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Radevormwald: Wer hat noch Unikate zu "Spiel ohne Grenzen"?

Stadtarchiv in Radevormwald : Unikate zu „Spiel ohne Grenzen“ gesucht

Stadtarchivarin Iris Kausemann möchte gerne eine Ausstellung zu Radevormwalds Teilnahme an der Spielshow im Jahr 1970 organisieren.

Autogrammkarten, Briefumschläge, Erinnerungsfotos, Fernsehzeitschriften und ein gravierter Metallbecher – das ist eine Auswahl der Archivalien, die Iris Kausemann im Radevormwalder Stadtarchiv zum Thema „Spiel ohne Grenzen“ aufbewahrt. In diesem Jahr ist es 50 Jahre her, dass Teilnehmer aus der Bergstadt bei der beliebten übertragenen Show teilnahmen – und dafür sorgten, dass Radevormwald europaweit bekannt wurde.

Drei Mal traten die Teilnehmer aus Radevormwald an – bei der Vorentscheidung, die im Stadion am Kollenberg stattfand, setzten sich die Bergischen gegen die Delegation aus Bocholt durch. Das war im Mai 1970. Einige Wochen später, im Juli, zeigten die Radevormwalder erneut ihr Können im französischen Avignon. Damit schaften sie es in die Endrunde, die in der berühmten Arena von Verona stattfand. Dort erreichten die Teilnehmer aus Radevormwald dann den dritten Platz.

Die Fahrkarte zum Finale Foto: Stefan Gilsbach

„Das war schon etwas ganz Besonderes“, sagt Stadtarchivarin Iris Kausemann. „Schließlich hat Radevormwald damals Deutschland repräsentiert.“ Kein Wunder, dass die Teilnehmer und viele Zeitzeugen noch immer stolz auf diese Leistung sind. Und viele würden sich die Wettbewerbe von damals sicher gerne noch einmal ansehen.

Genau das möchte Iris Kausemann allen interessierten Bürgern gerne anbieten. Der erste Schritt ist schon gemacht. „Dieter Helmich, der damals selber bei der Mannschaft dabei war, hat dankenswerterweise mehrere VHS-Kassetten auf DVDs übertragen“, berichtet sie.

Die Stadtarchivarin möchte gerne zu Radevormwalds Teilnahme an „Spiel ohne Grenzen“ eine kleine Ausstellung organisieren und bei dieser Gelegenheit die Aufzeichnungen der drei Wettbewerbe vorführen. „Ich habe mir die DVD mit der Ausscheidung in Radevormwald schon angesehen. Das war unglaublich spannend.“ Derzeit sei sie in Gesprächen mit dem Westdeutschen Rundfunk (WDR) über die Vorführrechte.

In diesem Jahr, so vermutet Kausemann, werde es wegen der Corona-Pandemie vermutlich mit der Ausstellung nicht mehr klappen. Sie hofft, dass das Projekt irgendwann ohne Masken, Mindestabstand und Hygienekonzept stattfinden kann.

Bis dahin forscht die Archivarin weiter nach Quellen zu den damaligen Ereignissen, und sie hat bereits eine weitere gefunden. „Die Familie Krumm in Hückeswagen besitzt schriftliche Aufzeichnungen von Fritz Krumm“, berichtet sie. Der inzwischen Verstorbene war 1970 Sportlehrer an der Städtischen Realschule. Gemeinsam mit seinem Kollegen Hans Schäfer trainierte er die Mannschaft für „Spiel ohne Grenzen“, und das mit großen Erfolg, wie sich zeigte. Iris Kausemann freut sich darauf, in die Aufzeichnungen des Trainers einmal reinschauen zu dürfen.

Alle Bürger, die noch Unikate rund um „Spiel ohne Grenzen“ aus dem Jahr 1970 besitzen, legt sie ans Herz, diese dem Archiv zur Aufbewahrung zu geben. „Hier werden diese Stücke für die Nachwelt sicher verwahrt.“ Nur Zeitungsartikel aus jener Zeit werden nicht gesucht, mit diesen ist das Archiv bereits gut ausgestattet. Nicht zuletzt die Bergische Morgenpost mit ihrem Redakteur Hans Aldermann hatte damals groß über das Ereignis berichtet, von dem in der Stadt noch heute gesprochen wird.