dieser Wassermenge führen und zu einem Großteil aus gereinigtem Abwasser bestehen. Die Talsperren sind also wichtig für ein stabiles Ökosystem Wupper, gerade bei Hitze und Trockenheit.

Ende März waren die Wupper-Talsperre mit 87 Prozent und die Bever-Talsperre mit 99 Prozent für das Sommerhalbjahr gut gerüstet. Durch die Wasserabgabe an die Wupper sank der Stauinhalt im Laufe der Monate und lag Ende Oktober bei 24 Prozent an der Wupper- und 38 Prozent an der Bever-Talsperre. An der Wupper-Talsperre gab es nur 1994 und 1997 noch niedrigere Füllstände.

Mit seinen Brauchwassertalsperren ist der Wupperverband für die Wasserabgabe an die Wupper gut aufgestellt. Die vergangenen Jahre mit ihren Trockenphasen machten aber auch deutlich, wie wichtig ergiebige Regenmengen im Winterhalbjahr sind, damit sich die Talsperren regenerieren können.

(s-g)