Radevormwald: Wülfingmuseum startet das "MitMachMuseum"

Industriegeschichte in Radevormwald : Wülfingmuseum startet Mitmachaktion

Mit der am 2. Februar beginnende Reihe „MitMachMuseum“ will der Trägerverein Kinder und Erwachsene ansprechen. Ansonsten bleibt man den bewährten Veranstaltungen treu. Sorgen bereitet der Mangel an ehrenamtlichen Helfern.

Das Wülfingmuseum in Dahlerau geht 2020 in sein 23. Jahr. 1997 hatten sich Ehrenamtler zusammengetan und den Verein „Johann Wülfing & Sohn Museum“ gegründet, der in dem historischem Gebäude mit einer Ausstellung und Aktionen das Erbe der einstigen Textilstadt im Tal der Wupper pflegt.

Für das neue Jahr haben sich die Vereinsmitglieder etwas Neues einfallen lassen. „Wir bieten am 2. Februar zum ersten Mal die Reihe ‚MitMachMuseum’ an“, sagt Vorstandsmitglied Karola Johnen. Jeweils an den ersten Sonntagen im Monat können kleine und große Besucher an Aktionen basteln, erkunden und rätseln. „Selber etwas herzustellen, das liegt im Trend“, sagt Johnen. So können die Teilnehmer am 2. Februar eigene Accessoires aus Wülfingstoffen herstellen. Auch Filzen auf der kleinen Terrasse soll im Laufe des Jahres angeboten werden – und im November, parallel zum Treffen der Beyenburger Spinngruppe, können Kinder und Erwachsene auch diese uralte Technik ausprobieren. „Wir suchen noch jemanden, der sich mit Seifenherstellung auskennt, das möchten wir auch gern anbieten“, sagt Johnen.

Das Wülfingmuseum veranstaltet regelmäßig Thementage – wie hier 2017 zu „Schafe, Baumwolle & Co“. 2020 gibt es auch wieder einen Oster- und einen Herbstbasar. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Mit diesen Aktionen möchte der Verein verstärkt junge Menschen und Familien für das Museum begeistern. Auch Konzerte wie der Auftritt von Sänger und Moderator Marco Lombardo sollen die Möglichkeiten des Veranstaltungsortes demonstrieren. Das Trio „GNU“ (Genial - Natürlich - Unverbindlich), das bereits in der Remlingrader Dorfkirche spielte, werde ebenfalls bald zu Gast sein, kündigt Johnen an. Das Potenzial des Museums als Veranstaltungsort könne noch weiter ausgebaut werden kann. Dem steht bislang die Beschränkung der Öffnungszeiten entgegen – um 21.30 Uhr ist Schluss, weil es vor Jahren Beschwerden von Anwohnern wegen Lärms gab. Die Bestrebungen des Vereins, diese Regelung wieder rückgängig zu machen, habe bislang noch nichts gefruchtet – was die Vermietung der Räume für größere und länger dauerndeFeiern schwierig macht.

Ein Blick auf das Gelände des Museums in Dahlerau. Das Potenzial des Museums als Veranstaltungsort soll weiter ausgebaut werden. Dem steht bislang die Beschränkung der Öffnungszeiten entgegen – um 21.30 Uhr ist Schluss. Foto: Jürgen Moll/Moll, Jürgen (jumo)

Sorgen bereitet auch der anhaltende Mangel an ehrenamtlichen Helfern – sowohl im Museum selbst als auch im Café. Dass sich Menschen immer seltener an Vereine binden, ist ein Problem, über das derzeit viel geklagt wird. Doch schon ein wenig Engagement würde reichen, sagt Karola Johnen. „Wäre jemand bereit, nur für einen Tag im Monat auszuhelfen, wäre das schon ein Gewinn.“ Leider bekäme man, wenn man Menschen danach fragt, oft nur die Antwort: „Was kriege ich dafür?“

Das Jahresprogramm wird die bewährten und beliebten Veranstaltungen wie den Oster- (21. und 22. März) und den Herbstbasar (10. und 11. Oktober) bieten, außerdem ist das Wülfingmuseum wieder am Pfingstmontag, 1. Juni, beim bundesweiten Mühlentag dabei und öffnet am 15. August bei der „Nacht der Museen“ von 18 bis 24 Uhr seine Pforten.

„In den nächsten Tagen wird außerdem unser neuer Flyer erscheinen, mit einer neuen Optik, die auch den Aspekt Wasser mit einschließt“, kündigt Karola Johnen an.

So. 2. Februar, 11 Uhr, Premiere des “MitMachMuseums“, Am Graben 4-6.