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Radevormwald: Vortragsabend zum Jubiläum des Frauenwahlrechts - so war es im Jahr 1919

Archiv in Radevormwald : Als Rader Frauen erstmals wählten

Vor 100 Jahren durften Frauen zum ersten Mal in Deutschland an die Wahlurne gehen – auch in Radevormwald. In einer Vortragsveranstaltung wird zurück geblättert, wie Frauen den Weg in die Politik fanden.

() Seit 100 Jahren durften Frauen in Deutschland zum ersten Mal an Wahlen teilnehmen. Zu diesem Jubiläum veranstalten Iris Kausemann, Leiterin des Radevormwalder Stadtarchivs, und Juliane Dyes, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, einen Vortragsabend im Mehrzweckraum des Bürgerhauses. Er findet statt am Freitag, 25. Oktober, um 19 Uhr.

Zum Hintergrund: Am 30. November 1918 war das Reichswahlgesetz mit dem allgemeinen, aktiven und passiven Wahlrecht für Frauen in Kraft getreten. Erstmals am 19. Januar 1919 waren Frauen dazu aufgerufen, ihre Stimme zur Wahl der Nationalversammlung abzugeben. Nur wenige Wochen später folgte die Kommunalwahl am 2. März 1919.

Die Historikerin Dr. Sigrid Lekebusch wird in ihrem Referat die Wahl zur Nationalversammlung im Jahr 1919 näher beleuchten. Welche Frauen waren aufgestellt? Welche Erwartungen und Vorstellungen gab es? Am Beispiel einiger Protagonistinnen aus den christlich-konservativen Vereinigungen bis hin zur proletarischen Frauenbewegung werden diese Fragen beantwortet.

Der zweite Vortrag wird von Diplom-Archivarin Iris Kausemann gehalten. Dabei geht es um die damalige Kommunalwahl in Radevormwald. Wie war das politische Spektrum? Wie viele Frauen ließen sich aufstellen? Wer war die erste Frau im Radevormwalder Stadtrat? Zur Beantwortung dieser Fragen werden Originalquellen aus dem Radevormwalder Stadtarchiv gezeigt.

1919 wurde tatsächlich die erste Frau in den Radevormwalder Stadtrat gewählt: Ottilie Groll. Bezeichnenderweise wurde sie in den Sitzungsprotokollen als „Frau Karl Groll“ geführt. Als Frau in der Männerdomäne Politik brauchte es Durchhaltevermögen. „Oma Groll“ war eine starke Persönlichkeit und flößte Respekt ein – so erinnerten sich jüngere Familienangehörige später an sie.

Fr. 25. Oktober, 19 Uhr, Mehrzweckraum des Bürgerhauses, Schlossmacherstraße 4-5.

(s-g)