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Radevormwald: Wahlkampf-Endspurt mit Landrat und Bürgermeister

Kommunalwahl in Radevormwald : Landrat verspricht „weiter viel zu testen“

Die Parteien sind im Wahl-Endspurt. Am Wochenende war in der Innenstadt Landrat Jochen Hagt zu Gast am CDU-Stand. Und Bürgermeister Johannes Mans zeigte sich nach seiner Erkrankung erstmals wieder in der Öffentlichkeit.

Wer am Samstag Einkäufe fürs Wochenende in der Innenstadt von Radevormwald tätigen wollte, der sah beinahe ebenso viele Stände von politischen Parteien wie von Marktbeschickern. Zwei Wochen sind es noch bis zur Kommunalwahl am 13. September, und die Politik geht nun in den Endspurt. Auf dem Marktplatz und an der Kaiserstraße hatten sich unter anderem CDU, SPD, UWG und Grüne postiert. Die FDP warb zur gleichen Zeit auf dem Parkplatz des Edeka-Marktes Byhahn.

Nachdem Bürgermeister Johannes Mans bereits jüngst den Hauptausschuss geleitet hatte, zeigte er sich nun erstmals wieder in der breiteren Öffentlichkeit. Mans hatte wegen eines Fremdkörpers in der Lunge, der per Bronchoskopie entfernt werden musste, einige Wochen aussetzen müssen. Nun präsentierte er sich im Gespräch mit Bürgern als weitgehend genesen: „Am Freitag war ich noch einmal zu einem Check-up beim Arzt“, erklärte Mans. Noch sei die Entzündung nicht vollständig verschwunden, doch er sei auf einem guten Weg.

Viele gute Wünsche habe er während seiner Erkrankung erhalten. „Das war wirklich beeindruckend“, erklärt der Bürgermeister. Zugleich sei es schmerzlich für ihn gewesen, zum Wahlkampfauftakt nicht präsent gewesen zu sein: „Nach dem Motto: Wir haben Wahlkampf – wo bist du ?“

Prominenter Gast am Wahlkampfstand der Christdemokraten war Landrat Jochen Hagt. Ein Thema, auf das der Chef der Kreisverwaltung derzeit oft angesprochen wird, ist die Corona-Pandemie. Der Oberbergische Kreis hatte es geschafft, die Verbreitung bis Mitte Juni zu stoppen. „Am 17. Juni hatten wir null Fälle erreicht“, berichtet Hagt. Das habe sich leider wieder geändert, und die Bekämpfung des Erregers sei schwieriger geworden. „Das Virus hat sich in der Bevölkerung stärker verbreitet“, erläutert der CDU-Politiker, der für eine neue Amtszeit antritt. „Vorher hatten wir die betroffenen Gruppen leichter eingrenzen können, etwa wenn es sich um eine Reisegruppe aus einem Ort wie Ischgl handelte.“

Bürgermeister Johannes Mans zeigte sich am Wochenende nach seiner Erkrankung wieder in der Öffentlichkeit. Foto: Stefan Gilsbach

Die Kreisverwaltung hatte, um die Herausforderung der Corona-Pandemie zu bewältigen, einen großen Teil der Mitarbeiter zur Bekämpfung der Krankheit herangezogen. Weitere Kräfte sollen nun dafür abgeordnet werden. An neuen Standorten im Kreis sollen im Bedarfsfall „Drive-in“-Coronatests möglich sein, für den Nordkreis wird dies in Hückeswagen sein. „Wir werden weiter unserer Linie folgen, viele Tests durchzuführen.“

Das Geschehen an der Pandemie-Front sei derzeit sehr dynamisch, erläutert Landrat Hagt. „Von einem Tag auf den anderen müssen beispielsweise hunderte Personen mehr in Quarantäne.“ Das passiere etwa, wenn Schulen durch neue Fälle betroffen seien. Was die Maskenpflicht angeht, so erklärt Hagt: „Es ist umstritten, aber es hilft“.

Hagt äußerte sich im Gespräch mit unserer Redaktion allerdings nicht nur zum Thema Corona. Die Bewerbung Radevormwalds für die Regionale 2025, unter anderem mit der Textilstadt in Dahlerau, bezeichnete er als „wichtiges Projekt im Nordkreis“. Angesichts der Kritik aus der örtlichen Politik, ein solches Vorhaben sei nicht finanzierbar, plädiert Hagt dafür, nicht vorschnell die Flinte ins Korn zu werfen: „Wir werden durch die aktuelle Situation in den öffentlichen Haushalten sicherlich Einbußen haben.“ Aber die Tür für das Großprojekt im Tal der Wupper sei noch lange nicht zu.