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Radevormwald: Wird die Ski-Loipe jemals wieder genutzt?

Wintersport in Radevormwald : Ist die Ski-Loipe Schnee von gestern?

Der Winter bietet derzeit Vorfrühlingstemperaturen. Die Wirtschaftsförderung bietet unverzagt ein Schneetelefon für jene an, die rund um Önkfeld die Langlauf-Loipe nutzen wollen. Doch seit Jahren spielt das Wetter nicht mehr mit.

Eigentlich ist es mitten im Winter, doch in den Parks flöten schon die Vöglein und Pflänzchen schauen zaghaft aus der Erde – im Bergischen herrschen in diesen Tagen Temperaturen wie im Vorfrühling. Da wirkt es beinahe surreal, dass die Wirtschaftsförderung (WfG) in Radevormwald ein Schneetelefon anbietet. Dort können sich Interessierte informieren, ob die Bedingungen ausreichend sind, um die Skilanglauf-Loipe bei Önkfeld nutzen zu können.

Es ist schon ein Weilchen her, dass dort auf den Hügeln Wintersportler mit Ski und Stöcken beobachtet werden konnten. Heike Ueberall, die als Mitarbeiterin der Wirtschaftsförderung für die Loipe zuständig ist, erinnert sich: „Im Januar 2017 sah es fast so aus, als könnte es klappen.“ Die Loipe wurde für alle Fälle schon einmal gespurt, das heißt, mit Schneemobil und Spurgerät die Piste vorbereitet. Doch die Schneehöhe reichte am Ende nicht aus. „Die Grasnabe kam durch“, berichtet Heike Ueberall. Und so wurde die Piste am Ende doch nicht freigegeben. „Es müssen schon 30 bis 40 Zentimeter Schneehöhe sein“, erklärt sie. Ansonsten würden Maulwurfshügel und andere Unebenheiten das Pistenvergnügen schmälern.

Wenn es schneit, dann ist das Interesse der Skifreunde allerdings sehr groß, auch diese Erfahrung hat Heike Ueberall bereits gemacht. „Ich hatte das Schneetelefon einmal auf meinen Anschluss umgeleitet, da gab’s an einem Wochenende rund hundert Anrufe.“ Besonders aus dem Raum Köln kommen, wenn die Verhältnisse ausreichend sind, Besucher ins Oberbergische, um hier nach einer kurzen Anfahrt Wintersport zu treiben. Durch einen Anruf beim Schneetelefon können die Menschen sicher gehen, dass sie nicht umsonst anreisen und die weiße Pracht schon wieder zusammengeschmolzen ist.

Bei der regionalen Tourismus-Plattform „Das Bergische“ sieht man die schneearmen Winter der vergangenen Jahre eher gelassen. „Wir sind in der Region vom Wintertourismus nicht abhängig“, sagt Pressesprecher David Bosbach. Im benachbarten Sauerland dagegen sei diese Entwicklung ein Problem, denn dort, beispielsweise im Raum Winterberg, sind Hotels und Gastronomen auf Wintersportler stark ausgerichtet, vor allem jene aus den Niederlanden. Daher werden im Sauerland bereits Schneekanonen eingesetzt, um geeignete Pistenverhältnisse zu schaffen.

„Wir betreuen, wenn sich die Gelegenheit bietet, natürlich auch Anfragen zum Wintersport“, sagt Bosbach. „Aber es ist nur ein kleiner Teil des touristischen Angebotes, Radfahren und Wandern sind wichtiger.“  Zumal nur am Ostrand des Oberbergischen Kreises häufiger mit Schnee zu rechnen ist, der hoch genug ist und lange liegen bleibt. Die Gemeinde Reichshof mit Höhen um 500 Meter über dem Meeresspiegel hat das Tradition, doch auch dort ist der Skilift seit einigen Jahren nicht mehr in Betrieb gewesen.

Immerhin: Die Meteorologen halten es für denkbar, dass im Februar doch noch Schnee fällt. Sollten die Bedingungen auf der Loipe bei Önkfeld stimmen, können Heike Ueberall und ihre Mitstreiter rasch für die nötige Infrastruktur sorgen. „Wir stellen dann Dixi-Toiletten auf“, sagt sie. Außerdem hatte zuletzt ein örtliche Landwirt eine „Jausenstation“ aufgestellt, eine Hütte, wo es beispielsweise Würstchen gibt. Ein Skiverleih würde dann ebenfalls organisiert.

Bis es so weit ist, müssen das Schneemobil und das Spurgerät der Wirtschaftsförderung erst einmal warten – beide sind, wenn sie gerade nicht gebraucht werden,  bei einem örtlichen Landwirt untergestellt.