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Radevormwald: Wochenmarkt mit Abstandsregeln

Coronavirus : Wochenmarkt mit Vorsichtsmaßregeln

Der Markt gehört zur Grundversorgung und findet daher statt. Das Ordnungsamt wird allerdings darauf achten, dass die Mindestabstände eingehalten werden. Der Trägerverein „aktiv55plus“ bietet Hilfen für Senioren an.

„Bleiben Sie zu Hause, meiden Sie soziale Kontakte!“ Mit diesen eindringlichen Worten hat sich der oberbergische Landrat Jochen Hagt am Freitag in einer Videobotschaft an die Bevölkerung gewandt. Nur zur Grundversorgung sollen die Menschen vor die Türe gehen. Dies Maßnahmen sollen verhindern, dass die Situation wegen einer stark ansteigenden Zahl der Infektionen außer Kontrolle gerät. Allerdings rechnet Hagt damit, dass die Zahl der bestätigen Fälle mit dem Virus SARS CoV-2 in den kommenden Tagen noch deutlich wachsen.

In Leverkusen hat die Stadt wegen der Uneinsichtigkeit mancher Mitbürger inzwischen eine härtere Linie eingeschlagen. Es werden Ausgehverbote verhängt. Johannes Mans, Bürgermeister von Radevormwald, kann die Entscheidung der Leverkusener nachvollziehen. „Wir werden heute Abend eine Telefonkonferenz der Bürgermeister mit Landrat Jochen Hagt haben, bei dieser Gelegenheit werde ich mich dafür stark machen, diese Linie zu fahren. Wichtig ist, dass die Kommunen im Kreis alle einheitlich verfahren, damit nicht in einer Stadt noch Zusammenkünfte möglich sind und in der Nachbarstadt verboten. “

Noch immer gebe es vor allem Jugendlichen, die draußen Treffen veranstalteten. „Unsere Mitarbeiter haben sie über die Gefahren belehrt, aber dann haben sie sich ein paar hundert Meter weiter wieder zusammengesetzt.“ Immerhin, so Mans, scheinen manche der jungen Leute nun begriffen zu haben. „Die Zahl der Fälle ist merklich weniger geworden.“ Gegen jene, die noch immer nicht der Vernunft zugänglich sind, müssten nun Bußgelder verhängt werden.

Der Wochenmarkt am Samstag wird laut Christoph Grimlowski vom Ordnungsamt stattfinden, da es sich um einen Teil der Grundversorgung der Bevölkerung handelt. „Natürlich müssen dabei auch die nötigen Sicherheitsmaßnahmen eingehalten werden“, erklärt Grimlowski. Und das bedeute vor allem: Abstand halten. In manchen Kommunen werden Märkte mit vielen Ständen bereits „entzerrt“, also über einen größeren Raum verteilt, damit die Kunden nicht so eng beieinander stehen.

„Bei uns in Radevormwald stehen die Stände nicht so nahe, das Gedränge hält sich in Grenzen“, sagt der Ordnungsamtmitarbeiter. Für alle Fälle werde ein Mitarbeiter der Behörde am Samstag vor Ort sein und darauf achten, dass die Regeln eingehalten werden. Aber werden die gewohnten Marktbeschicker in dieser Situation alle vor Ort sein? Grimlowski geht derzeit davon aus: „Wir haben bislang keine Absagen erhalten.“

Doch nicht alle Menschen sind fit genug, um die nötigen Einkäufe zu erledigen. Der Trägerverein „aktiv55plus bietet Hilfe für alle jene an, die ihre Grundversorgung nicht über Angehörige oder bestehende Dienste sichern können, vor allem Senioren. „Sie dürfen gerne auf der Mailbox eine Nachricht mit Namen und ihrer Telefonnummer hinterlassen – sie werden zurückgerufen und es wird eine Vereinbarung getroffen“, teilt die Geschäftsführerin Kyra Springer mit. „Wenn die Ehrenamtlichen helfen können, wird eine Vermittlung an einen kooperierenden Dienst erfolgen oder ein Termin vereinbart.“

Zu dem vereinbarten Termin sollen die Senioren den Einkaufszettel und den entsprechenden Geldbetrag bereithalten, die Helferinnen und Helfer werden beides an der Tür in Empfang nehmen, Fragen klären. Unterstützung im Rahmen dieses Hilfesystems erhalten alle Betroffenen über den Anrufbeantworter der Rader Hilfsbörse unter 02195 9277 364.

Die Mitarbeitenden von aktiv55plus stehen für Fragen rund um die Senioren- und Pflegeberatung zur Verfügung. Auch bei Unklarheiten zu der derzeitigen Situation darf die Rufnummer 02195 9277 353 oder die E-Mail-Adresse info@aktiv55plus.de genutzt werden.