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Radevormwald: Wie Risikopatienten sich in der Corona-Krise fühlen

Risikopatienten wegen Coronavirus : So erleben Risikopatienten die aktuelle Corona-Krise

Monika Zierden organisiert die Selbsthilfegruppe für Menschen mit COPD, einer Lungenerkrankung. Das bedeutet: Sie und andere Patienten sind in dieser Zeit besonders gefährdet.

Das Corona-Virus ist besonders für alte Menschen, für Menschen mit einem geschwächten Immunsystem sowie für Betroffene mit chronischen Erkrankungen gefährlich. Bei diesen Personen kann die Krankheit mit höherer Wahrscheinlichkeit einen schweren Verlauf nehmen.

Monika Zierden leitet in Radevormwald die Selbsthilfegruppe für Männer und Frauen, die an COPD erkrankt sind. Die chronische Lungenerkrankung schränkt den Alltag dieser Menschen ohnehin ein, aber die aktuelle Corona-Krise zwingt die Erkrankten, noch besser auf sich und ihre Gesundheit zu achten.

Monika Zierden, die auch die COPD-Sportgruppe ins Leben gerufen hat, wird während der Krise kaum noch vor die Tür gehen. „Das höchste der Gefühle wird vielleicht der wöchentliche Einkauf sein, aber selbst dabei habe ich kein gutes Gefühl. Vielleicht gehe ich mal spazieren, wenn kein anderer auf der Straße ist“, sagt die Radevormwalderin. Ihren Urlaub in der vergangenen Woche musste sie abbrechen, als sich die Lage in Deutschland verschärfte und das öffentliche Leben heruntergefahren wurde.

Monika Zierden versucht jetzt, das beste aus der Situation zu machen. „Ich habe das Glück, dass ich mich auf die Terrasse setzen und wenigstens die frische Luft genießen kann.“ Die Mitglieder der COPD-Selbsthilfegruppe brauchen besonders in dieser Zeit Rat und sehnen sich nach Ablenkung. Die Treffen können aktuell natürlich nicht stattfinden. „Für viele von uns ist das schwer, jetzt nicht mehr zur Selbsthilfegruppe zu gehen, aber wir telefonieren oder schreiben. Der Beistand geht weiter, nur in anderer Form.“ Monika Zierden motiviert ihre Freunde, die ebenfalls an COPD erkrankt sind, weiterhin an den Übungen festzuhalten, die sie in ihrer Sportgruppe gelernt haben. „Jetzt sind Atemtechniken und Bewegungen, um den Brustkorb zu weiten, noch wichtiger. Wir alle kennen die Übungen und müssen uns jetzt motivieren, sie zu Hause zu machen“, sagt sie.

Die Radevormwalderin hat Mitte vergangener Woche verstanden, wie ernst die aktuelle Situation ist. „Meine Anspannung ist jeden Tag gewachsen, weil man natürlich Angst davor hat, sich zu infizieren. Als die Schulen und dann die Geschäfte geschlossen wurden, war ich mir im Klaren, dass diese Krise ernst ist. Für COPD-Erkrankte ist das beängstigend, weil wir sowieso schlecht Luft kriegen“, sagt Monika Zierden. Um das Gesundheitssystem zu entlasten und Risikogruppen zu schützen, findet sie die durchgesetzten Maßnahmen richtig.